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Studium Länder wollen Studienplatzvergabe breiter aufstellen
Mehr Studium & Beruf Studium Länder wollen Studienplatzvergabe breiter aufstellen
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11:56 06.10.2016
Die Bundesländer haben sich auf ein neues Verteilsystem für begehrte Studienplätze geeinigt. Damit soll künftig verhindert werden, dass viele NC-Studienplätze unbesetzt bleiben. Quelle: Jens Kalaene
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Berlin

Das seit Jahren holprige Verteilsystem für begehrte Studienplätze mit Numerus-Clausus-Schranke (NC) soll besser werden. Die zuständigen 16 Bundesländer haben deshalb einen neuen Staatsvertrag für das "hochschulstart"-Verfahren der Stiftung für Hochschulzulassung beschlossen.

Diese Vereinbarung für den Nachfolger der Zentralen Vergabestelle für Studienplätze (ZVS) solle zum Wintersemester 2018/2019 greifen, müsse aber noch von allen Ländern förmlich ratifiziert werden, wie das Magazin des Deutschen Studentenwerks ("DSW-Journal") in seiner neuen Ausgabe berichtet,

Den Länder-Plänen zufolge werden künftig auch besonders gravierende Mangelfächer - vor allem Human-, Zahn- und Tiermedizin sowie Pharmazie - in die Online-Studienplatzbörse des "Dialogorientierten Serviceverfahrens" (DoSV) integriert. In diesen bundesweiten NC-Fächern gilt bisher die alte Vergabepraxis, die sich an Abitur-Durchschnittsnoten und Wartezeiten orientiert. Erhofft werde ein Schub, damit die deutschen Hochschulen ihre NC-Studienplätze demnächst ganz überwiegend mit Hilfe des dafür eigens entwickelten Bewerbungssystems "hochschulstart.de" verteilen.

Hintergrund des Reformvorstoßes: Gerade mal 103 von 177 staatlichen Hochschulen (knapp 60 Prozent), die NC-beschränkte Bachelor-Studiengänge anbieten, beteiligten sich zum jetzt beginnenden Wintersemester am internetbasierten DoSV. Zwei Jahre davor waren es sogar nur 89, voriges Jahr dann 100. Am Ende blieben im Wintersemester 2015/16 von 252 000 Bachelor-Plätzen mit örtlichem NC mehr als 11 500 unbesetzt. Das entsprach einer Quote von 4,6 Prozent - zudem ist von einer hohen Dunkelziffer die Rede.

Die Kultusministerkonferenz der 16 Länder (KMK) bewertet die aktuelle Situation des Verfahrens als "nicht zufriedenstellend". Die Kritik am DoSV konzentriert sich auf zwei Mängel: zum einen die zögerliche Teilnahme staatlicher Hochschulen an der Datenbank - zum anderen Mehrfachbewerbungen von Studienberechtigten, die so letztlich begehrte Plätze blockieren. Das finanziell am Aufbau des DoSV beteiligte Bundesbildungsministerium musste im April einräumen, das System werde noch bis 2018 nur unzureichend funktionieren.

Auch der neue Staatsvertrag setzt dem Magazinbericht zufolge bei der Teilnahme der Hochschulen zunächst auf Freiwilligkeit. Nur in den sechs Ländern Berlin, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen seien inzwischen alle Hochschulen mit NC-Fächern an das DoSV-System angebunden. Vor diesem Wintersemester galt für vier von zehn Studiengängen ein NC, wie das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) ermittelte. Die höchsten Anteile hatten Hamburg (72,3 Prozent), Bremen (60,8) und das Saarland (60,2).

dpa

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