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Aktuelles Kindernothilfe-App soll Angst vor Fehlern bei der Ersten Hilfe nehmen
Mehr Schlingel & Familie Aktuelles Kindernothilfe-App soll Angst vor Fehlern bei der Ersten Hilfe nehmen
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10:30 13.09.2018
Im Notfall müssen Eltern schnell reagieren und helfen. Quelle: Winfried Mahr
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Gerieten Kinder in Not, dann würde jedes zweite Elternpaar ruhig und besonnen handeln – und bei Bedarf auch Erste Hilfe leisten. Das zumindest behaupteten Eltern bei einer repräsentativen Umfrage der Barmer Krankenkasse.

„Ich weiß nicht, ob ich mich zu dieser Hälfte gezählt hätte“, gab Fabian Magerl unumwunden zu. Der Landesgeschäftsführer der Barmer und Vater eines kleinen Sohnes ordnete sich eher bei jenem Fünftel der Befragten ein, die „aufgeregt bis panisch“ reagieren und ärztlichen Rat einholen würden. Besonders wenn es zur Störung der Atmung käme, Kreislaufprobleme aufträten oder Fieberkrämpfe einsetzten.

Kostenfreie App für den Notfall

Damit Eltern, Erzieher oder Trainer im Notfall einen kühlen Kopf bewahren und die richtigen Entscheidungen treffen, haben Barmer und Johanniter-Unfall-Hilfe nun eine Kindernotfall-App entwickelt. „Mit dieser kostenfreien App sind sie auf Kindernotfälle gut vorbereitet und können im Ernstfall schnell und richtig reagieren“, warb Magerl bei der Vorstellung der mobilen Anwendung. Ein Smartphone oder Tablet hätten die meisten im Unterschied zu einer Broschüre fast immer dabei.

In Sachsen leben rund 560 000 Kinder unter 16 Jahren. In Kitas und Schulen passieren laut der Unfallkasse Sachsen jedes Jahr rund 80 000 Kinderunfälle. Hinzu kommen mehr als 1300 Verkehrsunfälle mit Kindern und unzählige weitere im Haushalt, beim Sport oder im Urlaub. Wenn jede Sekunde zählt, brauchen Ersthelfer einen kühlen Kopf.

Hilfe Schritt für Schritt

41 Prozent der Mütter und Väter haben allerdings Angst, in solchen Notsituationen etwas falsch zu machen. Das geht aus einer von der Johanniter-Unfall-Hilfe in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage hervor. So befürchten Eltern, ihr Kind durch eigene Fehler zu verletzen – und sind deshalb im Notfall wie gelähmt.

„Das Schlimmste ist, nichts zu machen“, betonte Dietmar Link, Mitglied des Landesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe in Sachsen. Oft verstreichen wertvolle Minuten, bevor der Rettungsdienst eintrifft. „Die Kindernotfall-App hilft dann Schritt für Schritt und nimmt so die Sorge, etwas falsch zu machen.“

Etwa 60 000 Nutzer haben sich die Software schon heruntergeladen.

Service

Weitere Informationen zur Kindernothilfe-App und wo Sie diese herunterladen können, finden Sie hier

www.barmer.de/gesundheitscampus/apps/kindernotfall-app-123954

„Im Ernstfall kann das eine wertvolle Unterstützung sein, bis professionelle Hilfe eintrifft“, bestätigte auch Stefan Kupietz von den Johannitern, der beim Regionalverband Leipzig/Nordsachsen die Ausbildung leitet und Kurse für jedermann anbietet.

Tipps, Checklisten und nützliche Infos

Neben typischen Unfallbildern sind Rettungstipps, Notdienste und Ambulanzen, Checklisten für ein möglichst sicheres Zuhause nützliche Hinweise schnell vom Mobilgerät abrufbar.

Gerade bei schweren Unfällen ist es wichtig, dass schnell geholfen wird. Der „Rettungsassistent für die Hosentasche“ könne dabei helfen und durchaus Leben retten, warb Magerl: „Deshalb sollte die Kindernotfall-App auf keinem Smartphone fehlen!“

Was das Programm nicht kann, ist professionelle Hilfe durch Ärzte oder Rettungskräfte ersetzen. Auch die Zeit zur Auffrischung des letzten Erste-Hilfe-Kurses sollten sich alle Eltern mal wieder nehmen, rieten die Experten.

Winfried Mahr

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