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Herzkatheter-Behandlung: So gut sind Sachsens Kliniken

AOK-Navigator Herzkatheter-Behandlung: So gut sind Sachsens Kliniken

Einer Untersuchung der AOK zufolge führen 17 Krankenhäuser in Sachsen Herzkatheter-Behandlungen durch – fünf davon mit überdurchschnittlicher Qualität. Bei dem Eingriff sind einige Besonderheiten und Folgen zu beachten.

Blick in einen Operationssaal.

Quelle: AOK

Leipzig.  Der Herzkatheter ist ein schlauch­artiges Instrument, das über den Unterarm oder die Leiste ins Blutgefäß ge­schoben wird. So können Arterien, die durch Ablagerungen verstopft sind, wieder geöffnet werden. Den Eingriff – genannt perkutane Koronarintervention (PCI) – führen in Sachsen 17 Kranken­häuser durch. Fünf von ihnen hat die AOK Plus eine überdurchschnittliche Qualität im bundesweiten Vergleich bescheinigt, sieben entsprachen dem Durchschnitt, fünf lagen darunter.

Die Oberlausitz-Klinik in Bautzen zum Beispiel gehört zu den Top-Häusern. „Wir legen großen Wert darauf, dass alle sehr gut ausgebildet sind und sich weiterbilden“, sagt der Chefarzt der Oberlausitz-Klinik Dr. Jochen Eberhard. Notfälle würden regelmäßig simuliert, trainiert und kritisch ausgewertet. Das schaffe Sicherheit.

Im Gegensatz zu anderen Krankheitsbildern wie der künstlichen Hüfte ist beim therapeutischen Herzkatheter eine hohe Fallzahl nicht auch ein Zeichen hoher Behandlungsqualität. Im Gegenteil: Die Kliniken mit den höchsten Operationszahlen in Sachsen wie das Herzzentrum Leipzig und das Klinikum Chemnitz schneiden hier im Bundes­vergleich unterdurchschnittlich ab. Nachfolgend erklären wir die Besonderheiten und Folgen einer Herzkatheter-Behandlung.

Die Krankheit

Die koronare Herzkrankheit – so werden verengte Herzkranzgefäße genannt – ist eine Vorstufe zum Herzinfarkt. Am häufigsten erkranken ältere Menschen ab 60 daran. Viele sind genetisch belastet. Oft sind Ablagerungen in den Gefäßen aber lebensstilbedingt – durch Bewegungsmangel, Ernährungsfehler und Rauchen. Betroffene spüren eine Leistungsminderung, sie sind schneller außer Puste, fühlen sich schlapp. Oft kommen Schmerzen im Brustbereich dazu, die sich bei Belastung verstärken.

Die Diagnostik

Durch Befragen wird das Herzinfarktrisiko ermittelt. EKG, Belastungstest und Blutuntersuchungen schließen sich an. Auch eine Stress-Echokardiografie – eine spezielle Ultraschalluntersuchung – oder ein Herzröntgen kommen zum Einsatz.

Die Operation

Der Arzt schiebt den Katheter über die Leiste bis zur verengten Stelle des Blutgefäßes vor. An der Spitze befindet sich ein zusammengefalteter Ballon, der an der Engstelle aufgeblasen wird und sie weitet. Meistens wird gleichzeitig eine Gefäßstütze aus Edelstahl (Stent) entfaltet. Diese soll verhindern, dass sich das Gefäß nach dem Entfernen des Ballons wieder verschließt. Danach bekommen die Patienten gerinnungshemmende Medikamente. Um alle Verengungen zu beseitigen, sind meist mehrere Herzkatheterbehandlungen erforderlich. Wenn sie nicht zum Erfolg führen, schließt sich eine Bypass-Operation an. Dabei werden verengte Herzkranzgefäße mit Hilfe körpereigener Blutgefäße überbrückt.

Die Alternativen zur OP

Eine medikamentöse Behandlung ist für eine gewisse Zeit möglich.

Die Qualitätsindikatoren

Wenn mit der ersten Herzkatheterbehandlung nicht alle Engstellen beseitigt sind, sollten die Folgeeingriffe innerhalb von 90 Tagen stattfinden. Spätere Behandlungen werden als Auffälligkeit gewertet. Ist eine Bypassoperation erforderlich, sollte sie innerhalb von 30 Tagen stattfinden. Berücksichtigt werden auch Komplikationen innerhalb von 30 Tagen wie starke Blutungen, Beinvenenthrombosen, die Erweiterung von Arterien oder Nierenversagen.

Von Stephanie Wesely

Herzkatheter_MRa 56,16 kB
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