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Prostata-Operationen: So gut sind Sachsens Kliniken

Teil 4 der LVZ-Klinikserie Prostata-Operationen: So gut sind Sachsens Kliniken

Schon ab dem Alter von 35 Jahren kann die Prostata allmählich an Volumen zunehmen. Ab dem 75. Lebensjahr haben mehr als die Hälfte aller Männer eine gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse. Etwa jeder Dritte von ihnen braucht eine Behandlung.

Abbildung der Prostata im Körper des Mannes

Quelle: LVZ

Leipzig. Schon ab dem Alter von 35 Jahren kann die Prostata allmählich an Volumen zunehmen. Ab dem 75. Lebensjahr haben mehr als die Hälfte aller Männer eine gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse. Etwa jeder Dritte von ihnen braucht eine Behandlung. 22 Kliniken in Sachsen führen sie durch. Elf von ihnen hat die AOK Plus eine überdurchschnittliche Qualität im bundesweiten Vergleich bescheinigt. Acht waren durchschnittlich, drei lagen darunter. Das Helios Vogtlandklinikum Plauen gehört bei der Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung zu den Top-Kliniken in Sachsen. „Im Vogtland ist der Anteil älterer Menschen besonders hoch und damit die Krankheit häufig“, sagt Dr. Wolfram Werner, Chefarzt der Klinik für Urologie. „Wir bemühen uns, individuelle Zuwendung zu geben“, sagt er. Jeder Operateur betreue „seinen“ Patienten. Auch das Universitätsklinikum Leipzig und das Klinikum St. Georg in Leipzig gehören zu den überdurchschnittlichen Häusern in Sachsen. In der Region Leipzig können zudem das Sana Klinikum Borna und das Klinikum Döbeln kräftig punkten.

Die Krankheit

Die Vorsteherdrüse (Prostata) ist eine kleine, etwa kastaniengroße Drüse, die unterhalb der Harnblase liegt. Sie umschließt die Harnröhre wie ein Ring. Bereitet eine Vergrößerung der Prostata keine Probleme, muss sie nicht behandelt werden. Doch oft vergrößern sich genau die Drüsenanteile, die zu einer allmählichen Einengung der Harnröhre führen. Dadurch kann es zu Beschwerden beim Wasserlassen kommen. Häufiger Harndrang, nächtliche Gänge zur Toilette und das Gefühl, dass die Blase nie ganz leer wird, sind typische Beschwerden. Die Erkrankung ist zwar lästig, aber harmlos. Sie hat auch nichts mit Krebs zu tun.

Die Diagnostik

Neben einer ausführlichen Befragung des Patienten zur Häufigkeit und Schwere seiner Beschwerden erfolgt eine Tastuntersuchung der Prostata. Laboruntersuchungen des Urins und des Blutes (PSA-Test) schließen sich an. Gesichert wird die Diagnose mit einer Ultraschallaufnahme, anhand derer die Drüsenvergrößerung sichtbar wird.

Die Operation

Sind die Symptome stark ausgeprägt, ist die Lebensqualität erheblich eingeschränkt. Hier rät der Arzt meist zu einer Operation. Sie ist außerdem angezeigt, wenn oft Infekte der Harnwege auftreten, sich die Nierenfunktion verschlechtert oder Blut im Urin ist. Die häufigste OP-Methode ist die transurethrale Resektion der Prostata. Dabei führt der Arzt ein dünnes Röhrchen (Resektoskop) in die Harnröhre und schiebt es bis zur Prostata vor. Im Instrument befinden sich eine Kamera und eine elektrische Drahtschlinge, mit der das Prostatagewebe mechanisch abgetragen wird. Durch das gleichzeitige Erhitzen der Schlinge verschließen sich die Blutgefäße wieder. Als Alternative haben sich in den letzten Jahren Laserverfahren etabliert. Auch die offene Operation ist möglich. Dabei wird durch einen Schnitt in der Bauchdecke operiert. Sie kommt zum Beispiel dann zum Einsatz, wenn die Prostata sehr stark vergrößert ist.

Die Komplikationen

Nachblutungen und Infektionen sind in seltenen Fällen möglich. Die Erektionsfähigkeit und die Blasenkontrolle können kurz nach dem Eingriff beeinträchtigt sein. Dauerhafte Erektionsstörungen und Inkontinenz als Operationsfolgen sind aber selten, wie Forschungsergebnisse zeigen.

Alternativen zur Operation

Etwa 70 von 100 Männern, die mit Be- schwerden den Arzt aufsuchen, entscheiden sich für eine medikamentöse Behandlung. Am häufigsten kommen Medikamente zum Einsatz, die zur Entspannung der Harnwegsmuskulatur führen und gegen die Probleme beim Wasserlassen helfen.

Die Qualitätsindikatoren

Ein Kriterium bei der Bewertung ist beispielsweise die Gabe von Bluttransfusionen innerhalb von 30 Tagen nach dem Eingriff. Sie wird, ebenso wie die Durchführung erneuter Eingriffe bei Nachblutungen, als Komplikation gewertet. Neben den erneuten Eingriffen an der Prostata, der Harnröhre oder dem Harnleiter innerhalb eines Jahres wird auch in diesem Leistungsbereich die Sterblichkeit berücksichtigt. Obwohl sie bei einer geplanten Prostata-Operation äußerst gering ist, gehen Todesfälle innerhalb von 30 Tagen nach der Operation mit in die Bewertung ein.

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