Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Arbeitsrecht Mitarbeiter können Verkehrsmittel zur Arbeit frei wählen
Mehr Recht Arbeitsrecht Mitarbeiter können Verkehrsmittel zur Arbeit frei wählen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:24 09.10.2015
Ob Mitarbeiter mit ihrem Auto zur Arbeit kommen oder nicht - Arbeitgeber dürfen darüber nicht bestimmen. Quelle: Rolf Vennenbernd
Anzeige
Berlin

Mitarbeiter müssen sich von ihrem Arbeitgeber nicht vorschreiben lassen, wie sie zur Arbeit kommen. Das gilt insbesondere dann, wenn sie schweres Werkzeug mit sich führen müssen. Darauf weist der Deutsche Anwaltverein hin.

Er bezieht sich auf ein Urteil des Arbeitsgerichts Berlin (Az.: 28 Ca 12.594/14). In dem verhandelten Fall schickte ein Arbeitgeber einen Schlosser zu Einsätzen an verschiedenen Orten. Der Mann muss einen rund 35 Kilo schweren Werkzeugkoffer mitbringen. Er fuhr mit seinem Auto zu den Einsätzen oder zum Betrieb.

Der Arbeitgeber wollte, dass der Mitarbeiter mit Bahn oder Bus fährt und wies ihn entsprechend an. Der Mann widersetzte sich jedoch den Anweisungen und fuhr weiter mit seinem privaten Auto. Nach Abmahnungen kündigte ihm der Arbeitgeber.

Zu Unrecht. Es überdehne das Direktionsrecht des Arbeitgebers, wenn er dem Arbeitnehmer Vorschriften darüber macht, wie er zur Arbeit kommt. Nicht ausreichend ist der Hinweis, dass der 35 Kilo schwere Werkzeugkoffer Rollen hat. Der Mitarbeiter sei grundsätzlich nicht zur Anreise per Bahn oder Bus verpflichtet.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Einer Mitarbeiterin wird fristlos gekündigt, weil sie mehrmals vom Dienstapparat eine Glücksspielhotline anruft. Mancher fühlt sich nun unbehaglich: Viele tätigen ab und zu vom Büro aus Anrufe, die eigentlich privat sind. Ist das in Ordnung?

09.10.2015

Wer bei einer Auslandsreise über die Kreditkarte der Firma verfügt, sollte damit verantwortungsvoll umgehen. Geht etwa ein privater Abstecher auch auf Kosten des Arbeitgebers, kann die Kündigung folgen. Das zeigt ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Nürnberg.

09.10.2015

Ein Arbeitnehmer hatte seinen Vorgesetzten grob beleidigt, indem er ihn als "Kollegenschwein" bezeichnete. Die Kündigung gegen ihn war dennoch nicht erfolgreich, da das Gericht die genauen Umstände des Vorfalls in Betracht zog.

09.10.2015
Anzeige