Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Berufsbilder "Pflege braucht Idealismus, Kraft und Motivation"
Mehr Studium & Beruf Berufsbilder "Pflege braucht Idealismus, Kraft und Motivation"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:03 26.10.2018
„Ich bin angekommen“, sagt Altenpflegerin Carolin Urban (r.), hier mit ihrer Kollegin Sophia Greiner-Gabriel (l.). Die jungen Frauen arbeiten im Maternus Senioren- und Pflegezentrum Dresdner Hof in Leipzig. Quelle: Christian Modla

Alle Menschen wünschen sich, im Alter gut versorgt zu sein. Doch angesichts des in Deutschland vorherrschenden Pflegenotstands fragen sich viele besorgt, ob denn überhaupt noch jemand da sein wird, wenn sie einmal Hilfe benötigen. „Altenpflege ist Beziehungsarbeit und funktioniert nur bei einem ausgewogenen Verhältnis von Pflegebedürftigen und Pflegenden. Das setzt auch voraus, dass dem Nachwuchs die entsprechende Aufmerksamkeit gezollt wird“, betont Lars Werner, Leiter des Maternus Senioren- und Pflegezentrums Dresdner Hof im Herzen Leipzigs. Dort verstärken seit 1. September Carolin Urban, Stefanie Jäger und Sophia Greiner-Gabriel als ausgebildete Altenpflegerinnen das Team. Gemeinsam mit ihren Kollegen tun sie alles, um den Bewohnern ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Die jungen Frauen haben im Dresdner Hof ihre praktische Ausbildung absolviert, kennen also bereits ihr Arbeitsumfeld und die Senioren gut. Ein Vorteil und zugleich eine Verpflichtung, das Erlernte nun selbstständig anzuwenden und in der Praxis umzusetzen. „Die Drei sind ihrem Ausbildungsbetrieb treu geblieben und ein großer Gewinn für unsere Einrichtung“, freut sich Werner. Stellvertretend für die frisch examinierten Pflegekräfte berichtet Carolin Urban im Interview über ihre Gründe, sich für diesen Beruf zu entscheiden.

Was hat dich bewogen, in die Altenpflege zu gehen?

Ich habe eine Ausbildung als Krankenpflegehelferin absolviert und von 2011 bis 2014 bei der Bundeswehr als Sanitätssoldatin gearbeitet. Die Versorgung der Kameraden bei Übungen und im Einsatz verlangte mir schon damals ein hohes Maß an Verantwortung ab. Mich erfüllte diese Arbeit. Allerdings war der ständige Wechsel der von mir Versorgten nicht so mein Ding. Ich wollte gern Menschen betreuen, sie in ihrem Wohnumfeld begleiten und für sie ein ständiger Ansprechpartner sein. Das habe ich in der Altenpflege gefunden. Menschen, zu denen ich eine beständige Beziehung aufbauen konnte. So entschied ich, mich wieder auf die Schulbank zu setzen, um Altenpflegerin zu werden.

Wie hast du die Ausbildungszeit erlebt?

Meine Berufserfahrung als Krankenpflegehelferin war eine gute Voraussetzung. Die dreijährige Ausbildung zur Altenpflegerin konnte in meinem Fall daher auf zwei Jahre verkürzt und berufsbegleitend durchgeführt werden. Das kam mir als junge Mutter sehr entgegen.

Was liebst du an deiner Arbeit?  Und was sind deine täglichen Herausforderungen?

Ich habe Verantwortung für den Pflegeprozess der mir anvertrauten Bewohner und treffe pflegefachliche Entscheidungen. Ich bin für die Gesundheit und das Wohlbefinden der mir anvertrauten Bewohner in meinem Bereich verantwortlich. Natürlich arbeite ich in einem festen Team, und finde es toll, dass ich mich mit dem Team beraten kann und vor allem auch als Berufsanfänger feste Ansprechpartner habe. Bei meiner Berufswahl war mir das sehr wichtig, mich auf mein Gegenüber individuell einlassen zu können. Und ich liebe die Herausforderung, die der tägliche Umgang mit meinen an Demenz erkrankten Bewohnern mit sich bringt. Schien heute Morgen bei Herrn X noch die Sonne, so kann es passieren, dass ich ihn in einer nächsten Situation in einer völlig anderen Stimmungslage antreffe. Da muss ich individuell reagieren. Das ist professionelle Pflege. Ich kann für mich sagen, ich bin hier angekommen und habe mein gestecktes Ziel erreicht. Die Arbeit für und mit den alten Menschen macht mir wirklich Freude. Und es kommt auch viel Dankbarkeit zurück.

