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20 Jahre nach Hoyerswerda: "Wir sind im öffentlichen Bewusstsein weitergekommen"

20 Jahre nach Hoyerswerda: "Wir sind im öffentlichen Bewusstsein weitergekommen"

Vor 20 Jahren war das sächsische Hoyerswerda Schauplatz von ausländerfeindlichen Übergriffen und Demonstrationen. Die Gewalt ging von überwiegend jugendlichen Neonazis aus.

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Martin Gillo (CDU) ist der neue Ausländerbeauftragte in Sachsen.

Quelle: dpa

Dresden. Nur wenige Menschen versuchten, die rassistischen Übergriffe zu stoppen. Sachsens Ausländerbeauftragter Martin Gillo - das Amt wurde unmittelbar nach den Ereignissen von Hoyerswerda geschaffen - blickt im Gespräch zurück und voraus.

Wie haben Sie die Ereignisse von Hoyerswerda in Erinnerung?

Gillo: „Das war ein absoluter Schock. Ich lebte damals in Genf und war für AMD tätig. Die schrecklichen Bilder gingen um die Welt. Und die Ereignisse haben den Ruf von Sachsen bei den Menschen, die Sachsen noch nicht kannten, erheblich gefährdet. Wir überlegten damals, mit einem Werk nach Sachsen zu gehen. Und auf einmal stellte sich die Frage: Können wir ausländische Mitarbeiter, die zu den besten Technologen gehören, mit deren Familien nach Sachsen schicken?“

Könnte es in Sachsen heute eine neues Hoyerswerda geben?

Gillo: „Nein. Nicht nur, weil gewalttätiger Rechtsextremismus offensiv und konsequent verfolgt wird. Wir sind auch im öffentlichen Bewusstsein weiter gekommen. Es gibt aber immer noch ein Ritual der Fremdenfeindlichkeit. Mir ist bewusst, dass wir auf einem Generationenweg sind. Eine Umfrage besagt etwa, dass sich 56 Prozent der Sachsen zur Weltoffenheit bekennen, 44 Prozent aber eben nicht. Da haben wir also noch eine lange Strecke zurückzulegen. Aber ich bin sicher: Wir bewegen uns in Richtung Willkommensgesellschaft.“

Willkommensgesellschaft für wen?

Gillo: „Es geht um die Weiterentwicklung der Weltoffenheit. Wir brauchen zum Beispiel einen Zustrom an qualifizierten Fachleuten. Und um der Meinung entgegenzuwirken, erst sollten mal die Arbeitslosen angestellt werden, bevor wir uns Menschen ins Land holen: Man kann aus einem 50-jährigen Mechaniker keinen hoch spezialisierten Elektroniker machen. Ich sehen an diesem Punkt noch einen großen Aufklärungsbedarf. Letztlich geht es um Respekt für den anderen, das richtet sich an die Sachsen wie auch die Menschen aus anderen Ländern, die bei uns leben. Wenn ich andere respektiere, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass auch ich respektiert werde.“

dpa

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