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Für Kinder Ozeaneum Stralsund feiert zehnten Geburtstag – Aquarist Kevin erzählt
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10:16 05.07.2018
Im Ozeaneum in Stralsund gibt es viel zu entdecken. Quelle: PF
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Insgesamt 50 Becken  zeigen die Lebenswelten der Nord- und Ostsee sowie des Nordatlantiks. Hauptattraktion ist das 2,6 Millionen Liter große Aquarium, in dem die Tiere aus nächster Nähe beobachtet werden können. Es gibt Haie, Rochen, Makrelenschwärme, Zackenbarsche, Zebrabrassen, Doraden und noch viele mehr. Einer kennt sie alle: Kevin Kleemann (34). Er ist Aquarist der Nordsee-Abteilung im Ozeaneum, noch bevor dieses überhaupt eröffnet wurde. Er hat die ersten Tiere ins Wasser gesetzt und pflegt sie bis heute. Im Interview erzählt er euch von seinem Traumjob.

Was war das größte Ereignis, was Sie dort bislang erlebt haben?

Das war die Eröffnung des Museums 2008. All die Becken mit Leben zu füllen war der Wahnsinn. Und ein ähnliches Gefühl war es erst kürzlich als wir unser größtes Aquarium erneuert haben, die Tiere einfangen und dann wieder neu einsetzen mussten. Das war eine riesige TeamAufgabe und hat total Spaß gemacht.

Haben Sie einen Lieblingsausstellungsraum?

Ja, die NordseeAbteilung, in der ich arbeitete. Sie zeigt vom Wattenmeer bis zum Nordatlantik tolle Lebensräume. Da bin ich zuhause.

Auf welches Tier sind Sie besonders stolz?

Auf viele. Am Schönsten ist es immer, wenn man merkt, wie die Tiere lernen. Im Tunnelbecken haben wir zurzeit mehrere Lengfische (das ist eine Dorschart, die bis zu zwei Meter lang werden kann). Die Fische fressen mir praktisch aus der Hand. Ich gehe einmal in der Woche als Taucher hinein, um sie zu füttern. Kaum bin ich im Wasser, schon sind sie da. Ganz ruhig, total lässig.

Tipp für Eltern

Eintrittskarten gibt es auch online zum gleichen Preis (dann entfällt das lange Schlange stehen). Die Tickets können unter www.ozeaneum.de bestellt werden. 

Im Sommer ist jeden Tag bis 20 Uhr geöffnet.

Haben Sie schon mal während eines Tauchgangs eine brenzlige Situation erlebt?

Nein, eigentlich nicht. Wir sichern  uns bei jedem Tauchgang sehr gut ab. Wir gehen zum Beispiel immer zu zweit in unser größtes Aquarium, um Reparaturen an den technischen Anlagen durchzuführen oder um die Scheibe zu putzen. immer zu zweit ins Schwarmfischbecken. Einer beobachtet unsere HaiDame Niky, der andere erledigt, was zu tun ist.

Wie ist Niky denn so drauf?

Sie ist gut drauf und überhaupt nicht gefährlich. Aber sie ist neugierig und kommt gerne mal näher ran. Sie ist und bleibt ein Raubfisch, da muss man eben aufpassen.

Wie wird man eigentlich Aquarist?

Ich war schon als Kind begeistert von Meerestieren und hatte mit sechs Jahren mein erstes Aquarium. Mein Interesse wuchs und wuchs, und auch die Aquarien wurden immer größer. Ich habe eine dreijährige Ausbildung zum Zootierpfleger mit dem Schwerpunkt Aquaristik und Terraristik absolviert. Aquarist zu sein ist mein Traumjob.

Warum sollte das Meer besser von uns geschützt werden?

Weil das Meer auch unser Lebensraum ist und wir ihn dringend brauchen. Im Meer leben nicht nur faszinierende Geschöpfe, es ist Teil unseres Ökosystems. Wir gehen nicht gut damit um. Viel zu viel Plastik landet im Meer, es werden zu viele Schadstoffe, etwa aus der Landwirtschaft und Industrie eingeleitet, und es wird einfach zu viel Fischfang betrieben. Mit riesigen Netzen wird der Meeresboden kaputt gemacht, und es werden auch Tiere gefangen, die gar nicht gewollt sind und umsonst sterben. In unseren Ausstellungen zeigen wir, wie man bewusster einkaufen und wie jeder Einzelne etwas für das Meer und seine Lebewesen tun kann.

Wenn Sie drei Wünsche zur Verbesserung der Situation der Weltmeere frei hätten, was würden Sie sich wünschen?

Erstens: weniger Plastik produzieren und konsumieren. Zweitens: bewusster Fisch essen. Nicht jeden Tag und schauen, woher er kommt. Drittens: Abwässer besser kontrollieren. In ganz vielen Ländern fließen die Abwässer direkt ins Meer. Das darf nicht sein, damit wird so viel kaputt gemacht.

Was ist Ihr Lieblingsmeerestier?

Es sind die Raubfische. Die, die sich Gedanken machen müssen, wie sie an Nahrung herankommen. Zum Beispiel Lengfische, Drückerfische, Zackenbarsche. Das sind alles absolut faszinierende  Charaktertiere!

Annika Ross

Service

Der Familiensommer im Ozeaneum startet am 1. Juli und geht bis zum 1. September. Jeden Tag gibt es tolle zusätz liche kostenfreie Angebote für Kinder.

Alle Infos dazu findet ihr unter www.kindermeer.de. Dort findet ihr auch Videos vom kleinen Entdecker Jaques, der immer Neues im Museum entdeckt.

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