Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Leipziger Transfusionsmedizin 85 Jahre Transfusionsmedizin in Leipzig - Vorreiter für Deutschland
Mehr Gesundheit Leipziger Transfusionsmedizin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
  • weitere
    12:27 13.04.2018
    Zum Lebensretter werden in höchstens zehn Minuten: mit einer Blutspende bei der Blutbank der Uniklinik Leipzig. Quelle: Stefan Straube/UKL

    Das Institut für Transfusionsmedizin des Universitätsklinikums Leipzig feiert in diesem Jahr das 85-jährige Bestehen des ersten organisierten Blutspendenachweises in Deutschland.

    Angefangen hatte alles mit einer „Amtlichen Bekanntmachung“ in einer Leipziger Tageszeitung: Am 8. Dezember 1933 erschien in der Messestadt der erste öffentliche Aufruf, sich als Blutspender registrieren zu lassen. Die Leipziger Spendervermittlung war im damaligen Krankenhaus St. Jacob in der Johannisallee 32 beheimatet, hier wurde das erste überregionale Blutspenderregister Deutschlands aufgebaut.

    Auf die Anzeige meldeten sich 200 Männer zur medizinischen Untersuchung, von denen 72 zugelassen wurden. Die so erfassten Vollblutspender wurden direkt an die Leipziger Hospitäler und Arztpraxen vermittelt.

    Leipzig war nicht die erste deutsche Blutbank, in Berlin und Frankfurt am Main gab es zu Beginn der 30er Jahre bereits ähnliche Einrichtungen. Die Leipziger Medizin war jedoch Vorreiter bei der  Organisation und Durchführung des Blutspendens und setzte so die Standards für die kommenden Jahrzehnte. Verantwortlich dafür war der Leipziger Hochschulprofessor für Innere Medizin, Paul Morawitz. Der Arzt forschte viele Jahre am Lebenssaft Blut und setzte sich für die Akzeptanz der Therapie durch Bluttransfusionen ein. 1933 beauftragte er schließlich seinen Assistenten Dr. Karl Adolf Seggel, die Blutspenderkartei aufzubauen. Nur drei Jahre später waren bereits 530 Blutspender registriert, 1000 erfolgreiche Transfusionen durchgeführt.

    Doch die Vermittlung der Spender war schwierig, gerade wenn Notfallpatienten kurzfristig mit Blut versorgt werden mussten. Das Telefon war in dieser Zeit noch nicht verbreitet und Apparate standen in der Regel nur bei Dienststellen oder in Firmen. Daher wurden die Spender stets über die Polizeiwache alarmiert und von zu Hause abgeholt. „Der Spender musste dorthin kommen, wo der Patient lag. Das konnte im Umland Leipzigs sein oder in  Ostsachsen, aber auch bis nach Berlin, Thüringen oder Bayern wurden Leipziger Blutspender vermittelt“, erläutert Oberärztin Dr. Elvira Edel, Kommissarische Leiterin am Institut für Transfusionsmedizin Leipzig. „Die Bluttransfusion erfolgte in jenen Tagen direkt von Vene zu Vene, das heißt der Spender lag direkt neben dem Patienten, getrennt durch einen Vorhang. Später erfolgten die Transfusionen über eine Laborflasche, in der das Blut durch eine spezielle Lösung für mehrere Stunden ungerinnbar gehalten wurde“, so Elvira Edel.

    Waren Frauen anfangs von der Blutspende ausgeschlossen, änderte sich das 1941 durch die akuten Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges. Rund 180 Frauen waren dann in der Spenderkartei registriert.

    Ab 1962 wurde das Leipziger Bezirksblutspendeinstitut in der Delitzscher Straße neu aufgebaut und so die kontinuierliche Versorgung mit Blutkonserven und Blutplasma garantiert. Die Auftrennung des Blutes in seine Bestandteile, in die roten Blutzellen (Erythrozyten) und in das Blutplasma, wurde mit der Maßgabe etabliert, dem Patienten nur noch die Bestandteile zu transfundieren, die er wirklich brauchte.