Fakten zur Ausbildung

schulische Ausbildung an Berufsfachschulen mit Praxisphasen in Altenpflegeeinrichtungen
Ausbildungsdauer: drei Jahre
Deine Lieblingsfächer: Deutsch, Gemeinschaftskunde, Ethik/Religion, Mathe
Deine Perspektiven (Auswahl):
Die Pflege ist ein Berufsfeld mit vielen Perspektiven und Karrierechancen. Arbeitsfelder: Altenwohn- und Pflegeheime, ambulante Altenpflege, Reha-Kliniken und Hospize.

Quelle: berufenet.arbeitsagentur.de

Welche Pläne hast du für die Zukunft im Sinne fachlicher und beruflicher Weiterentwicklung?

Am 1. September bin ich gemeinsam mit zwei weiteren ehemaligen Azubis hier im Dresdner Hof übernommen und eingestellt worden. Wir haben einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten. Das ist eine große Sache. Man ist als junger Mensch doch gleich viel sicherer, was die persönliche Lebensplanung angeht. Ich empfinde das als einen großen Vorteil vor allem für junge Berufseinsteiger. Nun, nach knapp einem Monat kann ich schon sagen, ich habe den richtigen Weg genommen, um in meinem Wunschberuf arbeiten zu können. In Abstimmung mit dem Team kann ich eigenverantwortlich arbeiten und eine gute Pflege umsetzen. Damit bewege ich etwas. Das war einer der wichtigsten Gründe meiner Berufswahl. Zu meiner beruflichen Weiterentwicklung kann ich nur sagen, dass ich mir später schon vorstellen kann, einmal als Wohnbereichsleiterin zu arbeiten. Das setzt allerdings voraus, mir die dazu erforderliche Berufserfahrung anzueignen und noch eine Menge zu lernen. Ich stehe jetzt erst am Anfang und sammle jeden Tag, jede Woche neue Erfahrungen. Dadurch werde ich als Berufsanfängerin in meinem pflegerischen Handeln immer sicherer. Unterstützung und Begleitung erhalte ich dabei von meinen Kollegen, meiner Pflegedienstleiterin und meinem Einrichtungsleiter. So kann ich mein Wissen tagtäglich erweitern und es später selbst einmal an Berufseinsteiger wie mich weitergeben.

Interview: Diana Richter, Lokale Kundenmanagerin Leipzig Maternus Senioren- und Pflegezentrum Dresdner Hof GmbH

LVZ-Ausbildungsprojekt azubify

azubify hilft beim Start ins Berufsleben. Schulabgänger und angehende Azubis in Mitteldeutschland finden sowohl im aktuellen azubify-Magazin als auch online unter www.azubify.de/leipzig jede Menge freie Lehrstellen in der Region sowie Infos und Tipps rund um die Themen Berufsorientierung und Ausbildung.

Brillen helfen nicht nur beim Sehen. Sie prägen das Gesicht ihres Trägers. Entsprechend müssen Augenoptiker nicht nur wissen, wie sie Gläser zu bearbeiten haben. Auch das Menschliche zählt enorm.

01.10.2018

Hebammen haben einen erfüllenden, aber sehr fordernden Beruf. Der Kontakt zu den werdenden Eltern ist extrem intim. Die Arbeitszeiten erfordern Flexibilität, die Verantwortung ist groß. In den kommenden Jahren stehen bei der Ausbildung starke Veränderungen an.

01.10.2018

Fachkräfte für Rohr-, Kanal- und Industrieservice üben heute einen Hightech- und Umweltberuf aus. Ein Blick über die Schulter der Azubis von der Leipziger Firma Kanal Türpe.

21.09.2018