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Samsungs Galaxy S8 mit Display-Dock DeX

Technik Samsungs Galaxy S8 mit Display-Dock DeX

Lange Texte, Tabellen oder Präsentationen auf dem Smartphone bearbeiten? Richtig gut funktioniert das nicht. Dabei haben moderne Smartphones mittlerweile genug Leistung für Arbeit auf PC-Niveau. Mit dem Display-Dock DeX will Samsung das Galaxy S8 zum PC-Ersatz machen.

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Das Smartphone wird über das Dock an Bildschirm, Maus und Tastatur angeschlossen.

Quelle: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Berlin. An die Bewegung könnte man sich gewöhnen: Hinsetzen, Telefon aus der Tasche nehmen, in die Dockingstation stecken - wenige Sekunden später kann der Arbeitstag beginnen.

Mit dem neuen Samsung Galaxy S8 und der Dockingstation DeX soll genau das möglich sein - das Smartphone wird mit einem Bildschirm verbunden zum Computerersatz. Statt vieler teurer Computer, Notebooks und Smartphones braucht man künftig nur noch ein Smartphone.

Ganz neu ist die Idee nicht. Auch Microsoft bietet unter dem Namen Continuum ein ähnliches System an. Per Kabel oder Funkverbindung wird das Telefon mit einem Bildschirm verbunden und bietet viele PC-Funktionen in eingeschränktem Maß.

Doch das Samsung-System unterscheidet sich. DeX ist die Basisstation, verbindet Telefon und Bildschirm und lädt gleichzeitig den Akku. In dem schwarzen runden Gerät von der Größe eines Aschenbechers stecken ein Ethernet-Anschluss, zweimal USB 2.0, ein USB-C-Anschluss und eine HDMI-Schnittstelle. Über sie kann ein beliebiger Full-HD-Bildschirm (1920 zu 1080 Pixel) angesteuert werden. Außerdem an Bord: ein Kühlmechanismus, der das Smartphone vor Überhitzung schützen soll.

Die Einrichtung ist denkbar einfach. Strom- und Bildschirmkabel werden angesteckt, der Deckel gleitet einfach in eine aufrechte Position. Dann wird das Telefon ins Dock gesteckt, und schon erscheint ein an den großen Bildschirm angepasstes Android. Damit lässt sich arbeiten wie am PC. Auch eine Startleiste gibt es. Aber kann das Smartphone die gleichen Aufgaben erledigen wie ein PC?

Kurz: Es kann. In Samsungs neuem Spitzenmodell steckt genug Leistung für die meisten Computerarbeiten. Textverarbeitung, Bilder sortieren oder Präsentationen zusammenbauen gelingt problemlos. Wie am PC laufen mehrere Programmfenster nebeneinander ohne Leistungseinbruch. Einige Apps verfügen über einen speziell angepassten DeX-Modus. Nach einigen Stunden Arbeit fällt es eigentlich nicht mehr auf, dass man auf einem Smartphone arbeitet.

Einige Schwächen gibt es aber. Da ist zum einen Chrome: Standardmäßig lädt der Browser nur die mobilen Versionen aufgerufener Webseiten und viele vom PC gewohnte Funktionen fehlen. Samsungs eigener Browser macht die Sache besser, dürfte Chrome-Nutzer aber kaum begeistern.

Auch diverse andere Programme können mit DeX noch nichts anfangen. Netflixfilme laufen nur im winzigen Fensterchen, auch die Wetter-App läuft weiter im Hochkantmodus. Messenger laufen im Smartphone-Modus, in Whatsapp lassen sich Nachrichten nicht per Enter-Taste abschicken. Auch für PC-Spiele taugt die Kombination nichts.

Wirklich schlimm ist das allerdings nicht. Die wahre Stärke von DeX und Galaxy S8 liegen im Arbeitsbereich. Microsofts Office-Apps, Googles Drive-Dienste oder andere Produktivitäts-Apps laufen flott und stabil. Adobe will noch Acrobat und Lightroom Mobile nachliefern.

Spannend für Unternehmen: Der DeX-Modus erlaubt die Arbeit in virtuellen Umgebungen wie Citrix, VMWare oder Amazon Web Services. Für sensible Daten gibt es durch Verschlüsselung geschützte Ordner. Dem Home-Office per Smartphone stünde theoretisch nichts im Weg.

Beim Thema Sicherheit verhält sich DeX wie ein normales Smartphone. Bei Nichtbenutzung sperrt sich der Bildschirm flott. Ein Druck auf den Sperrknopf sorgt sofort für einen schwarzen Bildschirm.

Entsperrt wird wie beim Smartphone auch. Per Passwort (geht gut), per PIN-Code (auch) oder per Muster (mit der Maus eher hakelig). Freunde biometrischer Nutzung können das Smartphone-Bildschirm-Gespann per Gesichtserkennung (wenig sicher), Iris-Scanner (funktioniert mäßig bei hellem Licht) oder per Fingerabdruck entsperren. Wegen der ungünstigen Lage des Fingerabdrucksensors auf der Telefon-Rückseite ist diese Option allerdings unpraktisch.

Schmeißen wir also alle demnächst die Notebooks weg und arbeiten nur noch am Smartphone? Wohl eher nicht. Es sei denn, überall stehen Bildschirme mit kompatiblen Docks inklusive Tastatur und Maus. Denn wenn man zusätzlich zu Dock und Smartphone auch noch Tastatur und Maus mitschleppen muss, ist der Gewichts- und Größenvorteil im Vergleich zum Notebook schnell verspielt. Als Bürolösung oder Ersatz für den Heimcomputer taugt die Kombination aus DeX und Smartphone allemal. Und jede weitere taugliche App wird DeX attraktiver machen.

Dock und Galaxy S8 gibt es seit dem 28. April. Das Smartphone kostet in der Grundversion rund 800 Euro, für die größere Plusversion werden rund 900 Euro verlangt. DeX kostet 200 Euro.

dpa

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