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Tag der Pflege Viele Fragen, viele Antworten - „Tag der Pflege“ bei der LVZ
Mehr Gesundheit Tag der Pflege Viele Fragen, viele Antworten - „Tag der Pflege“ bei der LVZ
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11:12 08.05.2018
Kennen sich beim Thema Pflege aus: Die Referenten Anja Weißbach, Karin Krohn, Kathleen Mehrfert, Dr. Karin Alice Ludewig und Professor Christoph Thümmler (von links). Quelle: André Kempner
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Die Pflege ist eine der größten akuten und gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland. Dennoch liegt die Hemmschwelle, sich mit der teils komplexen Materie auseinanderzusetzen und unbequeme Fragen zu diesem Thema zu stellen, weiterhin sehr hoch. Nicht so am Sonnabend im LVZ-Medienhaus am Peterssteinweg 19: Im Rahmen ihrer Gesundheitskampagne „Fit & Gesund“ lud die Leipziger Volkszeitung interessierte Zuhörer zum „Tag der Pflege“ ein. Experten des Pflegeheimbetreibers Alloheim und des Helios Park-Klinikums Leipzig standen Rede und Antwort.

Neuigkeiten verkündete Professor Christoph Thümmler, Chefarzt der Klinik für Akutgeriatrie und Frührehabilitation am Helios Park-Klinikum: Zum 1. Juni werde in Zusammenarbeit mit dem Herzzentrum eine Alterskardiologie eröffnet. Darüber hinaus werde es ab 1. August eine alterstraumatologische Station am Probstheidaer Standort geben: „Gerade auf die Folgen von Stürzen und Brüchen bei Senioren müssen wir anders eingehen als bei Jugendlichen oder jüngeren Erwachsenen“, so der Mediziner.

Helios-Kollegin Karin Alice Ludewig von der Institutsambulanz der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie erklärt, wie Sinnesverschlechterungen im Alter, ein eventueller Partnerverlust und soziale Isolation zusammenwirken, bis eine psychische Alterserkrankung ausbricht und einer Behandlung bedarf. Auch dürfe in diesem Zusammenhang das Thema Demenz nicht aus dem Blick verschwinden: „So etwas passiert nicht über Nacht, einer permanenten Demenz gehen bereits vier bis fünf Jahre kognitive Einbußen voraus“, sagt die Oberärztin.

Mit einer starken psychischen Herausforderung durch die komplett neue Lebenssituation sehen sich auch viele Menschen konfrontiert, die in ein Altenund Pflegeheim umziehen. „Sie verlassen ihr bisheriges, über viele Jahre und Jahrzehnte vertrautes Lebensumfeld und müssen sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden“, weiß Kathleen Mehrfert, Leiterin der Alloheim-Senioren-Residenz „An der Weißen Elster“. Die Pflegeteams nehmen sich der Menschen an, die nicht mehr in häuslicher Pflege betreut werden können und helfen ihnen nach Kräften, in der neuen Umgebung heimisch zu werden.

Ordnung in das bestehende Begriffs-Wirrwarr von Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Generalvollmacht bringt Anja Weißbach, die Leiterin des Sozialdienstes am Helios-Klinikum-Standort Leipzig. Sie unterstreicht, dass die Wünsche der Betroffenen für den Ernstfall immer schriftlich festgehalten sein müssen, idealerwiese auf einem rechtssicheren Vordruck. In jedem Fall müssten die Originale der Verfügungen und Vollmachten samt Unterschrift vorliegen, um wirksam zu sein. Kopien reichten nicht aus.

Welche Unterstützung sich die Menschen holen können, die ihre Angehörigen aufwändig zu Hause pflegen, erläutert Karin Krohn, Qualitätsmanagerin des Schleußiger Alten- und Pflegeheimes. Beispielsweise könnten die zu pflegenden Familienmitglieder in einer Tagespflege unterkommen, um von 8 bis 16 Uhr fachgerecht sozial und medizinisch betreut zu werden. „Diese ambulante Pflegeart nimmt viel Druck von den Angehörigen, sie könnten zum Teil wieder einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder einfach einen eigenbestimmten Tagesablauf haben.“

Frank Schmiedel

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