Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Studium Juristisches Staatsexamen: Frauen werden benachteiligt
Mehr Studium & Beruf Studium Juristisches Staatsexamen: Frauen werden benachteiligt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:12 18.05.2018
Eine Studie ergab, dass Frauen beim zweiten juristischen Staatsexamen meist schlechter abschneiden. Quelle: Bernd Wüstneck
Anzeige
Berlin

Frauen werden im zweiten juristischen Staatsexamen oft schlechter beurteilt als Männer. Das haben Forscher der Fernuniversität Hagen, der Universität Wiesbaden und der Hertie School of Governance in einer Studie gezeigt.

Auswirkungen hat die Benachteiligung vor allem an der Schwelle zum Prädikatsexamen, das für Juristen eine zentrale Rolle spielt: Viele Jobs stehen nur denen offen, die im zweiten Staatsexamen mindestens neun Punkte erzielt haben. Die Zahl der Frauen, die diese wichtige Hürde schaffen, war in der Untersuchung zwölf Prozent niedriger als die der Männer.

Diskriminierung oder nicht? Zumindest ein Befund spricht dafür, so die Forscher: Besonders schlecht schneiden Frauen ab, wenn ihre Prüfungskommission nur aus Männern besteht. Sitzt mindestens eine Frau darin, verschwindet der Geschlechterunterschied fast vollständig.

Ein ähnlicher Befund zeigt sich auch bei Examenskandidaten mit offensichtlichem Migrationshintergrund, unabhängig von der Staatsbürgerschaft: Wer zum Beispiel einen scheinbar nicht-deutschen Namen hat, bekommt im Schnitt deutlich schlechtere Noten als seine Kommilitonen. Bei Prädikatsexamen zeigt sich bei Juristen mit Migrationshintergrund sogar eine Differenz von 70 Prozent.

Für die

Studie haben die Forscher Ergebnisse von rund 20 000 Kandidaten untersucht, die zwischen 2006 und 2016 in Nordrhein-Westfalen zum zweiten Staatsexamen angetreten sind. Auftraggeber der Studie war das Justizministerium des Bundeslandes.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mehr Auswahl für Studierende: An einigen Universitäten in Deutschland lassen sich neue Fächer studieren. In Chemnitz gibt es nun einen Masterstudiengang, bei dem moderne Medien- und Kommunikationsformen in den Fokus gerückt werden.

14.05.2018

Immer mehr junge Leute in Deutschland studieren. Ob jemand die Uni besucht, hängt aber noch immer stark vom Elternhaus ab. Das zeigt eine aktuelle Studie: Sind Mama oder Papa auch Akademiker, sind es vermutlich auch die Kinder - ansonsten eher nicht.

09.05.2018

Der Uni-Tag will nicht enden, die Vorlesung ist zum Einschlafen, oder vor der Prüfung kommt Panik auf: Konzentrationskiller gibt es im Hochschul-Alltag viele. Doch verlorene Energie lässt sich zurückholen - mit Strukturen und Studentenfutter.

07.05.2018
Anzeige