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Fit & Gesund Leipzig Kleine Schnarchnasen – Geräusche aus dem Kinderzimmer
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08:05 04.04.2019
Wenn Kinder schnarchen, leidet mitunter auch ihre Gesundheit. Quelle: Foto: Q/Fotolia.com
Leipzig

Wenn Kinder schnarchen, leidet mitunter auch ihre Gesundheit. Jens Kluge-Martinetz, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig, spricht über Ursachen und Behandlungsoptionen.

Ist Schnarchen bei Kindern bedenklich?

Schnarchen wird relevant, wenn es regelmäßig auftritt, jede zweite oder sogar jede Nacht. Schnarchen im Rahmen eines Infektes zählt nicht dazu. Etwa fünf bis zehn Prozent aller Kinder zwischen ein bis fünf Jahren haben kurze oder längere Phasen, in denen sie schnarchen.

Was sind die Ursachen?

Wenn keine anderen Erkrankungen vorliegen, ist die häufigste Ursache ein vergrößertes Mandelgewebe im Nasen- und/oder Rachenraum. Wir sprechen von adenoiden Vegetationen, im Volksmund Polypen genannt.

Müssen sich die Eltern Sorgen machen?

Grundsätzlich nicht. Wir filtern die Patienten heraus, die durch das Schnarchen zusätzliche Probleme haben. Durch das geschwollene Gewebe in der Nase kommt es zu einer schlechteren Belüftung des Innenohres, was oft zur Hörminderung führt. Ein Besuch beim HNO-Arzt mit Hörtest ist zu empfehlen. Eltern sollten auf weitere Symptome achten – wenn sich das Kind nachts beim Atmen anstrengen muss, in der Folge tagsüber unausgeglichen bis hyperaktiv ist.

Können Atemaussetzer vorkommen?

Es kann passieren, dass in bestimmten Schlafphasen die Atemwege so verengt sind, dass keine Luft durch den Mund-Nasen-Raum kommt. Solche Atempausen sind für uns der wichtigste Hinweis, dem intensiv nachgegangen werden muss.

Welche Untersuchungen gibt es?

Eine sehr gute Untersuchung ist die Schlaflaboruntersuchung, die wir in der Unikinderklinik Leipzig durchführen. Die Kinder werden stationär aufgenommen, entsprechend verkabelt und verbringen zusammen mit ihren Eltern eine Nacht bei uns. Dank ständiger Überwachung können wir Atempausen erfassen und prüfen, ob dabei die Sauerstoffsättigung stabil bleibt oder es zu vermehrten Weckreaktionen kommt. Dann wird entschieden, ob das Schnarchen toleriert werden kann oder ob eine Operation empfehlenswert ist.

Wie wird operiert?

Die Operation wird unter Narkose durchgeführt, die Rachenmandeln werden mit einem Laser verkleinert. Ein solcher Eingriff ist nicht risikofrei, deshalb sollte die Indikation gewissenhaft gestellt werden. Wenn ein nicht so höhergradiges obstruktives Schlafapnoesyndrom vorliegt oder die HNO-Ärzte keine Hörminderung feststellen, kann man abwarten.

Schlafmedizinische Sprechstunde: Termine und Anfragen telefonisch unter 0341 9726242.

Von Constanze Dietsch

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