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04:25 15.03.2018
Ronald Eikenberg ist Redakteur bei der Fachzeitschrift «c't». Quelle: Melissa Ramson/Heise Medien
München

Videos, Animationen, Spiele, Werbeanzeigen - auf Internetseiten brachte diese Dinge jahrelang Adobes Flash zum Laufen. Mittlerweile macht die Plattform für Multimedia-Inhalte aber hauptsächlich durch ständige Sicherheits-Patches von sich reden.

Denn Flash ist von vielen Sicherheitslücken geplagt und ist deswegen ein beliebter Weg für Kriminelle, Schadsoftware auf Computer zu schmuggeln. Immer wieder warnen Experten, Browserhersteller und Einrichtungen wie das

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor Flash.

"Flash ist momentan ein großes Sicherheitsrisiko, da es einen großen Raum für Angriffe schafft", sagt Ronald Eikenberg vom Computermagazin "c't". "Daher sind Nutzer besser beraten, den Flash Player nicht zu aktivieren." Besonders wer veraltete Versionen des Players installiert hat, ist angreifbar. Schon der Besuch einer Webseite mit manipulierten Flash-Inhalten reicht schlimmstenfalls aus, um schädliche Software auf den Computer zu laden, persönliche Daten auszuspionieren oder den Rechner für andere unlautere Aktivitäten zu missbrauchen. Auch aus Datenschutzgründen kann man Flash kritisch sehen: Sogenannte Flash Cookies erlauben ein Tracking von Nutzern und lassen sich nur schwer entfernen. Und auch der Zugriff von Flash auf Webcam und Mikrofon lässt sich nur unkomfortabel regeln.

Viele Nutzer treffen auf Flash vor allem als Zusatzprogramm für einen Browser - ein sogenanntes Plug-in. Neben den ohnehin schon häufig auftretenden Sicherheitslücken gibt es hier ein weiteres Problem: Nicht alle Browser halten Flash von allein auf dem neuesten Stand. Nutzer müssen hier immer selbst dranbleiben. Aber es geht auch anders: "Für Google Chrome und die Browser von Microsoft, den Internet Explorer und Microsoft Edge, ist das weniger brisant", sagt Ronald Eikenberg. "Diese Browser aktualisieren den Flash Player automatisch." Windows 10 hat von Haus aus Flash an Bord.

Für Apple-Nutzer stellt sich die Situation etwas anders dar: Das iPhone, iPad und der iPod touch unterstützen überhaupt kein Flash. Und auf den Mac-Computern des Unternehmens müssen Nutzer Flash in Eigenregie einrichten, wenn sie es denn haben wollen.

Dabei stoßen Windows- und

Mac-Nutzer aber regelmäßig auf Unannehmlichkeiten: Etwa, dass unachtsame Nutzer bei der Installation von Flash gleich noch weitere Software untergeschoben kriegen.

Zum Glück geht es meistens auch ohne Flash. Einige Browser blocken ohnehin Flash-Inhalte in den Standardeinstellungen. "Bei Google Chrome und Microsoft Edge werden die meisten Flash-Inhalte erst mal blockiert und bei Firefox kann man diese Funktion zumindest einschalten", erklärt Ronald Eikenberg. Auch das BSI rät dazu, solche aktiven Inhalte wie Flash als Standard zu deaktivieren.

Aber was ist, wenn man einmal eine Website aufruft, die noch nicht ohne Flash funktioniert? "Sollte man wirklich eine Webseite haben, die man unbedingt nutzen will und die es nur mit Flash gibt, dann würde ich die in Chrome oder einem Chrome-basierten Browser angucken", rät Informatiker Jörg Geiger vom Fachmagazin "Chip". Dort kann man Flash dann für diese Seite ausnahmsweise erlauben. Microsoft Edge unter Windows 10 bietet diese Funktion auch.

Aber wenn so viele Stellen von Flash abraten: Wieso ist die Software dann noch so verbreitet? "Letztlich kann man sagen, dass der Adobe Flash Player zur Steinzeit-Technologie gehört", sagt Ronald Eikenberg. Der Nachfolger ist mit HTML 5 längst da und breitet sich immer weiter aus. HTML 5 wird bereits auf vielen Websites für Videos, Audio oder dynamische Grafiken genutzt. Youtube etwa ist ganz ohne Flash nutzbar. Auch Jörg Geiger von der "Chip" sagt: "Die Betreiber von Webseiten haben in den letzten Jahren schon ganz gut auf HTML5 umgestellt, das macht Flash eigentlich überflüssig."

Kann man Flash also einfach vom Rechner entfernen? Ja, sagt Jörg Geiger. Entwickler Adobe hält dafür ein

Deinstallationsprogramm zum Download bereit. Auch im

Download-Center von "Chip" lässt es sich herunterladen. Sonderliche Probleme - abgesehen davon, dass manch eine Webseite nicht mehr vollständig funktionieren könnte - bekommt man dadurch nicht. "Flash ist heutzutage für die meisten Anwender nicht mehr notwendig, weil es moderne Webseiten kaum noch einsetzen", sagt auch Ronald Eikenberg. Eine große Zukunft hat das seit den 90er Jahren aktive Flash ohnehin nicht mehr vor sich. Entwickler Adobe will die Unterstützung für die Plattform Ende 2020 auslaufen lassen.

dpa

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