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Fit & Gesund Leipzig Wofür Mikroorganismen im Darm gut sind
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21:18 15.03.2018
In uns leben Bakterien, die für die Gesundheit von Vorteil sind. Die meisten dieser Mikroorganismen sind im Darm angesiedelt. Quelle: Foto: Fotolia
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Leipzig

Der menschliche Körper ist ein hochkomplexes System. Haut, Knochen, Organe, Muskeln, Nerven und Zellen arbeiten perfekt aufeinander abgestimmt zusammen. Die Wissenschaft hat schon viel über unseren Körper, dessen Zusammensetzung und Funktion gelernt, doch am Ende ist es nur ein Bruchteil.

Vor 100 Jahren haben Forscher herausgefunden, dass in uns Bakterien leben, die für die Gesundheit von Vorteil sind. Und seit einigen Jahrzehnten ist die Forschung dabei, den Magen-Darm-Trakt und seine Bewohner genauer zu beleuchten, um Rückschlüsse auf Krankheiten zu erzielen. „Doch die Forschung steht in wesentlichen Bereichen noch am Anfang“, sagt Chefarzt Prof. Dr. Dominik Huster, Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Palliativmedizin am Diakonissenkrankenhaus Leipzig. „Noch gibt es keine gesicherte Antwort darauf, ob das Ungleichgewicht von Bakterien eine Krankheit auslöst oder die Krankheit selbst die Bakterien, das heißt die Darmflora, durcheinander bringt, also in ihrer Zusammensetzung verändert.“ Fest steht: die sogenannten Mikroorganismen sind milliardenfach auf unserer Haut zu finden, in Nase, Rachen und Gehörgang, sogar in den Atemwegen und insbesondere im Magen-Darm-Trakt. Deren Gesamtheit im Körper wird als Mikrobiom bezeichnet.

„Der Mensch enthält über zehn Mal mehr Bakterienzellen als Körperzellen. Daran gemessen merken wir, wie bedeutsam und komplex das Mikrobiom ist“, sagt Prof. Dr. Huster. Die meisten Mikroorganismen sind im Darm angesiedelt. Mehr als 1000 Spezies, also unterschiedliche Arten, wurden bisher dort nachgewiesen. Dabei hat aber nicht jeder dieselben. Dies hängt wahrscheinlich mit der Nahrungszusammensetzung und vielen anderen zum Teil nicht bekannten Faktoren zusammen.

Die Besiedelung des menschlichen Organismus mit Mikroorganismen beginnt mit der Geburt. „Die meisten Mikroorganismen werden von der Mutter auf das Neugeborene übertragen. Ein interessanter Befund ist, dass je nach Geburtsvorgang (natürlich oder per Kaiserschnitt) unterschiedliche Bakterienzusammensetzungen anzutreffen sind“, berichtet der Professor.

Zu den Aufgaben des Mikrobioms im Verdauungstrakt zählen unter anderem die Regulation der Darmfunktion und der Barriere zwischen Umwelt und Körperinnerem, die Produktion und Aufnahme von Vitaminen und Botenstoffen sowie die Immunabwehr.

Barrieren sind für den Professor ein wichtiger Stichpunkt.„Es gibt im Körper sowohl nützliche als auch schädliche beziehungsweise krankmachende Bakterien. Diese werden in Balance gehalten oder besser gesagt, die ‚guten‘ halten die ‚bösen‘ in Schach. Vor allem schützt uns die Darmschleimhaut als Barriere gegen schädliche Keime. Diese können die Barriere nämlich nicht durchbrechen“, erklärt der Chefarzt. „Wenn die Zusammensetzung des Mikro­bioms jedoch gestört ist oder eine gestörte Barrierefunktion der inneren (Schleimhäute) oder äußeren Körperoberfläche (Haut) vorliegt, erhalten schädigende Bakterien die Oberhand und es können unterschiedliche Krankheiten auftreten.“ Es wird angenommen, dass unter anderem Allergien, Adipositas, Diabetes, Reizdarm oder einige Darmentzündungen und vielleicht sogar Darmtumore ihre Ursache oder zumindest eine Teilursache in der Dysbalance der Zusammensetzung des Mikrobioms oder der gestörten Barrierefunktion haben.

„Bestimmte Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass Kinder, die in jungen Jahren häufig Antibiotika bekamen, im späteren Leben zu Übergewicht neigen.“ Denn Antibiotika erweisen sich bei vielen Krankheiten als nützlich, aber diese Therapie hat auch oft Nebenwirkungen und beeinflusst nachweislich die Zusammensetzung des Mikrobioms im Darm.„Bei der Gabe von Antibiotika werden nicht nur schädliche Keime getötet, sondern leider auch häufig nützliche Bakterien, die für eine gesunde Darmfunktion notwendig sind. Die Folge sind Durchfall, Blähungen und anderen Symptome.“ Im Normalfall regeneriert sich der Darm nach einigen Wochen. Um ihm nach dieser Behandlung zu unterstützen können Probiotika, Präbiotika und gesunde Ernährung helfen.

Von Nannette Hoffmann

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