    „1980 erweiterte sich das Leistungsspektrum stark, indem auch Knochenmarktransplantationen in Leipzig durchgeführt wurden. Die erste Knochenmarktransplantation bei einem 15-Jährigen war erfolgreich“, erzählt Elvira Edel, die bereits seit 1984 als Transfusionsmedizinerin am Institut beschäftigt ist.

    Die Jahre nach der politischen Wende waren vom Strukturwandel geprägt: 1991 kam es zur Fusion des Bezirksinstitutes für Blutspende- und Transfusionswesen Leipzig mit dem universitären Gebietsblutspendedienst zum Institut für Transfusionsmedizin an der Universität Leipzig. Vier Jahre später wurden die damalige Immunologie und Transfusionsmedizin im Institut für Klinische Immunologie und Transfusionsmedizin der Uni zusammengeführt. 2002 erlangte das Institut für Transfusionsmedizin seine Eigenständigkeit unter dem Dach des Universitätsklinikums Leipzig.

    Ab 2011 hieß es dann „Rückkehr zu den Wurzeln“: Das denkmalgeschützte Gebäude in der Johannisallee 32 wurde durch eine 7,8 Millionen teure Sanierung zu einem hochmodernen universitären Spendezentrum umgebaut. Zwei Jahre später, im August 2013, erfolgte dann der Zusammenschluss der beiden Institutsteile „Mitte“ und „Nord“ auf dem Campus der Uniklinik im Institut für Transfusionsmedizin.

    Mit seinem Leistungsspektrum gehört das Blutspendeinstitut am UKL zu den größten universitären Blutspendeeinrichtungen in Deutschland. Seit Beginn des Blutspendens in Leipzig wurden durch das Institut für Transfusionsmedizin bis heute über zwei Millionen Blutprodukte aus Vollblutabnahmen, Plasma- und Thrombozytapheresespenden hergestellt. Basis dieser Blutspenden waren bislang etwa 142 000 engagierte Blutspender. Elvira Edel schätzt deren uneigennützigen Einsatz sehr, denn sie weiß: „Wir garantieren eine komplette Selbstversorgung der Leipziger Uniklinik mit Blutprodukten. Ohne die kontinuierliche Unterstützung all unserer Spender wäre die bedarfsgerechte Versorgung der Patienten am UKL jedoch schlicht undenkbar“.

    Lokales Schuldirektor hilft Cybermobbing-Opfern - Leipziger Lehrer rät Betroffenen zu Offenheit

    Leipzig im Sommer 2017 – die großen Ferien sind fast vorbei, die Schülerinnen und Schüler genießen die letzten Tage am Cospudener See oder an der Schladitzer Bucht. Bevor man sich trifft, verabredet man sich per WhatsApp, lockere Bemerkungen fliegen hin und her, die 16-jährige Lea tippt mit, heute will sie auch dabei sein – und auf einmal stehen da diese zwei Wörter in der Onlinegruppe, wie hingespuckt: „Du Opfer!“

    16.11.2017

    Ein beeindruckendes Bild, das sich Ende Oktober in der Agrarproduktion Elsteraue in Zwenkau geboten hat. Rund 140 Kräfte aus dem Kreis Leipzig waren in den Stallungen des Landwirtschaftsbetriebes im Einsatz, probten den Ausbruch der Schweinepest. Es war eine von zwei Großübungen, mit denen der Katastrophenschutz des Kreises jedes Jahr das überörtliche Zusammenspiel seiner Einheiten trainiert.

    16.11.2017
    Mehr Buchvorstellung mit Thomas Gasch - Leserforum zur Altersvorsorge in der LVZ-Kuppel

    Im Rahmen der Serie zu Fragen rund um das Thema Sicherheit lädt die LVZ zu einem Leser-Forum am 17. November ein. Zu Gast in der Kuppel im Medienhaus am Peterssteinweg ist der Autor Thomas Gasch. Er stellt sein Buch „Mach die Rente zu deinem Projekt!" vor. Hier alle Infos zur Veranstaltung!

    17.11.2017
    Anzeige