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Ist Veganismus nur ein Lifestyle-Trend?

Veganismus Ist Veganismus nur ein Lifestyle-Trend?

Längst ist das vegane Essen in aller Munde angekommen. Wo sich die Leute bei dem Thema vor einigen Jahren noch ratlos angeschaut haben, weiß heute fast jeder, was einen vegetarischen und was einen veganen Lebens- und Ernährungsstil auszeichnet. Aber ist vegan zu leben nur ein Trend oder steckt mehr dahinter?

Veganes Essen ist abwechslungsreicher, als viele glauben.

Quelle: fotolia.de ©Alexander Raths

Tut es Menschen und Umwelt gut, tierische Produkte aus der Ernährung oder gar aus dem gesamten Leben zu streichen?

Trend oder Thema: Gesundheitsbewusstsein und seine Folgen

Der Veganismus ist - grob gesagt - erst einmal eine Einstellung, die aus dem Vegetarismus entstanden ist. Vegan Lebende gliedern sich in zwei Gruppen: Die einen meiden alle Nahrungsmittel tierischen Ursprungs, also nicht nur Fleisch und Fisch, sondern auch Milchprodukte, Eier usw. Die anderen meiden die gesamte Nutzung tierischer Produkte. Sie tragen beispielsweise keine Kleidung aus Leder oder Schurwolle und versuchen den Gebrauch und Konsum jeglicher Produkte zu vermeiden, für deren Herstellung Tiere oder deren Erzeugnisse verwendet wurden.

Längst ist der vegane Lebensstil nicht mehr nur als Randerscheinung zu registrieren. Hier haben sich vor allem zunehmend mehr Menschen für die erstere Variante entschieden und verzichten auf den Verzehr von Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs. In den letzten Jahren hat sich der Veganismus geradezu zu einem „Trend“ entwickelt. Immer mehr Leute springen auf den Zug mit auf, stellen ihre Ernährung um und bekennen sich öffentlich dazu, ab jetzt vegan zu leben. Manche Fleischessern kritisieren ein gewisses Missionierungsverhalten vieler Veganer – jeder könne sich schließlich so ernähren, wie er wolle. Genau das gleiche Argument lässt sich aber auch in umgekehrter Weise anbringen: Veganer sollten sich vegan ernähren und das genauso thematisieren dürfen, wie Fleischesser die Vorteile des Fleischkonsums.

Neben Gründen der Tierethik und des Umweltschutzes ist vor allem das Gesundheitsbewusstsein als Argument vieler Veganer in den letzten Jahren in den Vordergrund gerückt. Wer tierische Produkte meidet und stattdessen mehr Gemüse, Obst, gute Fette und Kohlenhydrate zu sich nimmt, bekommt seltener Diabetes, senkt das Risiko für Herzerkrankungen und das für Krebs. Nährstoffe, wie Magnesium, Ballaststoffe und viele mehr, werden von Veganern oftmals in deutlich angemessenerer Höhe mit der Nahrung aufgenommen, als von Personen, die sich konventionell ernähren.

Der Trend scheint also nicht unbedingt ein schlechter zu sein. Aber wie ist er entstanden, wie hat er sich verbreitet und ist das vegane Leben für alle Menschen geeignet?

Veganismus als Trenderscheinung – Prominente Vertreter und ihre Argumente

Social Media und erschütternde Dokus

Videos über Veganismus

Auch viele YouTuber stellen inzwischen Videos über Veganismus ins Netz.

Quelle: fotolia.de ©milanmarkovic78

Die starke Verbreitung des Veganismus in den letzten Jahren ist vor allem auf zwei Entwicklungen zurückzuführen: Zum einen auf die sozialen Medien und zum anderen auf oftmals erschütternde Dokus, die der Fleisch und Fisch im Überfluss verzehrenden Gesellschaft einen Spiegel vorhalten und indirekt dazu auffordern, den bisherigen, gewohnten Konsum zu überdenken.

In den sozialen Medien sind es wiederum mehrere Entwicklungen, die parallel laufen. So sprießen immer mehr vegane Blogs und Seiten auf Facebook, Instagram und Co. aus dem Boden. Sie klären über die Vorteile des veganen Lebens auf, es werden Tipps für einfache vegane Lebensmodelle oder auch konkrete Rezeptideen mit Alternativen für tierische Produkte gepostet. Oftmals geht es dabei auch ganz ohne den häufig unterstellten missionarischen Eifer zu.

