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Für Kinder Modernste Technik: Vom Leben mit einer bionischen Hand
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10:23 16.11.2018
Sechs Motoren und eine Menge moderne Technik sitzen in der bionischen Hand. Quelle: Christopher Resch

Bertolt Meyer kam ohne linken Unterarm auf die Welt. Seit einiger Zeit trägt er deshalb eine bionische Hand, die aussieht wie die eines Roboters.

Bionik ist ein Bereich der Wissenschaft, in dem sich die Technik etwas von der Natur abschaut.

Die Roboter-Hand soll sich möglichst so bewegen wie eine echte, die Finger sollen greifen und zeigen können. Dafür ist modernste Technik wichtig. Bertolts metallene Roboter-Hand besitzt insgesamt sechs Elektro-Motoren, die beim Bewegen helfen. Die ganze Hand steckt dabei unter einer durchsichtigen Gummihaut.

Bertolt Meyer trägt eine bionische Hand, die aussieht wie die eines Roboters. Quelle: Christopher Resch

Bertolt ist heute 41 und trägt seit vielen Jahren Prothesen. Zuerst ersetzten Haken oder einfache Hände aus Gummi seine linke Hand. „Damit konnte ich nur den Daumen und Zeigefinger benutzen, wie bei einer Zange“, sagt er.

Die jetzige Hand ist viel moderner und praktischer. Bertolt kann Kaffee kochen, Schuhe binden, in Clubs elektronische Musik spielen – das ist nämlich eines seiner Hobbys. „Klavierspielen oder Klettern geht aber leider nicht.“

Weil die Hand nur auf den Unterarm aufgesteckt ist, würde sie auch herunterrutschen, wenn Bertolt schwere Dinge trägt. „Zum Joggen nehme ich sie ab, da ist es nur störendes Gewicht. Aber im Fitnessstudio und zum Fahrradfahren lasse ich sie an.“

Bertolt greift häufig zu seinem Handy, denn mit einer App kann er insgesamt 24 Griffmuster anwählen. Die erleichtern komplizierte Bewegungen. Quelle: Christopher Resch

Um die Hand zu bedienen, musste Bertolt ziemlich viel üben. „Wie wenn man zum ersten Mal ein Instrument lernt“, erinnert er sich. Die Kraft der Muskeln in seinem Arm wird an die sechs kleinen Motoren weitergeleitet.

Bertolt greift häufig zu seinem Handy, denn mit einer App kann er insgesamt 24 Griffmuster anwählen. Die erleichtern komplizierte Bewegungen. „Mittlerweile ist dieses Stück Technik in meinem Kopf ein Teil von mir geworden. Früher hatte ich zum Beispiel in meinem Träumen immer nur einen Arm. Aber inzwischen träume ich mich selbst mit Prothese.“

Um die Technik in der künstlichen Hand zu schützen, trägt Bertolt darüber dünne Handschuhe, die er alle paar Wochen wechseln muss. Diese Handschuhe gibt es auch in Hautfarben. „Aber das ist blöd, weil alle den Eindruck haben, man würde versuchen, etwas zu verstecken.“ Und das will Bertolt nicht. „Ich bin ja nicht krank, mir fehlt nur ein Stück.“

Schon gewusst?

Deutschland ist Fußball-Weltmeister - und zwar im Roboterfußball!

Leipziger Wissenschaftler haben im Juni mit ihren Robotern die WM in Kanada gewonnen. Im Finale besiegten sie ein Team aus Bremer Wissenschaftlern mit 1:0.

Das Erfolgsrezept: Während die Bremer viele Fernschüsse abfeuerten, probierten die Leipziger ihr Glück im Dribbeln. Damit setzten sie sich durch – schließlich ist die Technik entscheidend.

Seine künstliche Hand hat ihm dabei geholfen, selbstbewusst zu werden. Denn gegenüber Menschen mit Behinderungen gibt es viele Vorurteile: Sie gelten oft als irgendwie nett, aber eben auch als unfähiger als andere. „Solche Vorurteile möchte ich abbauen.“

Schuhe binden ist mit der bionischen Hand kein Problem. Quelle: Christopher Resch

Er hält viele Vorträge zum Thema, zum Beispiel an der Kinderuni in Dresden. Dabei helfen ihm seine eigenen Erinnerungen. „Wenn man mit zwölf Jahren mit nur einem Arm im Sommer ins Freibad geht, ist das eine sehr unangenehme Erfahrung.“

Welttag der Toleranz

Am 16. November wird der Welttag der Toleranz gefeiert.

Ohne Toleranz, also ohne Verständnis und Respekt füreinander, gibt es kein friedliches Zusammenleben auf der Welt. Deshalb haben 185 Mitgliedsstaaten der UNESCO, der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur, am 16. November 1995 eine Erklärung zur Toleranz unterzeichnet.

Tolerant zu sein, ist manchmal ganz schön schwer – auch sich selbst gegenüber. Denn zu merken, dass niemand perfekt ist, auch nicht man selbst, gehört zur Toleranz dazu.

Auf der einen Seite möchte Bertolt Meyer zeigen, dass die Technik den Menschen mit Behinderungen das Leben erleichtern kann. Auf der anderen Seite, und das ist ihm noch wichtiger, geht es ihm um mehr Verständnis und Rücksichtnahme füreinander. 

„Ein cooles Exo-Skelett, das den Körper stützt und stabilisiert, würde einem Menschen helfen, der keine Treppen steigen kann. Aber vielleicht sorgen wir lieber dafür, dass es überall neben Treppen auch Rampen oder Fahrstühle gibt. Oder dass wir uns mit Rollstuhlfahrern eben nicht an Orten treffen, wo es nur Treppen gibt.“

Von Christopher Resch

Von der Natur abgeschaut

Ohne Vorbilder aus der Natur wären auch die besten Forscher aufgeschmissen. Seht hier einige Beispiele.

Ohne Vorbilder aus der Biologie wären auch die besten Forscher aufgeschmissen. Denn die Natur hat viele tolle Ideen entwickelt, die sich findige Forscher abgeguckt haben. Hier sind einige Beispiele.
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