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Aktuelles Universitätsklinikum zeigt in einer Riesen-Küche die alltäglichen Gefahren
Mehr Schlingel & Familie Aktuelles Universitätsklinikum zeigt in einer Riesen-Küche die alltäglichen Gefahren
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13:41 05.12.2018
Am 7. Dezember ist der "Tag des brandverletzten Kindes". Quelle: Paulinchen e.V.

Um auf die Folgen von Verbrennungen und Verbrühungen im Kindesalter aufmerksam zu machen, ruft der Verein "Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder" jährlich am 7. Dezember zum bundesweiten "Tag des brandverletzten Kindes" auf.

Jedes Jahr müssen allein in Deutschland mehr als 30.000 Mädchen und Jungen unter 15 Jahren mit Verbrennungen und Verbrühungen ärztlich versorgt werden. Etwa 6000 verletzen sich dabei so schwer, dass sie stationär behandelt werden müssen.

"76% aller thermisch verletzten Kinder sind jünger als 5 Jahre. Die meisten dieser Unfälle passieren im häuslichen Bereich und nicht, wie von vielen Eltern vermutet, im Straßenverkehr", weiß Dr. Kay Großer, Vorstandsvorsitzender des Arbeitskreises "Das schwerbrandverletzte Kind". "Die Unfallzahlen in der Hochrisikogruppe - Kinder unter 5 Jahren - stagnieren seit Jahren auf hohem Niveau. Deshalb muss Prävention rechtzeitig ansetzen, bestenfalls schon in der Schwangerschaft, spätestens mit der Geburt."

So schützen Sie Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder:

  • heiße Flüssigkeiten nicht am Tischrand abstellen
  • Kabel (Wasserkocher) und Tischdecken nicht herunter hängen lassen
  • heiße Oberflächen wie Kaminöfen oder Herdplatten absichern
  • Badewassertemperatur kontrollieren
  • Wärmflaschen fest verschließen
  • Streichhölzer und Feuerzeuge außer Reichweite von Kindern aufbewahren
  • Speisen aus der Mikrowelle umrühren und probieren
  • Steckdosen sichern
  • Föhn und Heizdecken nicht in Babybettchen legen
  • Vorsicht mit Rotlichtlampen
  • Putzmittel sicher wegschließen

"Zu der Hauptunfallursache bei Kindern unter 5 Jahren zählt die Verbrühung durch beispielsweise eine Tasse mit heißem Tee, aber auch Kontaktverbrennungen an heißen Oberflächen haben in den letzten Jahren zugenommen", betont Adelheid Gottwald, Vorsitzende von Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V. "Kinder haben erst ab ca. 9 Jahren ein Verständnis für Gefahren im Haushalt."

Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) beteiligt sich auch in diesem Jahr am Aktionstag und lädt ab sofort Kinder und ihre Eltern ins Foyer von Haus 6 ein. Dort werden häufige Alltagsgefahren in einer "Riesen-Küche" erlebbar gemacht.

Die „Riesen-Küche“: Die einer realen Küche nachempfundenen überdimensionierten Möbelstücke helfen Erwachsenen, Alltagsgefahren aus der Perspektive ihrer Kinder zu erleben. Quelle: Stefan Straube / UKL

Warum diesem Thema so viel Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte, erläutert Prof. Martin Lacher, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am UKL: "Mädchen und Jungen unter fünf Jahren zählen zur so genannten Hochrisikogruppe bei Verbrennungs- und Verbrühungsunfällen, welche praktisch immer im häuslichen Umfeld in Obhut der Familie passieren. Um diese Unfälle zu vermeiden, wollen wir vor allem Eltern erreichen und auf Risikofaktoren, Verletzungen und deren Folgen aufmerksam machen."

Die im Foyer von Haus 6 aufgebaute "Riesen-Küche" ist dabei nicht nur lustig anzuschauen.

"Die einer realen Küche nachempfundenen überdimensionierten Möbelstücke sollen Erwachsenen helfen, Alltagsgefahren wie den heißen Topf auf dem Herd, den sprudelnden Wasserkocher oder die reizvolle Backofenscheibe aus der Perspektive ihrer Kinder zu erleben. Zudem geben wir wichtige Informationen, wie im Notfall schnell und richtig gehandelt wird, wenn es doch einmal zu einer Verbrühung kommt.", erklärt Prof. Lacher.

Zum Aktionstag am Freitag, 7. Dezember, führt um 9 Uhr, 10 Uhr und 11 Uhr der Klinikclown durch die "Riesen-Küche" und zeigt eingeladenen Kindergartengruppen und Besucherkindern mit viel Witz, was passieren kann, wenn man nicht aufpasst. Darüber hinaus stellen die Klinikärzte nützliche Präventionsmaßnahmen auf Postern vor.

Die "Riesen-Küche" bleibt bis 14. Dezember aufgebaut.

PM

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