Auf Facebook und YouTube machen regelmäßig Schauervideos die Runde: Meist sind es Aufnahmen diverser Tierschützer und Aktivisten, die sich als investigative Journalisten engagieren und sich Zugang zu Massentierhaltungsbetrieben und ähnlichen Einrichtungen verschaffen. Dort halten sie die oftmals gegen deutsche Tierschutzgesetze verstoßenden Bedingungen auf Video fest, um nichtsahnende Konsumenten aufzuklären (dazu mehr im Abschnitt „ Tierleid und Wissenschaft“). Gerade über die sozialen Medien und Videoplattformen lassen sich solche Videos natürlich schnell verbreiten und werden geradezu viral. Der Trend des Veganismus kann dadurch schneller und flächendeckender entstehen. Aber auch explizite Dokumentationen, die sich dem Thema widmen und es näher beleuchten, tragen ihren Teil dazu bei.

Eine bekannte Dokumentationen zum Thema - Internet Movie Datenbank gibt eine Bewertung von 8,4 von 10 - ist „ Cowspiracy“. Die Dokumentation geht der Frage auf den Grund, warum die Tatsache, dass die Viehzucht und Landwirtschaft dem Klima in immenser Weise schadet, im öffentlichen Bewusstsein quasi inexistent ist. Die Dokumentation berichtet über den Einfluss, den der enorme Hunger und die Lust nach Fleisch auf den Planeten hat. Selbst wenn vor der Aufklärung durch derlei Videos und Filme noch kein Interesse für die Thematik geherrscht hat, bleibt bei vielen Menschen dennoch zumindest ein wenig davon hängen. Der ein oder andere hat vielleicht sogar eine Art „Erweckungserlebnis“ und ändert seinen Lebensstil.

Prominente Helfer

Prominente Persönlichkeiten hatten schon immer einen großen Einfluss auf das Verhalten vieler Menschen. Sie dienen oftmals als Idole, als Vorbilder für ganze Lebensstile und Einstellungen. Vor allem trifft das auch auf Hollywoodschauspieler zu, die durch ihre diversen Rollen in Filmen, aber auch durch ihre Interviews, eine immense Bandbreite eines heterogenen Publikums ansprechen. Viele von ihnen folgen dem Trend des Veganismus und verzichten inzwischen auf tierische Produkte. Selbst wenn sie dies nicht immer öffentlich kundtun oder gar propagieren, sind die Medien und Journalisten, was Hollywood betrifft, wie Haie: Alles gilt als brandheiße neue Meldung – und die Umstellung auf ein veganes Leben ist spannend genug, um sie zu thematisieren.

So beeinflussen viele prominente Veganer und Veganerinnen ihre Fans und Anhänger in direkter oder indirekter Weise und verbreiten damit die Vorteile des veganen Lebens weiter. Zu ihnen gehören unter anderem:

  • Alicia Silverstone
  • Johnny Depp
  • Natalie Portman
  • Anne Hathaway
  • Casey Affleck
  • Demi Moore
  • Joaquin Phoenix
  • Miley Cyrus

Quelle: vebu.de

Auch immer mehr deutsche Prominente, wie Schauspieler Christoph Maria Herbst (bekannt vor allem aus seiner Hauptrolle in „Stromberg“), bekennen sich öffentlich zur veganen Lebensweise und bekunden ihre Abneigung gegen zu viel Fleischkonsum. Zwar missioniere Herbst nicht und sei ein toleranter Veganer, allerdings gehöre Massentierhaltung im Grunde verboten: „Es gibt diesen schönen Satz: 'Wenn die Mauern der Schlachthöfe aus Glas wären, dann würde niemand mehr Fleisch essen‘ ", so der Schauspieler gegenüber einem Online-Magazin.

Einige deutsche Promi-Veganer:

  • Kaya Yanar
  • Thomas D. von den Fantastischen Vier
  • Hannes Jaenicke
  • Nena
  • Moses Pelham
  • Attila Hildmann

Quelle: ekitchen.de

Tierleid und Wissenschaft

Was Christoph Maria Herbst anspricht ist nicht einfach nur ein leeres Statement. Denn wie bereits erwähnt, herrschen in einigen Betrieben, die Massentierhaltung betreiben, katastrophale Zustände, die leider oftmals nicht aufgedeckt werden. Erst 2016 sorgte ein Skandal für großes Aufsehen in den sozialen Medien: Die Videoaufnahmen eines Tierschützers, die SternTV nach der Einsendung veröffentlichte, zeigten drastische Tierschutzverstöße in einem Schweinemastbetrieb. Der schwäbische Betrieb, der einer der Hauptlieferanten für eine Wurstfirma ist, die ihre Produkte wiederum an bekannte Supermarktketten vertreibt, trug das QS-Prüfsiegel und Qualitätszeichen Baden-Württemberg. Vollkommen zu Unrecht, denn die Aufnahmen des Tierschützers dokumentierten nicht nur eine Überlagerung der Buchten, also eine viel zu geringe Bewegungsfreiheit der Tiere, vielmehr zeigten sie auch zahlreiche kranke, leidende und verendende Tiere.

