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Fit & Gesund Leipzig Wenn Allergien Probleme bereiten
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22:00 20.03.2017
Dr. med. Jochen Krüger, Facharzt für HNO-Heilkunde, Allergologie, Manualmedizin und Chirotherapie, Plastische Operationen. 
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Leipzig

Der Frühling steht vor der Tür und damit wird endlich auch die Natur aus dem Winterschlaf geweckt. Doch nicht jeder erfreut sich an den blühenden Blumen und Bäumen. Die wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Allergie ist der sogenannte Heuschnupfen, der pünktlich zum Frühjahr viele Nasen laufen lässt.

Doch es sind nicht nur die sogenannten saisonalen Allergien, die einem das Leben schwer machen können, sondern auch Allergien, die das ganze Jahr über vorhanden sind. Dazu zählen beispielsweise Milben- und Hausstauballergien, Allergien auf Tierhaare oder bestimmte Lebensmittel. Auslöser sind bestimmte Allergene, auf die der Körper mit einer Abwehrreaktion reagiert. „Eine Allergie ist eine Unverträglichkeit des Körpers auf Dinge, die er eigentlich tolerieren sollte“ fasst Dr. Jochen Krüger, Leitender Oberarzt der HNO-Klinik des Sana Klinikums Borna, zusammen. „Eigentlich sind diese Stoffe kein Problem für den Körper, dennoch meint er, dass er einen Angreifer vor sich hat, der bekämpft werden muss.“

Bekämpft werden die vermeintlichen Angreifer mithilfe des körpereigenen Immunsystems, was sich dann in den typischen Symptomen einer Allergie, wie Niesen, tränende Augen, Hautausschlag oder Gaumenjucken, äußert. Die Frage nach der Ursache von Allergien ist dabei leider nicht so einfach zu klären.

Warum jemand eine Allergie entwickelt, ist nur teilweise geklärt. Eine große Rolle spielt der Erbfaktor, also die Vererbung von Eltern auf ihre Kinder. Aber auch Rauch ist ein starker Faktor. „Man weiß mittlerweile, dass Kinder, die in einem Raucherhaushalt aufwachsen, ein höheres Risiko haben, Allergien zu bekommen“, so Dr. Krüger. „Auch Kinder, die in der Stadt aufwachsen, haben ein höheres Risiko, Allergien zu entwickeln, als Kinder, die auf dem Land groß werden“.

Besonders gefährlich sind Allergien auf Bienen- oder Wespengift. Genau darauf hat sich Dr. Jan Wittlinger, Oberarzt an der HNO-Klinik des Sana Klinikums Borna, spezialisiert. „Fast jeder ist schon einmal von einer Biene oder einer Wespe gestochen worden. An der Einstichstelle bildet sich dann normalerweise eine gerötete Schwellung und es juckt dort – wenn es glimpflich abläuft“. 

Stichwort Insektengiftallergie

Alarmsignale:
Atemnot, Schwindel, Übelkeit, Juckreiz am ganzen Körper

So reagieren Sie richtig:
Bei einfachem Stich: feuchter Umschlag und Gele oder Cremes mit sogenannten Antihistaminika anwenden. Bei Stichen in Mund oder Rachen und starken Schwellungen: kühlen und rasch zum Arzt fahren

Bei Symptomen einer Allergie:
112 anrufen

Sprechstunden:
Allgemeine HNO-Sprechstunde Sana Klinikum Borna
Montag und Mittwoch: 12 bis 16 Uhr
Telefon: 03433 211461

Doch etwa vier Prozent der deutschen Bevölkerung sind von einer Insektengiftallergie betroffen. Werden sie von einer Biene oder Wespe gestochen, reagieren sie am ganzen Körper. Sie können durch den Stich einen lebensgefährlichen allergischen Schock erleiden. Aufklärung kann beispielsweise ein Hauttest bringen. Dabei werden geringe Mengen des Insektengiftes auf die Haut gegeben. Liegt eine Allergie vor, können eine Reaktion und Antikörper im Blut nachgewiesen werden.

Ein positiver Allergienachweis bedeutet aber keineswegs, dass der Betroffene mit dem Damoklesschwert des Allergieschocks jeden Sommer leben muss. Denn eine Insektengiftallergie lässt sich mit einer sogenannten Hyposensibilisierung gut behandeln: „Bei dieser spezifischen Immuntherapie werden die Betroffenen über einen längeren Zeitraum hinweg mit gereinigtem Gift behandelt“, erklärt Dr. Wittlinger. „Die Dosis wird nach und nach gesteigert, bis sie einer Menge von mehreren Insektenstichen entspricht. Der Erfolg liegt inzwischen bei etwa 90 Prozent.

Von Dr. med. Jochen Krüger

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