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09:12 15.09.2016
Der Onlinedienst FLOQ ermittelt mithilfe einer Smartphone-App, welche Netzabdeckung die Mobilfunkanbieter in einzelnen Regionen haben. Screenshot: FLOQ Foto:
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Meerbusch

Wer auf der Suche nach einem neuen Handy-Tarif ist, sollte nicht nur auf die Gebühren schauen, sondern auch auf die Netzabdeckung des künftigen Anbieters. Denn was nützt ein günstiger Vertrag, wenn man am Wohnort oder an der Arbeitsstelle nur schlechten Empfang hat?

Zwar bieten die Netzbetreiber Telekom, Vodafone und O2 eigene Übersichtskarten, die die Empfangsqualität in den verschiedenen Regionen Deutschlands darstellen. Doch unabhängige Daten finden die meisten Nutzer vertrauensvoller.

Eine solche unabhängige Übersicht über die Abdeckung des Mobilfunknetzes bietet das Projekt

FLOQ. Es sammelt mit Hilfe der gleichnamigen Smartphone-App entsprechende Daten, bereitet diese auf und stellt sie auf floq.net dar. Die Macher der Webseite sind also auf die Mithilfe der Nutzer angewiesen. Derzeit sind angeblich über 160.000 Nutzer in allen Netzen aktive, die bereits über anderthalb Millionen Messungen überall in Deutschland, aber auch in Österreich, der Schweiz und Italien vorgenommen haben.

Jeder Besitzer eines Android-Smartphones oder iPhones kann sich beteiligen und die App installieren. Diese misst die Datenraten beim Empfangen und Versenden sowie die Paketlaufzeiten, wenn das Handy online geht. Laut Aussage der Verantwortlichen werden die Werte anonymisiert zu FLOQ übertragen. Je mehr Menschen in möglichst unterschiedlichen Netzen mitmachen, desto genauer lassen sich Aussagen über die Empfangs- und Netzqualität an bestimmten Orten treffen.

Für die Darstellung der Messergebnisse teilt FLOQ eine Landkarte in lauter kleine Quadrate auf, die unterschiedliche Farben annehmen: sattes Grün steht für einen guten Empfang und schnelle Transferraten, dunkles Rot eher für das Gegenteil. Ein Klick auf eines der Quadrate verrät Details.

Über die Suchfunktion finden Nutzer entsprechende Daten zum eigenen Wohnort oder beliebigen anderen Orten in den genannten Ländern. Vor allem in den dicht besiedelten Gebieten Deutschlands gibt es schon viele auswertbare Daten. In anderen Regionen hat die Netzabdeckungskarte hingegen noch viele weiße Flecke. Aber das soll sich in Zukunft ändern. Die Macher planen außerdem die Möglichkeit, die Anzeige der Netzqualität nach Technologie filtern zu können. So soll man etwa erfahren, wie gut speziell der LTE- oder etwa der UMTS-Empfang ist.

FLOQ gibt eine gute Übersicht über die Netzabdeckung in Deutschland und anderen Ländern Europas. Im Detail muss man die Daten allerdings differenziert betrachten, denn sie basieren auf den Messungen vieler einzelner Apps. Wie viele voneinander unabhängige Messungen für einen Ort vorliegen müssen, um in die Datenbank aufgenommen zu werden, ist nicht ganz klar. Sind bereits wenige Werte ausreichend und diese zufällig nicht besonders gut, färbt sich ein Quadrat in der Karte schnell rot, obwohl vielleicht die Mehrzahl der Nutzer vor Ort einen guten Empfang und schnelle Transferraten genießt.

dpa

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