Schweine

Erschreckende Bilder aus Massentierhaltungsbetrieben bringen immer mehr Menschen zum Vegetarismus oder gar Veganismus.

Quelle: fotolia.de ©Countrypixel

Der Aspekt des Tierleids, das mit derartigen Videos vielen Menschen deutlich bewusster wird, geht mit den gesundheitlichen Folgen einer veganen Ernährung einher, die von wissenschaftlichen Studien in den vergangenen Jahren immer mehr erforscht wurden.

Eine recht junge Studie (engl.) zum Beispiel wies darauf hin, dass hohe Dosen Vitamin B12 auf lange Sicht möglicherweise das Lungenkrebsrisiko erhöhen könnten. Vitamin B12 kommt vor allem in Fleisch vor, weshalb die vegane Lebensweise lange Zeit kritisiert wurde. Es sei unnatürlich und kein gesunder Lebensstil, wenn Vitamine, wie B12 bei veganer Ernährung durch Nahrungsergänzungsmittel hinzugefügt werden müssten. Mit Studien, wie der Erwähnten allerdings, zeigen sich immer mehr auch die Vorteile einer veganen Ernährung.

Andere wissenschaftliche Studien wiederum zeigen, dass die vegane Ernährung das Gesamt-Krebsrisiko um 15 Prozent vermindert, während die ebenfalls signifikante Risikoreduktion bei vegetarischer Ernährung nur etwa bei der Hälfte liegt.

Allerdings finden sich zu vielen Sachverhalten unterschiedliche Studien und jede These kann von auch von einem Experten stimmig begründet werden.

Einflussbereiche: Wo ist der vegane Lifestyle erkennbar?

Der Veganismus ist, wie bereits erwähnt, inzwischen in der breiten Gesellschaft angekommen. Fast schon lässt er sich nicht mehr als Trend bezeichnen – er ist zu einer Lebenseinstellung geworden, wie der Vegetarismus und ist aus dem Leben vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. In erster Linie lässt sich die Umstellung auf ein veganes Leben in Milieus beobachten, in denen viele junge Menschen leben – seien es Universitätsstädte, Szeneviertel in Großstädten oder bei Menschen, die in neueren Wohnkonzepten zusammenwohnen und für progressive und neuartige Ideen schnell zu begeistern sind.

Weiterhin ist der vegane Lebensstil bei vielen Prominenten angekommen, seien es Schauspieler, Sänger oder anderweitig in der Öffentlichkeit präsente Menschen, die den Veganismus vielleicht nicht nur für sich und ihre eigene Gesundheit entdeckt haben. Sie nutzen ihn mitunter auch als Plattform, um ein bestimmtes Image von sich zu repräsentieren; als die oder der Gesundheits- und Umweltbewusste. Solange sie damit eine gute Sache und einen nachhaltigen Lebensstil vertreten und faktisches Wissen darüber preisgeben, kann dagegen nichts eingewendet werden.

Eistüte wird festgehalten

Immer mehr Veranstaltungen und Festivals beschränken sich auf fleischloses Essen.

Quelle: fotolia.de ©progressman

Auch immer mehr Gruppierungen, die sich dem veganen Leben verschrieben haben, entstehen weltweit. Das spiegelt sich nicht nur in den zahlreichen neuen Websites, Blogs und Aktivitäten im Internet, sondern zum Beispiel auch in deutscher Fußballstadionkost, wie auch bei RB Leipzig, oder auf vielen Food-Festivals wieder, die rund um den Veganismus entstehen. Sogar auf dem Fusion-Festival, eines der größten deutschen Festivals für elektronische Musik, Performance und Kunst, steht für die inzwischen jährlich 70.000 Gäste meist nur veganes oder vegetarisches Essen zur Verfügung. Beschwerden gibt es selten, im Gegenteil schwärmen die meisten Besucher von der fantastischen Lebensmittelversorgung und der Auswahl der diversen Speisen.

