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131 Menschen werden in Thüringen vermisst - "Einige seit vielen Jahren verschwunden"

131 Menschen werden in Thüringen vermisst - "Einige seit vielen Jahren verschwunden"

Einfach verschollen: In Thüringen werden aktuell 131 Menschen vermisst. „Einige sind schon seit vielen Jahren verschwunden“, sagte der Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA), Ringo Mühlmann, in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

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Etwa 750 Menschen werden in Thüringen jährlich als vermisst gemeldet. Oft sind es jugendliche Ausreißer, die schnell gefunden werden. Andere sind seit Jahren wie vom Erdboden verschluckt.

Quelle: dpa

Erfurt. Jährlich würden im Freistaat etwa 750 Menschen als vermisst gemeldet. Die Meisten werden relativ schnell wiedergefunden. Ein Großteil der Fälle geht auf das Konto Jugendlicher, die von zu Hause oder aus Heimen ausreißen. Es gibt aber auch Menschen, die bewusst abtauchen. Nach ihnen suchen dann auch schon mal private Detekteien. Allerdings sind diese Fälle selten.

Dem LKA zufolge wurden in Thüringen in diesem Jahr bisher 436 Menschen als vermisst gemeldet. Die größte Gruppe sind Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren - mit allein mehr als 300 Fällen. Einige von ihnen haben auch Abenteuerlust als Motiv für ihr plötzliches Verschwinden zu Protokoll gegeben. Neun Fälle aus diesem Jahr sind noch ungelöst.

Zu denen, die seit Jahren gesucht werden, gehört Manuela Schiepek. Einen Tag vor Heiligabend 1997 verlor sich die Spur der damals 24-jährigen Frau aus Weimar. Am Tag zuvor hatte sie noch ihr Auto verkauft und war in Begleitung von zwei Männern gesehen worden. Ein letztes Zeichen gab es im August des Folgejahres: Ihre Ausweise wurden gefunden - in einer anderen deutschen Stadt.

„Auch wenn das Ereignis schon lange zurück liegt, es wird nicht vergessen“, versicherte Mühlmann. Einige Vorgänge hat das Landeskriminalamt im Internet veröffentlicht. „Das geschieht nur, wenn die Angehörigen einverstanden sind und wenn ein Bezug zum Ausland vermutet wird“, sagte der LKA-Sprecher.

Gewöhnlich bieten auch private Detekteien an, nach Vermissten zu suchen. „Diese Fälle sind aber eher selten“, sagte der Erfurter Privatdetektiv Andreas Helmis. So habe er vor einiger Zeit wegen eines Thüringer Studenten recherchiert, der vor etwa 20 Jahren im Ausland verschwand. „Der Mann konnte trotz einiger neuer Anhaltspunkte, die sich ergeben haben, nicht gefunden werden.“

In einem anderen Fall habe er ein Kind ausfindig gemacht, das von Verwandten entführt wurde. „Aber das ist Jahre her.“ Öfter komme es hingegen vor, dass jemand etwa wegen hoher Schulden oder finanzieller Verpflichtungen in Unterhaltsdingen einfach abtaucht. Dann begibt sich der Privatdetektiv auf Suche. „Davon gibt es bei mir pro Jahr etwa zehn Fälle“, sagte Helmis.

Eine lange Erfahrung bei der Suche nach Vermissten hat auch der Suchdienst des DRK, der seit mehr 65 Jahren dem Schicksal von Vermissten des Zweiten Weltkrieges nachspürt. „Natürlich gibt es diesen Dienst noch“, sagt Hartmut Reiter vom Landesverband Thüringen. Das DRK versuche vor allem dann zu helfen, wenn im Ausland Menschen verloren gehen. Im Inland sei das meist bei Katastrophen der Fall - etwa bei Flutereignissen.

dpa

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