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Für Kinder Stefan Kaminski lässt als Synchronsprecher Kino im Kopf entstehen
Mehr Schlingel & Familie Für Kinder Stefan Kaminski lässt als Synchronsprecher Kino im Kopf entstehen
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11:19 22.03.2019
Synchronsprecher Stefan Kaminski erfindet gern Stimmen.

Du sprichst, neben vielen anderen Rollen, auch Kermit, den Frosch aus der Muppetshow. Wie groß ist die Versuchung, deine Frau ständig mit dieser Quak-Stimme zu nerven?

Ich rede ziemlich häufig in Sprachen, die es nicht gibt – aber meine Frau sagt dann auch irgendwann: Jetzt ist mal gut! Für mich ist das ein Ausdruck von Lebensfreude, wir haben oft ziemlich viel Spaß damit.

Wie bist du dazu gekommen, Kinderhörbucher einzusprechen?

Ich habe als Kind begonnen, in meinem Stübchen alle möglichen Sachen aufzunehmen und Geschichten nachzuerzählen. Dieses Material habe ich dann einfach mal zum Radio geschickt in der Hoffnung, selbst mitmischen zu können.

Und das hat geklappt?

Ja! Das war Mitte der 90er, Zappelduster hieß die Show, die läuft heute noch bei Antenne Brandenburg. Später habe ich dann Arbeitsproben an Hörbuchverlage geschickt, und die haben schnell gemerkt, dass ich unheimlich gerne Stimmen erfinde und Menschen so ehrlich erzähle, dass man ihnen Glauben schenkt. Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt war eines meiner ersten Hörbücher.

Wie schaffst du es, ständig zwischen unterschiedlichen Stimmen hin- und herzuwechseln?

Das kam tatsächlich nur aus dem Spiel heraus, Hörspiele und Märchenschallplatten immer wieder selbst nachzuerzählen. Das kann man nicht lernen. Ich habe Spaß daran, meine Stimme auszureizen, wie ein Orgelspieler, der an bestimmten Registern zieht.

Ist eine Erkältung dann nicht besonders schlimm für dich?

Ich mag Erkältungen nicht, ich glaube niemand mag sie. Aber wenn ich in Not komme und abends auf die Bühne muss, dann nehme ich ein Mittel, dann vergisst man das in dem Moment. Danach trinke ich einen Kamillentee. Wenn es ganz schlimm ist, muss ich natürlich auch mal einen Auftritt absagen.

Schonst oder pflegst du deine Stimme?

Wenn ich merke, dass ich heiser werde, trinke ich Tee, nehme ein Spray oder lutsche Pastillen. Aber das kommt selten vor. Sonst schone ich mich nicht – im Gegenteil, wenn die Stimme eingearbeitet ist, läuft es besser.

So ein Hörspiel ist ja ziemlich lang. Ist das Einlesen nicht total anstrengend?

Ich verbringe mit Pausen fürs Mittagessen und Kaffee nicht mehr als sechs Stunden im Studio. Ich bereite mich gut vor, kenne natürlich den Text und habe mir Zeichen ins Skript, also den Ausdruck, gemacht. Es gibt natürlich Versprecher, aber die beiden CDs von „Kannawoniwasein“ konnte ich so einlesen, als ob ich einfach sprechen würde.

Infos zum Buch:

Das Buch „Kannawoniwasein! Manchmal muss man einfach verduften“ ist von Martin Muser, erschienen im Carlsen-Verlag.

Das Hörbuch mit Stefan Kaminski hat zwei CDs und dauert zwei Stunden und 19 Minuten.

Sechs Stunden! Hast du danach überhaupt noch Lust, mit deiner Familie zu reden?

Ich bin schon ziemlich ausgepustet und platt, wenn ich nach so einem Job nach Hause komme. Aber ein, zwei Stündchen Pause reichen mir eigentlich. Wenn dann mein Sohn fragt, ob ich ihm was vorlese, mache ich natürlich schon die Stimmen.

Für „Kannawoniwasein“ hast du gerade den Deutschen Hörbuchpreis bekommen. Was gefällt dir daran am besten?

Dass es so wahr ist, so ehrlich. Es ist eine bewegende, sehr witzige und schnelle Geschichte – die fließt wie Wasser. Es ist ein Road-Movie, die Figuren sind also immer unterwegs und erleben ständig neue, spannende Dinge. Das Ganze erzählt sich so rotzig, janz wie man eben ooch so spricht.

Interview von Christopher Resch

Worauf es beim Schauspielen und Sprechen ankommt

„Man sollte mutig sein, als Schauspieler und als Sprecher“, sagt Stefan Kaminski. „Das Publikum guckt oder hört zu, man gibt einiges von sich selbst preis. Das muss man sich trauen, das bringt man entweder mit oder nicht. Man sollte neugierig sein und man sollte Respekt vor den Kollegen und vor dem Stoff haben. Damit meine ich, dass man die Texte ernst nehmen muss – man soll mir ja auch glauben. Aufmerksamkeit sollte man mitbringen, auch Entdeckerlust. Und man braucht Geduld. Denn man muss ganze Texte durcharbeiten und lernen. Das Schöne ist: Man kann Dinge ausleben, die man ansonsten nicht so gerne machen würde. Aber man muss eben auch Kritik einstecken können. Schauspielen ist ein bisschen wie das Leben.“

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