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Fit & Gesund Leipzig Thomas Johne praktiziert in Wildenbörten
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10:13 08.03.2018
Thomas Johne in seiner Praxis mit Ehefrau und Sprechstundenschwester Aline.   Quelle: Foto: Jens Rosenkranz
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Wildenbörten

Es war nicht der leichteste Weg, den Thomas Johne wählte, um Arzt zu werden. Denn sein Studium absolvierte der Mediziner im tschechischen Olomouc. Dafür musste der gebürtige Bornaer tschechisch lernen, zu DDR-Zeiten auf der Arbeiter- und Bauernfakultät, während er zeitgleich sein Abi machte. Eine Herausforderung, auch das schwere Studium in einer fremden Sprache. Er musste dennoch nicht lange überlegen, um aus der engen DDR rauszukommen.

Nach dem Staatsexamen 1987 folgte ein kurzer Aufenthalt im Schmöllner Krankenhaus, in dem sich der Arzt nicht recht wohlfühlte. Zum Glück tat sich schon ein Jahr später die Chance auf, Landarzt in Wildenbörten (Kreis Altenburg) zu werden, weil die dortige Praxis frei wurde. Diese Arbeit im Dörfchen zwischen Schmölln und Ronneburg gefiel ihm auf Anhieb, weshalb er sich im April 1991 dort niederließ und bis heute dort blieb. Die selbstständige Arbeit, das Freie und Eigenverantwortliche liege ihm einfach mehr als eine Anstellung in einer Klinik. „Auf dem Land ist man nah am Leben, bekommt vieles mit, was in der Gegend passiert und spürt die Dankbarkeit der Menschen“, sagt er. Diese kommen nicht nur aus der Umgebung, sondern auch aus angrenzenden Kreisen und und aus drei Seniorenheimen. Die Patientenzahlen haben sich seit 1989 verdoppelt, obwohl die Region ein Drittel der Einwohner verlor. Dafür fehlen nun Ärzte im Vergleich zur Wendezeit. Die Landarztpraxen in Altkirchen und Dobitschen sind seitdem geschlossen.

Die Hälfte seiner Arbeitszeit nutzt der Landarzt für die Sprechstunde in der Praxis, die andere für Haus- oder Heimbesuche. Es tue gut, rauszukommen. In der Praxis steht ihm Ehefrau Aline als Sprechstundenschwester zur Seite. In den Jahren seiner Arbeit merkte der 56-Jährige, wie die Zivilisationskrankheiten zunahmen, Bluthochdruck, Diabetes, Probleme mit Gelenken und Wirbelsäule. Auch die Doppelbelastungen von Familie und Beruf stresst die Menschen, Alleinerziehende oder Leute in Pflegeberufen geraten immer häufiger an ihr Limit. Ständig steigende Anforderungen in den Betrieben machen krank, beschreibt er eine bedenkliche Entwicklung, bei der ein Arzt die Ursachen nicht abstellen, sondern nur die Folgen lindern könne.

Von Jens Rosenkranz

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