Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Verbraucherrecht Prozess nach Sturz vom Kamel: Wer muss zahlen?
Mehr Recht Verbraucherrecht Prozess nach Sturz vom Kamel: Wer muss zahlen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:47 09.10.2015
Wer sich auf ein Kamel wagt, muss damit rechnen, herunterfallen zu können. Foto: Khaled Elfiqi
Anzeige
München

Wer sich auf ein Kamel setzt, muss damit rechnen, dass er herunterfällt - mit dieser Begründung hat das Münchner Amtsgericht die Klage eines Mannes aus Baden-Württemberg abgewiesen.

Der 51-Jährige bei einem Unternehmen in München eine Ägyptenreise mit Nilkreuzfahrt gebucht. Unterwegs nahm er an einem Ausflug inklusive Kamelritt teil. Das Tier stolperte und bäumte sich auf, der Mann fiel herunter und zog sich einen Rippenbruch zu. Dass geht aus einer

Mitteilung des Gerichts hervor.

Weil er sich nach eigenen Angaben den restlichen Urlaub über nicht mehr bewegen konnte, verlangte er fast 3400 Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz. Der Kameltreiber habe nichts getan, um den Sturz zu verhindern, begründete dies der Kläger.

Die Klage wurde jedoch abgewiesen (Az. 111 C 30051/14). Der Urlauber habe nicht erklärt, was der Kameltreiber hätte tun sollen, um das Aufbäumen seines Tieres zu verhindern. Der Kläger behauptete zudem auch nicht, dass der Kameltreiber in irgendeiner Weise aktiv zum Sturz beigetragen habe. Deswegen befand die Richterin: Letztlich "habe sich allein die Gefahr verwirklicht, die von einem Tier ausgeht". Der Kamelführer und der Veranstalter könnten nichts für den Sturz.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein örtlicher Reiseleiter nennt eine falsche Abflugzeit für den Rückflug, der Tourist muss deshalb auf eigene Kosten zurückfliegen. In einem solchen Fall haftet der Reiseveranstalter für den entstandenen Schaden.

06.08.2015

Fluggesellschaften müssen bei Online-Buchungen von Anfang an den Endpreis inklusive Steuern und Gebühren anzeigen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden.

31.07.2015

Eine "bestätigte Buchung" muss nicht zwingend von der Fluggesellschaft kommen. Auch ein Reiseveranstalter kann die Buchung verbindlich bestätigen, und der Kunde kann sich darauf verlassen.

30.07.2015
Anzeige