Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Herzzentrum Leipzig Am Herzzentrum Leipzig bündeln Experten Kräfte zum Kampf gegen Herzschwäche
Mehr Gesundheit Herzzentrum Leipzig Am Herzzentrum Leipzig bündeln Experten Kräfte zum Kampf gegen Herzschwäche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:43 12.03.2019
Kardiologie-Chef Prof. Dr. Holger Thiele im Gespräch mit einem Patienten. Quelle: Dominik Wolf

Es beginnt schleichend: Zuerst sorgt die steile Kellertreppe für kurzen Atem, dann schwellen in den Abendstunden die Beine an, schließlich sorgt die Luftnot sogar für schlaflose Nächte. Vor allem bei älteren Menschen häufen sich solche Symptome – deutliche Zeichen für eine Herzinsuffizienz, landläufig Herzschwäche genannt.

„Nach der Geburt eines Kindes ist das der häufigste Grund für einen Krankenhausaufenthalt“, sagt Prof. Dr. Holger Thiele, Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie – Helios Stiftungsprofessur. „Aber über die Ursachen weiß die Bevölkerung gar nichts. Das ist erschreckend.“

Denn eine Herzinsuffizienz ist sehr bedrohlich. Körperliche Belastungen fallen immer schwerer, die Betroffenen fühlen sich abgeschlagen und müde. Am Ende können weitere lebenswichtige Organe betroffen sein, denn das Herz sorgt als Kraftwerk des Körpers für die Versorgung mit Blut.

Genau diese Leistung ist bei einer Herzschwäche eingeschränkt, erklärt Prof. Thiele: „Das Volumen reicht nicht mehr aus, um etwa Darm oder Niere adäquat am Laufen zu halten.“

Die Ursachen sind vielfältig. „Die absoluten Hauptbösewichte sind Bluthochdruck und koronare Herzerkrankungen, also Verengungen in den Herzkranzgefäßen.“ Auch Medikamente wie Chemotherapeutika oder Drogenmissbrauch tragen zum Entstehen der Herzschwäche bei – hier spielt gerade das in Ostdeutschland verbreitete Crystal eine Rolle.

Bluthochdruck ist problematisch, weil das Herz dauerhaft stärker pumpen muss. Auf lange Sicht hält es die Mehrbelastung nicht aus, die Pumpleistung lässt nach.

Das Herzzentrum Leipzig ist als überregionales Kompetenzzentrum zur Behandlung von Herzschwäche – das erste in Ostdeutschland – ein verlässlicher Ansprechpartner für Patientinnen und Patienten.

„Kennzeichnend dafür sind unter anderem die hier arbeitenden Herzinsuffizienz-Schwestern, absolute Profis auf ihrem Gebiet“, beschreibt Prof. Dr. Gerhard Hindricks, Ärztlicher Direktor des Herzzentrums Leipzig.

Sie begleiten die Patienten strukturiert in einer gesonderten, interdisziplinär verzahnten Abteilung. Fachlich hochqualifiziertes Personal ist zentral, denn, so Prof. Hindricks: „Unter Patienten mit Herzschwäche sind die Wiederaufnahmeraten sehr hoch. Da ist eine gute Schulung wichtig.“

Und zwar nicht nur für das medizinische Personal, sondern auch für die Patienten. Denn die Fünfjahressterblichkeit, also der Anteil an Patienten, die fünf Jahre nach der Behandlung noch am Leben sind, ist aktuell vergleichbar mit der von Krebspatienten. „Wenn auch die Patienten über Symptome der Verschlechterung Bescheid wissen und diese erkennen, kann sich das verbessern“, erklärt Gerhard Hindricks.

Die Herausforderungen in der Behandlung eines kranken Herzens sind hoch. Mitte Januar brachte das 1. Herzinsuffizienz-Symposium auf Einladung des Herzzentrums internationale Experten zusammen, um den aktuellen Forschungsstand zu diskutieren und sich weiter zwischen den Disziplinen zu vernetzen. Kunstherzen wurden ebenso diskutiert wie Transplantationen, von denen das Herzzentrum 2019 bereits mehrere vorgenommen hat.

Ein weiterer wichtiger Punkt sei die psychokardiologische Begleitung, erklärt Prof. Dr. Michael Borger, Direktor der Universitätsklinik für Herzchirurgie. „Denn Patienten mit Herzschwäche geht es auch psychisch häufig nicht gut, Depressionen sind oft die Folge.“ So rückt das Herzzentrum Leipzig die Patienten wieder dorthin, wo sie hingehören: in den Mittelpunkt.

Von PR/LMG

Das Herz von Männern und Frauen ist grundsätzlich gleich aufgebaut. Doch wer auf Erkrankungen des Herzens schaut, stellt fest: Frauenherzen schlagen anders. Zwar sind zwei Drittel der Patienten mit Herzgefäßerkrankungen in der westlichen Welt nach wie vor Männer, aber wenn Frauen erkrankt sind, sterben sie doppelt so häufig daran.

12.03.2019

In Deutschland und Europa werden häufig Kathetereingriffe durchgeführt. Fachleute vom Herzzentrum Leipzig beteiligen sich an der internationalen „Discharge“-Studie. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, ob eine Computertomografie eine sinnvolle Alternative zu anderen Diagnoseverfahren ist.

12.03.2019

Angeborene Fehlbildungen der Herzens oder Herzrhythmusstörungen erfordern bei Kindern eine andere Herangehensweise und andere Behandlungsmethoden als bei Erwachsenen. Im vergangenen Jahr haben die Spezialisten am Herzzentrum 350 Operationen am offenen Brustkorb vorgenommen und 400 per Herzkatheter.

12.03.2019