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Berufsbilder Vorgestellt: Ausbildung zum/zur Verkäufer/in bei Norma
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13:00 12.07.2018
Azubi Khaled El-Khaldy zieht Produkte über den Scanner und kassiert diese ab. Quelle: Christian Modla

Kaufleute im Büromanagement, Kfz-Mecha­troniker und Kaufleute im Einzelhandel zählen seit Jahren zu den beliebtesten Ausbildungsberufen bei Schulabgängern. Auch der Beruf Verkäufer reiht sich hier ein. Für diesen hat sich Khaled El-Khaldy entschieden. Der Leipziger gewährt Einblick in seinen Alltag als Azubi beim Lebensmittel-Discounter Norma.

Aufgeweckt ist er, das merkt man gleich beim ersten Aufeinandertreffen. Keine Spur von Schüchternheit, wie man sie sonst oft bei Auszubildenden erlebt. Das mag am Alter liegen. Khaled ist bereits 32. Und damit älter als die meisten anderen Azubis. „Ich wusste lange Zeit nicht, was ich machen will“, erklärt er. Er probierte sich in der Altenpflege aus. Das war aber nicht das Richtige für ihn. Später machte er als Pauschalkraft erste Erfahrungen im Verkauf. „Ich bin kommunikativ, spreche fließend Englisch, mag Zahlen und den Kontakt mit anderen Menschen“, erzählt Khaled.

Seine Erfahrungen im Verkauf zusammen mit seinen Fähigkeiten führten schließlich zur Bewerbung für eine Lehre als Kaufmann im Einzelhandel. Seit vergangenem Jahr macht er nun eine Ausbildung zum Verkäufer. „Das ist bei uns der übliche Weg“, erklärt Felix Feistauer, Bereichsleiter für Aus- und Fortbildung bei Norma. Der Discounter bildet erst einmal Verkäufer aus. Wenn die am Ende der zweijährigen Ausbildung gute Leistungen vorweisen können, haben sie die Möglichkeit, nach einem weiteren Jahr ihren Abschluss als Kaufmann oder Kauffrau im Einzelhandel zu erwerben.

Azubi Khaled El-Khaldy räumt neu angelieferte Ware in die Regale ein. Quelle: Christian Modla

Das ist auch Khaleds Plan. „Meine Noten sind aktuell sehr gut“, sagt er. Und auch sonst scheint der Leipziger im Job des Verkäufers seine Bestimmung gefunden zu haben. Er backt Brot auf, verräumt frisch angelieferte Waren wie Obst und Gemüse, aber auch Fleisch, Fisch und Milchprodukte. Er kassiert und reklamiert Waren, kon­trolliert Haltbarkeitsdaten, baut Aktionsware auf und gibt neue Bestellungen auf. Und natürlich gehört es für ihn auch dazu, den Laden aufzuräumen und den Leergut-Automaten zu leeren. „Ich presse auch gerne die alte Pappe mithilfe einer großen Maschine zu schweren Ballen zusammen“, erzählt er. Bei all dem stehen die Kunden natürlich an erster Stelle. Dass die nicht immer einfach sind, gehört zum Alltag von Verkäufern dazu. „Dann muss man aber trotzdem höflich und ruhig bleiben und darf die Situation nicht zu persönlich nehmen“, weiß Khaled. Dennoch mag er den Kundenkontakt, freut sich, wenn es an der Kasse so richtig voll wird. „Dann geht die Zeit so schnell rum“, sagt er und lacht.

Als Verkäufer sind die Auszubildenden bei Norma von Anfang an voll eingebunden. Das betrifft angenehmere wie auch herausfordernde Aufgaben. Zusammen mit einem Ausbilder und einer weiteren Arbeitskraft halten sie den Laden am Laufen.

Ausbilder Andreas Thomas zeigt Azubi Khaled El-Khaldy, wie man mithilfe einer Maschine Pappe zu Paketen zusammenpresst. Quelle: Christian Modla

Aktuell werden in den Norma-Filialen in Sachsen circa 60 junge Menschen ausgebildet. Die meisten von ihnen sind im ersten oder zweiten Lehrjahr und streben einen Abschluss als Verkäufer an. Einfach fällt es Feistauer nicht, passende Azubis zu finden. „Allein für 2018 habe ich bislang Hunderte Bewerbungen gesichtet, aber die Schul­abschlüsse der Bewerber sind oft nicht ausreichend. Jemand, der nur mangelhafte Mathe-Kenntnisse vorweisen kann, wird die Ausbildung nicht schaffen“, sagt er.

Dabei sind Noten nicht alles, worauf das Unternehmen achtet. Auch durch praktische Erfahrungen im Verkauf können Bewerber punkten. Wer diese noch nicht mitbringt, kann sich beim Probearbeiten beweisen. Hierbei erfahren manche Schüler das erste Mal, was körperliche Arbeit bedeutet. Bewerber, die hier überzeugen, werden zum Gespräch eingeladen. „Uns ist wichtig, dass die Auszubildenden wissen, was sie wollen und worauf sie sich einlassen. Den Rest lernen sie dann schon“, sagt Feistauer.

Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsdauer: zwei Jahre

Vergütung Bundesdurchschnitt*:
1. Jahr: 630 bis 805 Euro
2. Jahr: 690 bis 885 Euro

Deine Lieblingsfächer: Deutsch, Mathe

Deine Perspektiven (Auswahl): Kaufleute im Einzelhandel, Ausbilder, Fachwirt – Handel, Betriebswirt, Fachwirt – Wirtschaft, Handels­betriebswirtschaft (Studium)

*Quelle: berufenet.arbeitsagentur.de

Khaled wusste das. Und konnte überzeugen. An seine Ausbildung zum Verkäufer möchte er noch den Kaufmann im Einzelhandel anhängen und später zum Filialleiter aufsteigen. Chancen gäbe es in jedem Fall. In den kommenden zehn bis 15 Jahren verabschieden sich viele Filialleiter des Unternehmens in den Ruhestand. „Bloß nicht stillstehen“, sagt Khaled und blickt optimistisch in seine Zukunft.

Patricia Liebling

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