Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Arbeitsrecht Bereitschaftsdienst ist Arbeitszeit
Mehr Recht Arbeitsrecht Bereitschaftsdienst ist Arbeitszeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:34 25.04.2018
Verpflichtet sich ein Arbeitnehmer, auf dem Betriebsgelände oder an einem anderen festgelegten Ort zu bleiben, ist das ein Bereitschaftsdienst und damit Arbeitszeit. Quelle: Michael Reichel
Anzeige
Freiburg

Ein Bereitschaftsdienst gilt in der Regel als Arbeitszeit - eine Rufbereitschaft nicht. Der entscheidende Unterschied ist dabei, wo sich der Arbeitnehmer aufhalten muss.

Verpflichtet er sich, auf dem Betriebsgelände oder an einem anderen festgelegten Ort zu bleiben, ist das ein Bereitschaftsdienst und damit Arbeitszeit. Das gilt selbst dann, wenn sich der Arbeitnehmer währenddessen ausruhen kann oder wenn der festgelegte Aufenthaltsort seine Privatwohnung ist, erklärt Arbeitsrechtler Thomas Muschiol im "Personalmagazin" (Ausgabe 5/2018).

Darf der Beschäftigte dagegen frei wählen, wo er ist und was er macht, ist das eine Rufbereitschaft und damit keine Arbeitszeit. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (Az.: C-518/15) gibt es dafür aber strenge Regeln, so der Experte: So darf die vorgeschriebene Reaktionszeit bei Notfällen nicht zu kurz sein.

In dem Fall ging es um einen Feuerwehrmann, der auf Abruf innerhalb von acht Minuten auf der Wache sein musste. Das war dem Gericht zu wenig: Arbeitnehmer in Rufbereitschaft müssten in der Lange sein, privaten Tätigkeiten nachzugehen - ohne die Gefahr ständiger Unterbrechungen, bei denen sie sofort alles stehen und liegen lassen müssen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Was im Internet passiert, bleibt nicht zwingend im Internet. Das gilt erst recht für Hetze gegen Ausländer und für andere Vergehen oder Geschmacklosigkeiten. In manchen Fällen müssen Täter sogar mit einer fristlosen Kündigung rechnen, zeigt ein Urteil.

25.04.2018

Wer am Ende des Monats mehr auf seinem Konto haben möchte, muss gut verhandeln können oder wird nach Tarif bezahlt. Oder gibt es für Arbeitnehmer ein generelles Recht auf Gehaltserhöhung?

23.04.2018

Was abseits der Arbeit passiert, geht den Chef nichts an? Ganz so einfach ist es nicht: Wer nach Feierabend gegen das Gesetz verstößt, kann deswegen theoretisch auch den Job verlieren. Fristlos kündigen kann der Arbeitgeber aber nur unter strengen Voraussetzungen.

19.04.2018
Anzeige