Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Aktuelles Viele Wege führen ins Berufsfeld Pflege
Mehr Studium & Beruf Aktuelles Viele Wege führen ins Berufsfeld Pflege
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:23 12.07.2018
Pflegefachkräfte sind derzeit gefragt: Sie haben beste Aussichten auf einen krisensicheren Arbeitsplatz. Foto: Markus Scholz
Anzeige
Berlin

Aktuell gibt es in Deutschland rund 2,9 Millionen Pflegebedürftige - Tendenz steigend. Diese Menschen sind im Alltag meist auf professionelle Hilfe angewiesen. Pflegefachkräfte gibt es derzeit jedoch zu wenige. Wer sich für eine Ausbildung im Pflegebereich entscheidet, hat beste Jobaussichten. Es gibt mehrere Wege, wie ein Einstieg in die Branche gelingt.

Derzeit gibt es drei bundesweit einheitlich geregelte Ausbildungen zum Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpfleger. In der Regel dauern sie jeweils drei Jahre. Angehende Altenpfleger absolvieren neben einem schulischen Teil viele Praxisphasen in Pflegeeinrichtungen. Künftige Kinder- und Krankenpfleger werden an Berufsfachschulen und in Bereichen der Krankenhäuser ausgebildet. Vereinzelt müssen Azubis im Bereich Altenpflege noch Schulgeld zahlen.

Auch eine akademische Ausbildung ist möglich. "In Deutschland bieten 78 Fachhochschulen und Universitäten insgesamt 149 Pflegestudiengänge an", sagt Claudia Böcker vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Bei einem Teil der Hochschulen gibt es duale Studiengänge, die die Berufsausbildung mit einem Bachelorstudium verknüpfen. Andere Studiengänge befähigen Absolventen, später Management-Posten in Pflegeeinrichtungen zu übernehmen. Die Bachelor-Studiengänge dauern je nach Ausrichtung und Hochschule drei bis viereinhalb Jahre.

Einen schnelleren Einstieg ermöglicht eine Ausbildung als Hilfskraft. "Sie erfolgt an Berufsfachschulen und ist von Land zu Land unterschiedlich geregelt", erklärt Paul Ebsen von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. In vielen Bundesländern können sich Interessierte innerhalb eines Jahres zu Gesundheits- und Krankenpflegehelfern qualifizieren. Auch eine Ausbildung zum Altenpflegehelfer ist möglich. Sie dauert meist ein Jahr, in Hamburg sogar zwei Jahre. Oft müssen die Azubis dann Schulgeld zahlen.

Auch private Anbieter haben kostenpflichtige Kurse und Lehrgänge im Programm. "Das reicht vom Sechs-Wochen-Crashkurs bis hin zu einem halbjährigen Lehrgang", erklärt Johanna Knüppel vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe. Wer daran teilgenommen hat, bekommt in der Regel vom Anbieter ein Zertifikat.

"Der Bedarf an Pflegefachkräften ist derzeit so hoch, dass Seiteneinsteiger wirklich gute Berufsaussichten haben", sagt Ebsen. Interessierte sollten sich an die zuständige Agentur für Arbeit wenden. Sie finanziert in vielen Fällen eine Umschulung.

Jeder, der im Pflegebereich beruflich tätig sein möchte, sollte dort zunächst ein Praktikum absolvieren, rät Ebsen. Denn die Arbeit sei körperlich wie psychisch anstrengend. Schicht- und Wochenenddienst sind an der Tagesordnung, die Bezahlung sei oft nicht gerade üppig.

Es gibt viele Weiterbildungsmöglichkeiten: Krankenpfleger können etwa Fachkrankenpfleger im Operationsdienst werden. Altenpfleger können sich zum Fachaltenpfleger für klinische Geriatrie und Rehabilitation weiterbilden. Oder: Man macht sich selbstständig mit einem ambulanten Pflegedienst. Nach entsprechender Weiterbildung auch denkbar: die Leitung einer Station im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung.

Ab 2020 gehören die drei getrennten Ausbildungen zum Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpfleger der Vergangenheit an. Nach einer zweijährigen allgemeinen Ausbildung, können sich Azubis im dritten Jahr auf die Pflege von Kindern oder alten Menschen spezialisieren, oder die allgemeine Ausbildung fortsetzen. "Grund für diese Reform sind neue Anforderungen an die pflegerische Versorgung", erklärt Knüppel. Azubis müssen dann kein Schulgeld mehr zahlen. Sie bekommen eine Ausbildungsvergütung. Auch so soll der Beruf attraktiver werden.

dpa

Ausbildungsportal

Freie Ausbildungsstellen, Berufsorientierung und jede Menge Tipps für Azubis gibt es auf www.azubify.de!

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Aktuelles Volltanken bitte - Tankwart-Jobs im Wandel

Die Ferien-Reisewelle macht sich nach und nach auf Deutschlands Straßen breit und an Tankstellen ist wieder viel los. Falls ein Fremder das eigene Auto betanken will - nicht wundern. Das ist sein Job.

12.07.2018

Zeitdruck, Leistungsdruck, Konkurrenzdruck - gerade jüngere Menschen leiden im Job oftmals unter Erfolgszwang. Dabei ist der daraus resultierende Stress schlecht für die Gesundheit und den beruflichen Werdegang.

09.07.2018

Sind Arbeitnehmer unzufrieden, sinkt oft ihre Produktivität. Um sich wohlzufühlen, muss auch Arbeitsumgebung die stimmen. Laut einer aktuellen Umfrage sind jedoch knapp ein Drittel der Berufstätigen unglücklich mit den räumlichen Gegebenheiten im Job.

06.07.2018
Anzeige