Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Aktuelles EuGH stärkt Gegner von Online-Tauschbörsen
Mehr Multimedia Aktuelles EuGH stärkt Gegner von Online-Tauschbörsen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:42 14.06.2017
Die EuGH-Richter sieht die Online-Tauschbörse The Pirate Bay in der Verantwortung, wenn Nutzer dort Inhalte ohne das Einverständnis der Rechteinhaber bereitstellen. Quelle: Soeren Stache/dpa
Anzeige
Luxemburg

Der Europäische Gerichtshof hat Gegnern von Online-Tauschbörsen wie The Pirate Bay den Rücken gestärkt. Wenn Plattformen wissentlich und ohne Einverständnis der Rechteinhaber den Austausch von Filmen und Musik ermöglichten, könne gegen sie juristisch vorgegangen werden, entschieden die Richter.

Nach Auffassung der

EuGH-Richter erlaubt Pirate Bay eine "öffentliche Wiedergabe" geschützter Werke auch ohne Einverständnis der Rechteinhaber. Damit könnten die Verantwortlichen das Urheberrecht verletzen. Das sei auch der Fall, wenn es letztendlich die Plattformnutzer seien, die den Zugriff auf geschützte Medien ermöglichten.

Denn die Verantwortlichen hinter der Plattform wüssten sehr wohl von den illegalen Inhalten, urteilte der Gerichtshof. Statt den Tausch geschützter Inhalte zu stoppen, ermunterten die Pirate-Bay-Betreiber die Nutzer sogar dazu. Zudem werde die Plattform mit Gewinnabsicht betrieben und werfe "beträchtliche Werbeeinnahmen" ab, hieß es.

Die deutsche Musikbranche begrüßte das Urteil zu The Pirate Bay als lange überfällig. Mit ihm werde endlich "die zentrale Rolle dieser Plattform bei der illegalen Verbreitung von Inhalten" anerkannt, kommentierte Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie. Es handele sich um eine richtungsweisende Klarstellung, die die zukünftige Rechtsdurchsetzung gegenüber Plattformen auf eine neue Grundlage stellen werde.

Grund für das Verfahren am EuGH war ein Fall aus den Niederlanden. Dort will eine Stiftung Internetanbieter dazu bringen, Kunden den Zugang zu Pirate Bay zu sperren. Die Plattform ist ein sogenanntes Peer-to-Peer-Netzwerk, über das Website-Besucher dezentral kostenlos auf Filme und Musik zugreifen können, die auf Rechnern anderer Nutzer liegen.

Internetaktivisten vom Chaos Computer Club (CCC) sehen eine mögliche Sperrung von Tauschbörsen kritisch. Es bestehe die Gefahr, dass andere Seiten mit legalen Inhalten mitgeblockt würden, sagte CCC-Sprecher Falk Garbsch. Aus seiner Sicht greifen Nutzer auf Pirate Bay und ähnliche Netzwerke zurück, weil es nicht in jedem Land Zugänge zu den legalen Angeboten gebe. Er verwies auch darauf, dass es technisch einfach sei, die Sperren zu umgehen.

Urheberrechtsschützer halten dagegen. Die zivilrechtliche Möglichkeit, solche Seiten seitens der Internetanbieter zu sperren, sei ein wichtiger Baustein in der Bekämpfung von Internetpiraterie, sagte Evelyn Ruttke von der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen. Oft sei es schwierig, die Verantwortlichen hinter Portalen wie Pirate Bay zu ermitteln.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Viele Internetnutzer stört es, wenn dauernd Werbung im Browser aufpoppt. Und immer mehr setzen sich mit Adblockern dagegen zur Wehr, wie aktuelle Messungen zeigen. Doch das Verbannen der Reklame hat eine Kehrseite.

14.06.2017

Vielen ist beim Online-Banking nicht ganz wohl in ihrer Haut. Und tatsächlich ist es mit der Sicherheit von Transaktionsnummern aus Papierlisten (iTAN) oder per SMS-Versand (mTAN) nicht weit her. Nutzer sollten Experten zufolge auf sicherere Verfahren setzen.

13.06.2017

Nutzer des Internet-Messengers Skype können sich über neue Funktionen freuen. Auffällig dabei ist, dass Skype einen Schritt in Richtung anderer Messenger macht. Zudem können Nutzer ihre Oberfläche personalisieren.

09.06.2017
Anzeige