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Aktuelles Mobilfunk-Messe: Zukunftsvisionen und Verteilungskämpfe
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13:13 27.02.2018
Auf der Mobilfunk-Messe in Barcelona gehört schneller 5G-Datenfunk zu den Hauptthemen. Gleichzeitig gehen die Verteilungskämpfe zwischen Branche und Online-Firmen weiter. Quelle: Andrej Sokolow
Barcelona

Die Mobilfunk-Branche sieht sich nach wie vor im Wettbewerb mit Internet-Firmen benachteiligt. Deswegen fordert sie eine Lockerung der Regulierung.

Telefónica-Chef José María Álvarez-Pallete sagte beim Branchentreff

Mobile World Congress (26. Februar bis 1. März) in Barcelona, die Politik müsse den Beitrag der Netzbetreiber zur europäischen Zukunft anerkennen und ihnen unter anderem bei Einschränkungen im Umgang mit Daten entgegenkommen.

Für einen effizienten Ausbau des künftigen superschnellen 5G-Datenfunks bräuchten Mobilfunk-Firmen Frequenz-Lizenzen auf 25 Jahre, es sei aber unwahrscheinlich, dass sie diese bekämen, kritisierte Vodafone-Chef Vittorio Colao.

Die

Deutsche Telekom sieht sich auf gutem Weg, bis 2020 das schnelle Mobilfunknetz 5G flächendeckend anzubieten. "Wichtig ist es bis dahin, möglichst viel Erfahrung gemeinsam mit Partnern aus unterschiedlichen Branchen zu sammeln", sagte Telekom-Managerin Claudia Nemat in Barcelona. "Wir befinden uns mitten in der größten Netzwerk-Umgestaltung in der Geschichte."

Das neue Mobilfunknetz soll künftig auch als Basis für das Internet der Dinge dienen und neue Services in vernetzten Städten wie etwa intelligentes Energiemanagement bieten. Das testet die Telekom derzeit in Dresden. Im Stadtteil Johannstadt baut das Unternehmen aktuell ein 5G-Testfeld auf, in dem Energie künftig dezentral erzeugt und intelligent gesteuert werden soll. Bisher seien die Netze zu "dumm" dafür gewesen, sagte Nemat. Seit Anfang Februar testet die Telekom auch ein 5G-Netz im Hamburger Hafen.

5G ist ein zentrales Thema der weltweit wichtigsten Mobilfunk-Messe. Außerdem spielt in diesem Jahr künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle - mehrere Smartphone-Anbieter kündigten eigene digitale Assistenten an, die mit heutigen Platzhirschen wie Apples Siri, Amazons Alexa und dem Google Assistant konkurrieren sollen. Für Hardware-Hersteller wie Samsung oder LG ist das eine strategische Entscheidung, um in Zukunft weniger von den großen Plattformen abhängig zu sein. Zugleich braucht es viel Rechenleistung und Daten, um die smarten Assistenten anzulernen, so dass Google und Co. einen Vorteil haben könnten.

Facebook kooperiert bei seiner Initiative, Milliarden neue Nutzer ins Internet zu bringen, nun stärker mit den Mobilfunk-Anbietern. Dabei tritt das weltgrößte Online-Netzwerk als Technologie-Lieferant auf. In zwei Feldversuchen soll Facebooks "Terragraph"-Technologie für schnelle Datenübertragung in dicht besiedelten Stadtgebieten im Alltag ausprobiert werden. Einen davon führt die Deutsche Telekom in der ungarischen Hauptstadt Budapest durch. Die Technologie könne bei vielen neuen Anwendungen wie der Vernetzung von Fahrzeugen helfen, sagte Telekom-Manager Alex Jinsung Choi in Barcelona.

Facebook-Manager Jay Parikh betonte zugleich, das Online-Netzwerk halte an seinem Ziel fest, Menschen ohne Internet-Anschluss ins Netz zu bringen. Der Konzern betreibt seine Initiative dafür bereits seit Jahren, stieß jedoch am Anfang trotz der Auftritte von Facebook-Chef Mark Zuckerberg in Barcelona auf Skepsis der Netzbetreiber. Diesmal trat Parikh demonstrativ mit fünf Managern von Mobilfunk-Konzernen wie Vodafone und Telefónica auf.

Ein für die Mobilfunk-Branche wichtige Entwicklung spielte sich unterdessen weit weg von Barcelona an der US-Westküste ab. Der Chipkonzern Qualcomm, von dem die Funkmodems und Prozessoren vieler Smartphones kommen, zeigte am Montag Bereitschaft, über eine Übernahme durch den Rivalen Broadcom zu reden. Zugleich findet Qualcomm den von Broadcom gebotenen Preis nach wie vor zu niedrig und eine Fusion regulatorisch zu riskant. Mit einem Gesamtwert von über 140 Milliarden Dollar wäre es nicht nur die bisher teuerste Tech-Übernahme. Durch einen Deal würde auch ein Super-Zulieferer für die Smartphone-Hersteller entstehen, der sie stärker unter Druck setzen könnte.

dpa

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