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11:16 05.12.2018
Peter Hennekes ist Geschäftsführer des Deutschen Skilehrerverbands. Quelle: Stephanie Dillig/DSLV
Planegg

Ist man irgendwann zu alt fürs Wedeln durch frischen Pulverschnee? Nein, Skifahren ist auch im Alter möglich und hält fit. "Es gibt keine Grenze, man muss es wollen, und man muss es können", sagt Peter Hennekes, Geschäftsführer des Deutschen Skilehrerverbands.

"Bestimmte Positionen können für Knie und Hüften unangenehm sein", gibt Luca Mariotti zwar zu bedenken. Ohne Vorerkrankungen wie Arthrose sei es aber durchaus möglich, auch als Best Ager noch mit dem Skifahren anzufangen oder bereits vorhandene Kenntnisse aufzufrischen, sagt der Skilehrer und Dozent an der Deutschen Sporthochschule Köln.

Gelenke entlasten

Bestimmte Techniken können hier helfen, weiß Ralf Holzer, Mitglied des Bundeslehrteams im Deutschen Skiverband. Das heißt zum Beispiel größere Radien bei mäßigem Tempo fahren und eine höhere Körperposition einnehmen, um Sprung-, Knie- und Hüftgelenke zu entlasten. "Man legt sich mit dem gesamten Körper in die Kurve, ähnlich wie ein Motorradfahrer, und schont so wiederum die Gelenke", erklärt der Mediziner.

Wer länger nicht mehr auf Skiern stand, sollte sich zu Beginn des Urlaubs einen Kurs bei einem Skilehrer gönnen. Und wer im Alter mit der Abfahrt beginnen will, besucht am besten einen Anfängerkurs. Viele Skigebiete bieten mittlerweile spezielle "Best Ager-Kurse" an.

In Begleitung fahren

Manche ältere Sportler werden angesichts des häufig dichten Verkehrs auf der Piste ängstlich. Hennekes empfiehlt in so einem Fall, sich einen Begleiter zu suchen. Dazu reicht der Partner oder eine andere vertraute Person. "Eine Gruppe wird auf der Piste anders wahrgenommen als ein Einzelgänger", sagt Hennekes.

Die anderen Fahrer reagieren zurückhaltender, die Gefahr einer Kollision wird gemindert. Wer es nicht mehr so voll mag, geht lieber unter der Woche und nicht gerade in den Schulferien Skifahren.

Die richtigen Ausrüstung und Vorbereitung

Auch das Material will gut gewählt sein: Günstig sind kürzere Skier, maximal körperlang, oder sogenannte Rocker-Ski, deren Spitze etwas stärker angehoben ist. Die Bretter sollten nicht zu stark tailliert sein, das garantiert einen besseren Stand. So fällt den Experten zufolge das Fahren und in die Kurven legen leichter. Ein Helm ist wie für alle Skifahrer ein Muss.

Die Schuhe können etwas weicher und bequemer ausfallen. Eventuell ist eine Skibrille sinnvoll, unter die eine normale Sehhilfe passt. Oder man wählt eine Ski- beziehungsweise Sonnenbrille mit Sehstärke. Rückenprotektoren können die Ausrüstung komplettieren.

Da man mit dem Alter weniger beweglich und entsprechend unsicherer wird, ist eine gute Vorbereitung das A und O. Schon vor dem Winter ist jede Art von Bewegung geeignet, sei es Walken, Radfahren oder Wandern. Mindestens einen Monat vor der Saison kommt die Skigymnastik ins Spiel, die von vielen Turnvereinen angeboten wird. Sie stärkt die Muskulatur und fördert den Gleichgewichtssinn. Vor Ort sind Aufwärmübungen hilfreich, etwa eine flotter Spaziergang zum Lift.

dpa

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