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Tipps zum Schulanfang Wie Eltern ihren Kindern beim Schulstart helfen können
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13:56 03.07.2018
Mit dem Schulanfang beginnt für die Kinder ein neuer Lebensabschnitt. Quelle: Hendrik Schmidt / dpa
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Kein Urlaub mehr außerhalb der Hauptreisezeit, kein verspätetes Bringen wie in der Kita, Abende, an denen noch Hausaufgaben gemacht werden müssen und vor allem: Loslassen können. Mit dem Schulanfang ändert sich für Kinder und Eltern so einiges.

"Bald bist du ein Schulkind, dann gehörst du zu den Großen!“, „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ hören angehende Erstklässler oft und sind schnell verunsichert, wenn sie sich dann als tatsächliche Schulanfänger furchtbar klein fühlen. So viel Neues, so viel Ungewohntes.

Wenn die erste Schulwoche verdaut ist, der Zauber, der allem Anfang innewohnt, verblasst und der Alltag einkehrt, ist die Schule oft nicht mehr das viel gepriesene Fantasialand, sondern ganz schön anstrengend. Vom freien Spielen müssen Kinder plötzlich umschalten und still sitzen, sich konzentrieren und auf Dutzende neue Anforderungen und Regeln reagieren können.

Nach den ersten Monaten rutscht die Motivation oft in den Keller. Dann sind Eltern gefragt. Denn: Erstklässler brauchen Unterstützung.

„Eltern können ihren Kindern eine emotionale Stütze sein, erklärt der Schulpsychologe Robert Richter, der als Angestellter der Sächsischen Bildungsagentur in Leipzig für 30 Schulen zuständig ist. Ihm geht es vor allem darum, die Schule nicht zu überhöhen, aber auch nicht zu dämonisieren. „Eltern sollten für eine positive Grundstimmung sorgen, ihrem Kind keinen Druck machen, sondern vor allem Aufmerksamkeit und Zeit schenken. Beim Schulanfang geht es erst einmal um das Ankommen im neuen Alltag, die Kinder müssen sich an ein neues System anpassen. Das ist die erste und größte Leistung, das Lernen kommt dann später“, weiß der Fachmann.

Auch könne es nicht schaden, grundlegende Dinge wie das Stifthalten schon vorher zu üben und bereits vor dem Schulbeginn einen Rhythmus mit den neuen Aufsteh- und Einschlafzeiten zu etablieren.

Zudem helfe es Kindern, wenn Eltern Rituale schaffen. Das gemeinsame Frühstück und Abendbrot zum Beispiel, um über die Schule zu reden. Auch eigneten sich Vorlesegeschichten zum Einschlafen und leichte Rechenspiele, um das Lernen mit dem Alltag zu verknüpfen, oder auch das gemeinsame Ranzenpacken.

Ganz wichtig – da sind sich Lehrer und Psychologen einig – sind Lob und Anerkennung. „Und natürlich macht man es seinem Kind leichter, wenn es grundlegende soziale Kompetenzen bereits erworben hat. Eltern sind numal die größten Vorbilder.“

Auch plädiert Richter für gute außerschulische Angebote, damit Kinder einen Ausgleich, Zeit für Freunde, Hobbys und Sport haben. „Wenn Kinder in Gruppen agieren, ist das immer gut. Sie lernen viel voneinander, erkennen ihre Grenzen und Möglichkeiten, auch das stärkt die soziale Kompetenz.“

Ansonsten rät Richter: „Eltern sollten einfach dranbleiben an ihrem Kind und mit den Lehrern an einem Strang ziehen. Das Wichtigste ist die Kommunikation untereinander. Dann klappt das alles schon.“

Annika Ross

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