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2016 weniger Christen in Sachsen - Zuwachs bei Katholiken

Statistik 2016 weniger Christen in Sachsen - Zuwachs bei Katholiken

Immer weniger Sachsen gehören einer der beiden großen christlichen Kirchen an. Die Zahl der Protestanten sinkt seit Jahren, auch bei den Katholiken schlagen Abwanderung und Demografie durch - es gibt aber auch Lichtblicke.

Die katholische Propsteikirche St. Trinitatis in Leipzig. Sachsenweit gibt es zwar weniger Christen, aber mehr Katholiken. (Archivbild)

Quelle: André Kempner

Hannover/Dresden/Görlitz. In Sachsen gibt es immer weniger Christen. Vor allem die evangelische Kirche hat 2016 weitere Mitglieder verloren - durch Austritte und Verluste durch Tod und Abwanderung. Der Zuwachs bei der katholischen Kirche kann das Minus nicht ausgleichen. Nach den am Freitag von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover und der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Bonn veröffentlichten Statistiken gab es landesweit Ende 2016 rund 909.340 Christen.

Während die Zahl der Protestanten im Vergleich zum Vorjahr um gut 13.500 auf 757.424 zurückging, gab es bei den Katholiken einen Zuwachs von fast 1300 auf 151.915.

Mehr als 13.000 Mitglieder durch Tod verloren

Die Evangelische Landeskirche Sachsens hatte Ende 2016 nach eigenen Angaben noch 701.008 Mitglieder und damit 12.642 weniger als ein Jahr zuvor. Ein Sprecher verwies zur Begründung auch auf die negative demografische Entwicklung. So gebe es einen Sterbeüberschuss und im Berufsleben stünden die geburtenschwache Jahrgänge.

Die Landeskirche verlor allein fast 13.600 Mitglieder durch Tod, die Zahl der Taufen lag mit 5960 knapp unter der Vorjahreszahl (6081). Erfreulich sei ein weiterer Rückgang der Kirchenaustritte um gut 20 Prozent - von 7656 auf 6085.

Mehr Taufen, weniger Eintritte, mehr Austritte

Mehr als 37.000 Protestanten - rund 1000 weniger als 2015 - lebten in sächsischen Gemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Dort wurde im Vergleich zum Vorjahr mehr getauft, es gab aber auch mehr Austritte und weniger Eintritte.

Für das bis Ostthüringen reichende Bistum Dresden-Meißen stehen mit 142.800 Kirchenmitgliedern 754 mehr als 2015 zu Buche. Im sächsischen Teil stieg ihre Zahl gar um 878 auf 133.291, vor allem dank Zuzügen. Getrübt wird die Bilanz durch leichte Rückgänge bei Taufen und Eintritten, einem deutlichen Minus bei Firmungen - die Zahl hat sich mit 364 mehr als halbiert - und einer weiter hohen Austrittszahl.

Polnische Katholiken zugezogen

"Meist ist die Ursache ein schleichender Entfremdungsprozess, selten eine bewusste Entscheidung gegen Gott", sagte Generalvikar Andreas Kutschke. Laut Statistik kehrten 1294 Katholiken ihren Gemeinden den Rücken, 344 weniger als 2015.

Beim Bistum Görlitz lag die Zahl der Mitglieder Mitte Juni 2017 bei 29.255. Ein Jahr zuvor waren es danach 29.085. Der Rückgang um 47 Christen in Brandenburg wurde durch den Zuwachs von 217 Christen in Sachsen mehr als kompensiert - vor allem dank des Zuzugs polnischer Katholiken im sächsischen Teil, wie Bischof Wolfgang Ipolt erklärte. "Es ist schön zu erleben, dass junge polnische Familien sich zunehmend in das hiesige Gemeindeleben einbringen." Die DBK-Statistik 2016 weist 29.277 Katholiken aus - 482 mehr gegenüber 2015. Danach gab es weniger Austritte, dafür aber mehr Taufen und Eintritte.

EKD und Deutsche Bischofskonferenz veröffentlichen die Statistik gemeinsam mit Landeskirchen und den Erzbistümern.

LVZ

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