Beim älteren Teil der Bevölkerung dagegen stößt der Verzicht auf Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte oftmals noch auf Unverständnis. Doch das ist zu erklären: Radikale neuartigere Lebensgestaltungen beißen sich nicht zum ersten Mal mit traditionelleren und oftmals konservativen Vorstellungen einer oder mehrere Generationen vorher. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Einstellung in den nächsten Jahren ändert.

Immerhin ist der Veganismus in den öffentlichen und einflussreichen Medien angekommen und wird auch von Köchen und Ernährungsexperten, wie Attila Hildmann, der durch seine Vegan-Kochbücher berühmt wurde, in Talkshows und anderen Formaten entsprechend vertreten. Immer seltener hören die Leute weg, immer häufiger wird zumindest ihr Interesse hinsichtlich gesundheitlicher Aspekte geweckt. Die Frage bleibt nur: Ist der Veganismus für jeden geeignet oder gibt es Menschen, denen diese Ernährungsweise nicht gut tut?

Für jeden geeignet? Eine Bestandsaufnahme

Sportler

Sowohl die Tierschutzorganisation PETA, als auch die größte Interessenvertretung für vegan und vegetarisch lebende Menschen in Deutschland, die VEBU, propagieren einen veganen Lebensstil auch für Sportler. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass Sportler, die vegan leben, genauso erfolgreich sein können, wie nicht vegane Sportler. Das Klischee, dass ohne Fleisch, Fisch und Eier ein dauernder Proteinmangel herrschen würde und Kraftsportler und Bodybuilder vegan niemals erfolgreich sein könnten, ist widerlegt. Dass pflanzliche Proteinalternativen, wie das Sojaprotein, durchaus als Ersatz für tierische Erzeugnisse dienen können, ist nachgewiesen. Soja als wichtiger Proteinlieferant ist vor allem in Bodybuilderkreisen weit verbreitet. Neben dem vollwertigen Eiweiß ist die Bohne noch aufgrund vieler weiterer gesunder Inhaltsstoffe beliebt. Sie liegt mit ihrer biologischen Wertigkeit – welche die ernährungsphysiologische Qualität widerspiegelt – noch über dem hierzulande viel verzehrten Roggen- oder Weizenprotein.

Obstsalat für Sportler

Eine vegane Ernährung für Sportler ist möglich, solange genügend Eiweiß zugeführt wird.

Quelle: fotolia.de ©Rasulov

Soja-, Reis- oder Hanfproteinisolate können durchaus Alternativen für das berühmte und beliebte Whey-Protein darstellen. Vor allem auch für Sportler mit Laktoseintoleranz, die das Whey-Protein nicht vertragen, sind pflanzliche Isolate eine echte Alternative.

Allerdings kann eine vegane Ernährung für Sportler mitunter zeitintensiver sein. Denn wer so wenig Proteinisolate wie möglich verwenden und sich seine Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß) vor allem aus der pflanzlichen Nahrung ziehen will, muss die richtigen Lebensmittel dazu kennen und gut kombinieren.

Zu den proteinreichsten Pflanzen gehören:

  • Quinoa, Amaranth, Hanfsamen, Sojasamen, echter Buchweizen, und Spirulina
  • Hülsenfrüchte, wie Sojabohnen und deren Erzeugnisse (Miso, Natto, Tempeh, Tofu), Bohnen, Linsen, Erbsen, Süßlupine, Erdnüsse
  • Nüsse und Samen, wie Cashewkerne, Haselnüsse, Walnüsse, Mandeln, Kürbiskerne und Sonnenblumenkerne
  • Getreide, insbesondere Mais, Weizen, Reis, Hafer, Roggen, Dinkel, Gerste und Hirse
  • Sprossen

Kinder

Höhere Dosen Vitamin B12 können auf lange Sicht negative Folgen haben. Auf der anderen Seite verhält es sich mit zu geringen Dosen B12 und damit einem schnell folgenden Vitaminmangel nicht anders. Gerade Kinder brauchen das Vitamin dringend, da es für die gesunde Blutbildung, die Teilung ihrer Zellen und die Nerven wichtig ist. Da es von Bakterien hergestellt wird, die im Verdauungstrakt von Tieren leben und dadurch vor allem in deren Fleisch, sowie in geringeren Mengen in Eiern und Milch vorhanden ist, wird dazu geraten, Kinder nicht vollkommen vegan zu ernähren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung etwa, sowie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte raten von einer veganen Lebensweise für Kinder ab.

