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Kliniken der Region Blinddarmentfernung - zehn von 53 Krankenhäusern operieren überdurchschnittlich
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16:36 28.01.2018
Der Blinddarm is der blind endende Anfangsteil des Dickdarms im rechten Unterbauch. Quelle: Fotolia
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Leipzig

Die Blinddarmentfernung ist eine der häufigsten Operationen bei Kindern oder jungen Erwachsenen. Im höheren Alter kommt es dann erneut zu einer Häufung. In Sachsen führen 53 Krankenhäuser die Operation durch. Zehn davon bescheinigte die AOK Plus eine überdurchschnittliche Qualität im bundesweiten Vergleich. 33 Kliniken entsprechen dem Bundesschnitt, zehn liefern eine unterdurchschnittliche Qualität.

Das Erzgebirgsklinikum Annaberg ist bei der Blinddarm-OP eines der Top-Häuser in Sachsen. Für Dr. Thomas Scheller, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, ist das auch ein Ergebnis moderner OP-Verfahren. „Wir operieren fast nur noch laparoskopisch, also minimalinvasiv. Damit gibt es weniger Komplikationen und Wundheilungsstörungen“, sagt er. Die Blinddarm-OP sei zwar Bestandteil der Ärzteausbildung. Doch bei jedem jungen Kollegen sei ein erfahrener Arzt dabei.

Trotz höchster Behandlungszahl in Sachsen schnitt die Uniklinik Leipzig nur unterdurchschnittlich ab. Kliniksprecherin Helene Reinhardt macht dafür das höhere Risikopotenzial der Patienten verantwortlich. „Unikliniken behandeln schwerere Fälle, deshalb ist die Komplikationsrate höher“, sagt sie. Die AOK Plus widerspricht: „Bei der Bewertung werden Alter, Geschlecht und zusätzliche Erkrankungen der Patienten nach einem speziellen Schema berücksichtigt“, sagt Sprecherin Hannelore Strobel. „Dieses Schema wurde von einem Expertengremium entwickelt, dem Ärzte, Praktiker, Statistiker und Epidemiologen angehören.“

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Die Krankheit

Die Probleme beginnen plötzlich: Bauchschmerzen, die in der Nabelgegend anfangen und sich innerhalb von acht bis zwölf Stunden in den rechten unteren Bauch verlagern. Oft kommen Übelkeit, Erbrechen und Fieber dazu. Entzündet ist eigentlich nicht der Blinddarm, sondern der Wurmfortsatz – ein etwa kleinfingergroßes Anhängsel am Ende des Dickdarms. Umgangssprachlich ist aber immer von der Blinddarm-OP die Rede.

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Die Diagnostik

Das Problem bei der Diagnostik ist, dass es keine Methode gibt, mit der sich eine Blinddarmentzündung zweifelsfrei ausschließen lässt. Zur ärztlichen Untersuchung gehören die Patientenbefragung, Blut- und Urintests sowie Ultraschalluntersuchungen.

Die Operation

Üblich sei es, etwa einen Tag medikamentös zu behandeln und abzuwarten. Lassen die Beschwerden nicht deutlich nach, wird operiert. In der Mehrzahl erfolgt der Eingriff unter Vollnarkose minimalinvasiv über drei kleine Schnitte in der Bauchdecke. Durch einen wird ein stabartiges Gerät – das Laparoskop. Über die anderen zwei Schnitte werden die Instrumente eingeführt, mit denen der Wurmfortsatz abgeschnitten, herausgezogen und die Wunde wieder vernäht wird. Je nach OP-Methode kann der Patient oft nach vier Tagen nach Hause.

Die Alternativen zur Op

Bislang wurde der Verzicht auf eine OP bei der Blinddarmentzündung als schwerer Kunstfehler gewertet. Eine Studie aus Finnland von 2015 hat untersucht, inwieweit bei unkomplizierter Entzündung, die sich nur als leichte Verdickung im Ultraschall zeigt, eine Antibiotikabehandlung und Bettruhe ausgereicht hätten. Das Ergebnis: Drei von vier OP’s wären vermeidbar gewesen. Für die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie ist das deshalb bei Erwachsenen eine Alternative.

Die Qualitätsindikatoren

Einer von drei Indikatoren sind ungeplante Folge-Ops, die innerhalb von 90 Tagen notwendig wurden – zum Beispiel, wenn bei dem Eingriff Darmabschnitte verletzt worden sind oder Spülungen des Bauchraumes infolge von Entzündungennötig waren. Obwohl die Operation als sehr sicher gilt, kann es zu Komplikationen kommen. Dazu gehören zum Beispiel auch versehentliche Stichverletzungen, das Aufreißen der OP-Wunde, Wundinfektionen bis hin zu Blutvergiftung oder Bluttransfusionen infolge hohen Blutverlusts. Blinddarm-OPs sind meist Notfälle und damit nicht planbar. Auch wenn es höchst selten vorkommt, dass Patienten an OP- Folgen sterben, fließt die Sterblichkeitsrate innerhalb von 90 Tagen nach der OP in die Bewertung mit ein.

Von Stephanie Wesely

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