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50 Millionen Euro Schaden nach Flut in Ostsachsen - Lage normalisiert sich

50 Millionen Euro Schaden nach Flut in Ostsachsen - Lage normalisiert sich

Drei Tage nach dem verheerenden Hochwasser normalisiert sich die Lage in den betroffenen Gebieten Sachsens langsam. „Wir können im Augenblick sagen, die Situation ist entspannt“, sagte der sächsische Umweltminister Frank Kupfer (CDU) am Dienstag in Dresden.

Bad Muskau/Zittau. Auch in Brandenburg ist von Entspannung die Rede. Evakuierungen wurden aufgehoben, Aufräumarbeiten sind im Gange. Als letzte der betroffenen Regionen hob am Dienstag der Landkreis Görlitz den Katastrophenalarm auf.

Nach und nach tritt das ganze Ausmaß an Schäden zutage. Allein im Landkreis Görlitz hat die Flut nach ersten Schätzungen einen Schaden von mehr als 50 Millionen Euro an Straßen, Brücken und öffentlichen Gebäuden angerichtet. Hinzu kommen Zerstörungen an privaten Häusern, an der Bahnstrecke zwischen Zittau und Görlitz und an Einrichtungen wie dem Kloster St. Marienthal in Ostritz und dem Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau, teilte das Landratsamt mit. Weitere Schadensmeldungen werden in den kommenden Tagen erwartet.

Im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau ist das Wasser weitgehend abgeflossen. Die Schäden an Gebäuden halten sich offensichtlich in Grenzen. „Wir haben Glück gehabt“, sagte die stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung Fürst-Pückler-Park, Cornelia Wenzel, am Dienstag. Am Vortag hatte die zum Unesco-Welterbe gehörende Anlage zu großen Teilen unter Wasser gestanden. Wenzel zufolge sind im Neuen Schloss nur die Keller vollgelaufen. Am Samstag soll die Dauerausstellung wieder öffnen.

Sachsens Regierung beschloss unterdessen zwei Darlehensprogramme für die Opfer des Hochwassers. Das Land nimmt 10 Millionen Euro in die Hand, um damit Kreditzinsen niedrig zu halten. Innenminister Markus Ulbig (CDU) geht davon aus, dass damit mehr als 100 Millionen Euro Darlehen abgerufen und zur Beseitigung von Flutschäden eingesetzt werden können. Die Programme richten sich vornehmlich an Privatleute und Unternehmen, denen der Abschluss eine Flutschaden- Versicherung verweigert worden war, sowie an Kommunen. Die Zinssätze sollen bei 1,5 beziehungsweise 0,75 Prozent liegen. Zudem sollen bestehende Förderprogramme so angepasst werden, dass damit Schäden beseitigt werden können. Ulbig kündigte spätere Regelungen für Härtefälle an.   

Dem Landesbauernverband sind keine gravierenden Ernteausfälle wegen der Überschwemmungen bekannt. Allenfalls Bauern, die ihre Felder unmittelbar an der Neiße haben, könnten Verluste erlitten haben. Ein Landwirt habe 40 Hektar Getreidefläche eingebüßt. „Aber das sind Einzelfälle.“   

In Dresden ist das Hochwasser seit Dienstagmorgen auf dem Rückzug. Entwarnung wird allerdings nur bis Mittwoch gegeben. Nach Angaben des sächsischen Hochwasserzentrums sind ab Donnerstag wieder starke Regenfälle zu erwarten.

Unterdessen begann eine Debatte um Konsequenzen der Flut. Das Bundesumweltministerium will Informationsdefizite prüfen. Bei der Sitzung der Hochwasser-Arbeitsgruppe von Deutschland, Polen und Tschechien Ende September sollten auch mögliche Defizite im Informationsfluss ein Thema sein, sagte die Parlamentarische Umweltstaatssekretärin Katherina Reiche (CDU) in Berlin. Hintergrund ist der Dammbruch am Witka-Stausee in Polen. Dadurch gelangten enorme Wassermassen in die Neiße. Sachsen hatte Mängel im Informationsfluss beklagt. An der Witka soll nun eine neue Talsperre entstehen.   

Der Görlitzer Landrat Bernd Lange (CDU) forderte mehr Pegel an der Neiße. Zwischen Görlitz und Bademeusel, einem Ortsteil von Forst in Brandenburg, existierten zu wenige Messstellen, um den Wasserstand des deutsch-polnischen Grenzflusses zu ermitteln. „Wir konnten den genauen Verlauf der Welle nicht verfolgen“, schätzte Lange ein.

dpa

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