Ältere Menschen

Anders als bei jungen Menschen, sieht es bei den älteren Menschen ab 65 Jahren aus. Vebu berichtet von einer niederländischen Studie, bei der die Zufuhr der meisten wichtigen Nährstoffe bei vegetarisch und vegan lebenden Senioren bedarfsdeckend und deren Versorgung insgesamt sogar besser ausfiel, als dies bei vergleichbaren nicht-Veganern der Fall war.

Mehrere wichtige Nährstoffe für das Alter nehmen Veganer häufig in höherem und angemessenerem Maße zu sich, als Fleischesser. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Kalzium : Die Kalziumversorgung ist bei geringerem Fleischkonsum deutlich besser, da viele tierische Produkte für eine erhöhte Ausscheidung des Nährstoffes sorgen. Wer genügend Kalzium zuführt, kann den Rückgang der Knochenmarksdichte verringern.
  • Folat : Folat findet sich vor allem in Gemüse und Vollkorngetreide, in Lebensmitteln also, die von älteren vegan Lebenden häufiger und in größeren Mengen konsumiert werden. Folat benötigt der menschliche Körper unter anderem um DNS und RNS zu synthetisieren und zu reparieren. Um Verluste des Nährstoffes bei der Verarbeitung zu vermeiden, sollte ein Teil des Gemüses unzubereitet und als Rohkost konsumiert werden.
  • Auch Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe sowie Antioxidantien werden von älteren Menschen in höherem Maße benötigt. Bei Veganern liegen die Werte deutlich über denen der Fleischesser, weil die konsumierte Menge an pflanzlichen Produkten in der Regel größer ist.

Schwangere

Wie auch für Kinder und Babys, gilt für Schwangere mit Nachwuchs im Bauch, dass eine vegane Ernährung nicht unmöglich, aber auch nicht ganz einfach ist. Denn eine Schwangere braucht 50 bis 80 Gramm Eiweiß am Tag, ab dem vierten Schwangerschaftsmonat sogar noch einmal rund zehn Gramm mehr. Über eine rein pflanzliche Ernährung ist dieser Bedarf lediglich mit einem sehr genauen Plan zu decken. Denn Haferflocken enthalten auf 100 Gramm beispielsweise nur etwa zehn Gramm Eiweiß, Tofu acht Gramm; Schweinefleisch oder Gouda dagegen beide knapp 26 Gramm. Eier bringen immerhin 13 Gramm Eiweiß auf 100 Gramm.

Schwangere beim Essen

Schwangere sollten bei veganer Lebensweise vor allem auf genügend Eiweiß, sowie Vitamin B12 achten.

Quelle: fotolia.de ©nd3000

Gerade auf die erhöhte Eiweißzufuhr mit Hülsenfrüchten, Quinoa & Co. sollte daher ausreichend geachtet werden. Auch das vielfach genannte Vitamin B12 ist nicht zu vernachlässigen. Folgen schwangere Frauen einem genauen Plan und halten ihre Nährstoffaufnahme vielleicht sogar in einer Art Tagebuch fest, kann die vegane Ernährung dennoch eine Alternative sein und muss in der Schwangerschaft nicht ausgesetzt werden.

Eiweiß in ausgewählten Lebensmitteln je 100 Gramm:

  • Schweinefleisch 26 Gramm
  • Gouda 26 Gramm
  • Erdnüsse 25 Gramm
  • Putenbrust 23 Gramm
  • Mandeln 20 Gramm
  • Eier 13 Gramm
  • Haferflocken 10 Gramm
  • Tofu 8 Gramm
  • Jogurt 1,5% 3 Gramm  

Fazit: Trend oder tunlichst umzusetzen?

Der Veganismus war und ist ganz klar eine Trenderscheinung. Dass dieser Trend sich allerdings zu einer flächendeckenden und bei vielen Leuten festverankerten Lebensweise entwickelt hat, ist ebenfalls nicht abzustreiten. Und auch ihn zu verurteilen wäre schlichtweg töricht, denn die gesundheitlichen und ethischen Aspekte der veganen Lebensweise können überzeugen. Der Veganismus darf natürlich nicht zu einer erzwungenen Ideologie werden. Jeder sollte so leben dürfen, wie er möchte, solange er damit niemandem Schaden zufügt. Und das tun Veganer, solange sie auf eine ausreichende und ausgewogene Nährstoffzufuhr achten, keinesfalls. Im Gegenteil – zumindest der Umwelt tun sie häufig einen Gefallen.

Redaktion

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