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Herzzentrum Leipzig Im Heart Team gelten strengste Qualitätskriterien
Mehr Gesundheit Herzzentrum Leipzig Im Heart Team gelten strengste Qualitätskriterien
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13:18 13.04.2018
Professor Holger Thiele, Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie, in einem der beiden Hybrid-Operationssäle. Quelle: Dominik Wolf

Häufig muss die Klappe ersetzt werden – und hier kommt das „Heart Team“ ins Spiel, das Herzteam des Leipziger Herzzentrums.

Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie sehr eine fachübergreifende Zusammenarbeit von verschiedenen hochspezialisierten Ärzten den Patienten zugutekommt. „Eng gefasst gehören der Kardiologe und der Herzchirurg zum Herzteam. Dazu kommen Anästhesist, Radiologe und Intensivmediziner“, erklärt Professor Holger Thiele, Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie. Im Mittelpunkt jedoch steht der Patient. „Denn manchmal haben wir als Ärzte mehrere Möglichkeiten, die alle medizinisch begründbar und richtig sind. Dann spielen auch Dinge mit in die Entscheidungsfindung hinein, die außerhalb der Medizin stehen.“ Etwa die Frage, ob der Patient noch im Berufsleben steht oder so schnell wie möglich nach Hause muss, weil er den Ehepartner betreuen muss.

Sollen Patienten eine neue Herzklappe bekommen, war das früher nur unter Öffnung des Brustkorbs möglich – eine große Belastung, die man vor allem bei älteren Menschen gerne vermieden hätte. Dank moderner Technik können die Spezialisten am Herzzentrum heute eine neue Aortenklappe minimalinvasiv einsetzen. Das Verfahren heißt TAVI, Transkatheter-Aortenklappen-Implantation. Für den Patienten bedeutet das: Es bleibt bei einem kleinen Schnitt, meist an der Leiste. Er muss nicht an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden, benötigt keine Narkose – der reine Kathetereingriff ist nach einer Dreiviertelstunde überstanden. Über 800 solcher Operationen führt das Herzteam jährlich durch.

„Unser größter Vorteil ist, dass wir 2006 eine der ersten Kliniken waren, die das Verfahren eingesetzt haben“, beschreibt Professor Michael Borger, Direktor der Universitätsklinik für Herzchirurgie. „Und zwar von Anfang an konsequent im interdisziplinären Team.“ Für die Aortenklappen-Operationen ist gesetzlich vorgeschrieben, dass ein divers besetztes Heart Team gemeinsam über die Therapie entscheidet. „Am Herzzentrum gehen wir weit über die Vorschriften hinaus und haben auch bei Erkrankungen, für die das nicht vorgeschrieben ist, äußerst strenge Regeln“, erklärt Thiele.

Die Ärzte können auf zwei Hybrid-Operationssäle zurückgreifen, in dem sie sowohl Herzkatheter setzen als auch klassisch operieren können. Das hat einen großen Vorteil, sagt Borger: „Falls es doch einmal zu einer seltenen Komplikation kommt, können wir sofort mit allen nötigen Geräten und höchsten hygienischen Standards eingreifen.“ Zum Wohle des Patienten – dass er sich auf sein Kraftzentrum, das Herz, wieder verlassen kann.