Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Aktuelles Wie Betroffene eine Bindehautentzündung behandeln
Mehr Gesundheit Aktuelles Wie Betroffene eine Bindehautentzündung behandeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Wie bleibe ich gesund, wie werden ich gesund? Der LVZ-Ratgeber Gesundheit hilft weiter.
10:55 04.04.2018
Dr. Ludger Wollring ist Facharzt für Augenheilkunde in Essen und Pressesprecher des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands. Quelle: Ludger Wollring
Düsseldorf

Meist kommt es unverhofft und vor allem wenn man es gar nicht gebrauchen kann: Die Augen brennen, jucken, tränen und sind gerötet. Als Bindehautentzündung oder Konjunktivitis bezeichnen Ärzte es, wenn die Blutgefäße der Bindehaut anschwellen.

Manchmal fühlt sich das an, als hätte man ein Sandkorn im Auge. Ist das Auge einfach überreizt, lassen die Beschwerden meist schon nach kurzer Zeit nach. Bleiben die Symptome, lohnt sich aber ein Arztbesuch.

Selbst behandeln sollten Betroffene ihre Augen generell nicht. "Kompressen aus Kamille-Aufgüssen oder Teebeuteln haben auf den Augen nichts zu suchen", sagt Ludger Wollring, Sprecher des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands. Die Kräuter lösen bei manchen Menschen allergische Reaktionen aus. "Zudem können auf diesem Weg Bakterien ins Auge gelangen", warnt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. Verschwindet eine Augenrötung nach zwei Tagen nicht von selbst, sollte sich das ein Facharzt anschauen.

Es gibt Augenerkrankungen, die ähnliche Beschwerden wie eine Bindehautentzündung verursachen - die aber alles andere als harmlos sind. Infektionen der Hornhaut, der Regenbogenhaut oder der Augenmuskeln müssen unbedingt früh erkannt und behandelt werden. Sonst nimmt das Auge dauerhaften Schaden. Stärkere Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und ein Nachlassen der Sehkraft sollten ein Anlass sein, schnellstmöglich einen Facharzt aufzusuchen. Das gilt auch bei fliegenden schwarzen Punkten oder Flusen im Sichtfeld.

In vielen Fällen lautet die Diagnose bei geröteten, tränenden und juckenden Augen allerdings tatsächlich Bindehautentzündung. "Am häufigsten ist eine Infektion mit Viren", erklärt Wollring. Aber auch Bakterien oder Pilze können eine Entzündung verursachen. Intensives UV-Licht oder eine nicht richtig korrigierte Fehlsichtigkeit kommen ebenfalls als Ursache infrage. Trockene Augen sind besonders anfällig. Behandelt werden die Beschwerden mit Augentropfen oder -salben.

Das erkrankte Auge sollte möglichst nicht mit bloßen Händen berührt werden. "Bakteriell und vor allem viral bedingte Bindehautentzündungen sind ansteckend", betont Bettina Sauer von der Stiftung Warentest in Berlin. Fasst sich ein Betroffener doch an das erkrankte Auge - eben weil es brennt oder juckt - dann sollte er sich danach gründlich die Hände waschen.

"Handtücher sollte man sich in dieser Phase nicht mit anderen teilen", so Sauer. Sind Kinder erkrankt, dann dürfen sie erst wieder in den Kindergarten oder in die Schule, wenn der Augenarzt grünes Licht gibt.

Wer sich eine Bindehautentzündung zugezogen hat, trägt besser keine Kontaktlinsen. "Sie reizen das Auge zusätzlich und verzögern womöglich die Abheilung", sagt Sellerberg. Auch Augen-Make-up ist kontraproduktiv - die kosmetischen Mittel reizen Auge und Lid ebenfalls. Wie lange es dauert, bis eine Bindehautentzündung abgeheilt ist, ist unterschiedlich. "Es kann je nach Fall acht Tage bis zwei Wochen, manchmal aber auch sechs Wochen dauern", erklärt Wollring.

Manche Menschen haben auch immer wieder mit Bindehautentzündungen zu kämpfen. Allergisch bedingte Entzündungen wie die Heuschnupfen-Konjunktivitis etwa lassen sich nicht in dem Sinne heilen. Die Entzündung geht auf eine Überreaktion des Immunsystems zurück. Daher kann man nur die Beschwerden lindern, sagt Wollring.

Gegen eine Reizkonjunktivitis - Auslöser sind Umwelteinflüsse wie Rauch, Staub oder Zugluft - können sich Betroffene auch wappnen. Wer in staubiger Luft arbeitet, sollte spezielle Schutzbrillen, die die Augenpartie umschließen, tragen. Beim Autofahren lässt sich die Klimaanlage so einstellen, dass die Luft einem nicht übers Gesicht weht.

Manchen Patienten mit Bindehautentzündung wird eine Brille verordnet. Es kann nämlich durchaus vorkommen, dass jemand ständig an den Augen reibt, weil er nicht gut sieht. Deswegen lohnt es sich, die eigene Sehkraft regelmäßig - mindestens alle zwei Jahre - beim Augenoptiker oder Augenarzt überprüfen zu lassen. Das gilt auch dann, wenn man bereits Kontaktlinsen oder eine Brille hat. Denn die Sehkraft kann sich jederzeit verändern.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Aktuelles Segensreiche Erfindung - Die künstliche Niere wird 75

Nierenversagen galt lange als Todesurteil. Dann baute ein findiger Mediziner eine Maschine, die das Blut von Giftstoffen im Körper reinigen kann. Die Idee rettete Millionen Menschen das Leben - aber bis heute gibt es Dialyse nicht überall.

10.04.2018

Er ist immer da, begleitet uns durch Tag und Nacht, und das ganz selbstverständlich. Doch die meisten Menschen machen sich ihren Atem erst bewusst, wenn ihnen die Luft wegbleibt. Therapiekonzepte, die den Atem in den Blick nehmen, können Abhilfe schaffen.

10.04.2018

Eiter ist für viele Menschen unangenehm. Dennoch sollte man nicht versuchen, das gelbliche Zeug selber zu entfernen. Ansonsten kann es schnell nach hinten losgehen.

10.04.2018