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Aktuelles Der Google Home Max im Test
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11:23 11.09.2018
Google will beim Home Max mit künstlicher Intelligenz den Klang der Lieblingsmusik verbessern. Wie genau, verraten die US-Amerikaner aber nicht. Quelle: Franziska Gabbert
Berlin

"Hast du neue Boxen?", fragt der Nachbarbar eines Abends beim zufälligen Treffen am Briefkasten. "Oh, das hörst du?" Die Befürchtung war schon tagelang da. Grund ist der Google Home Max, ein Lautsprecher mit so viel Bass, dass auch die Nachbarn "Freude" dran haben.

Eine knappe Woche wohnt Googles neuester smarter Lautsprecher nun schon im Wohnzimmer auf der Kommode. Groß wie ein halber Bierkasten, knapp 5,5 Kilo schwer, aus mattweißem Kunststoff mit grauer Stoffbespannung - vom Design her passt er ganz gut zu Zusammenbau-Möbeln aus Schweden.

Es ist nicht Googles erster Lautsprecher. Doch während Google Home und Google Home Mini Audiofreunde kaum in Aufregung versetzen, lag beim Home Max der Fokus der Entwickler um Mark Spates auf dem Klang. Der Google Home Max soll nicht nur Fragen beantworten, das Smart Home steuern und Musik abspielen. Er soll dabei auch noch gut klingen.

Die Einrichtung ist denkbar einfach. Einschalten, kurz warten, während die vier bunten LED hinter der Stoffbespannung blinken, Google-Home-App aufrufen, Gerät mit Konto verknüpfen, WLAN-Passwort eingeben, fertig. Jetzt kann der Home Max per "Hey Google", "OK Google" und lustigerweise auch per "Hey Bubu" aktiviert werden und spielt auf Kommando Radiosender ab, die Lieblingsmusik über Streamingdienste wie Spotify, Play Music oder Youtube Music Unlimited oder erinnert nach elf Minuten an die Pasta auf dem Herd.

Damit das funktioniert, lauscht der Home Max mit einem Fernfeld-Mikrofon-Array aus mindestens vier Mikrofonen in den Raum, bis er sein Aktivierungskommando hört. Ab dann werden alle - wirklich alle - Sprachkommandos aufgezeichnet, zu Google geschickt, ausgewertet und im Google-Konto gespeichert.

Doch wie sieht es jetzt mit der guten Musikwiedergabe aus? Für einen einzelnen Lautsprecher klingt der Google Home Max ziemlich gut. Er hat ordentlich Bass, hörbare Mitten und leider teils etwas verwaschene Höhen. Allerdings wird der Klang klarer, je weiter man aufdreht - die Nachbarn danken es.

Die Steuerung der Lautstärke und Wiedergabe erfolgt per Sprache, was bis zu einer gewissen Lautstärke auch ohne zu viel Schreien funktioniert. Die Empfindlichkeit der Mikrofone ist teils geradezu erschreckend gut. Deutlich praktischer ist aber die berührungsempfindliche Fläche - hier wird per Wischgeste lauter und leiser gemacht.

Im Alltag gewöhnt man sich schnell an "Bubu", wie der Lautsprecher nach kurzer Zeit wegen des Kommandos nur noch heißt. Einige Dinge lassen sich per Sprache wirklich viel einfacher lösen als per Smartphone. Morgens das Radio anschalten, Nachrichten abhören, Wetterbericht einholen. Praktisch. Auch smarte Lampen, Thermostate und Fernseher lassen sich steuern.

Allzu viel sollte man dem Gerät aber nicht zumuten. Denn der Google Assistant im Home Max ist nach wie vor kein wirklicher Assistent im eigentlichen Sinne. Man muss ihm dann doch alles sagen. Und weil die Befehle teils arg eng gefasst sind, braucht es häufiger mal mehrere Versuche - oft gibt es die Antwort "Tut mir leid, da kann ich noch nicht helfen".

Alles in allem ist der Google Home Max eine sinnvolle Erweiterung von Googles Lautsprecher-Portfolio. Der Klang ist in Ordnung, wenn auch etwas basslastig, Einrichtung und Bedienung gehen leicht von der Hand. Wer nicht dauernd mit dem Gerät sprechen will, kann viele Funktionen auch über die Google Home App für iOS und Android regeln.

Etwas fraglich ist, ob Google damit im hiesigen Markt den großen Treffer landen wird. Mit 400 Euro pro Stück ist der Home Max nicht gerade im Einsteigersegment angesiedelt und an Konkurrenzprodukten mit Google Assistant, Siri oder Alexa an Bord mangelt es nicht. Ein bisschen Wehmut bleibt nach dem Auszug des Home Max zurück - wenn das Radio am Morgen wieder per Hand gestartet werden muss. Ein wenig. Nur der Nachbar, der vermisst ihn nicht.

dpa

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