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6,50 Euro Mindestlohn für Friseure - nicht alle machen mit

6,50 Euro Mindestlohn für Friseure - nicht alle machen mit

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die lange für diesen Mindestlohn gekämpft hat, erwartet, dass dieser noch in diesem Jahr vom Bund für allgemeinverbindlich erklärt wird.

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Haare schneiden und föhnen für kleines Geld.

Quelle: dpa

Dann müssen sich alle Betriebe daran halten, was bisher noch nicht Fall ist. Christel Tempel vom zuständigen Verdi-Landesbezirk in Leipzig weiß, dass gegenwärtig doch einige Betriebe versuchten, den Mindestlohn zu umgehen. Viele Angestellte aus der Region wendeten sich daher enttäuscht an die Gewerkschaft. Allein in Thüringen seien bereits 25 Klagen in Vorbereitung, um die entsprechenden Ansprüche geltend zu machen. In Sachsen gebe es noch keine Klagen, in Sachsen-Anhalt helfe die Gewerkschaft dagegen auch schon bei der Durchsetzung von Forderungen von Friseurinnen.

Auch Cornelia Scheuer-Barthel, die Landesinnungsmeisterin vom Friseurhandwerk Sachsen, hatte appelliert, dass alle Arbeitgeber die Mindestlohnregelungen mittragen. Sie weiß aber heute: "Einige Betriebe halten sich überhaupt nicht daran." Da würden einfach neue Arbeitsverträge gemacht und Stunden reduziert, um nicht mehr Lohn zahlen zu müssen. Für Scheuer-Barthel ist das aber auch eine Frage der eigenen Ethik und Moral. Nicht einmal fünf Euro in der Stunde zu bezahlen - das grenzt für sie schon an Sklaverei. Der Preismarkt in der Friseurbranche sei kaputt gemacht worden, sagt sie. 4000 Friseurbetriebe gebe es in Sachsen. Hinzu kommt, dass Schwarzarbeit ein Problem in der Branche ist.

Die Probleme bei der Umsetzung des Mindestlohns treten laut Tempel nicht flächendeckend in Mitteldeutschland auf, sind aber auch keine Einzelfälle mehr. Die prognostizierten Preiserhöhungen um 20 bis 30 Prozent habe es überall gegeben, sagt Tempel, sie wurden jedoch teilweise nicht an die Angestellten weitergegeben. Stattdessen seien Arbeitszeiten verkürzt oder Umsatzbeteiligungen gestrichen worden.

Mit Problemen bei der Einführung des Tarifvertrags hatte die Gewerkschaft gerechnet, aber "ein Stundenlohn von vier Euro - das war auch kein Zustand mehr", sagte Tempel. Daher sei ein Mindestlohn nach wie vor richtig. Es musste etwas für die Branche getan werden, um den Markt wieder in den Griff zu bekommen, wie sie sagt.

Im April hatte sich die Gewerkschaft Verdi mit der Tarifgemeinschaft des Zentralverbandes des deutschen Friseurhandwerks und den Landesinnungsverbänden auf einen Stundenlohn von 6,50 Euro im Osten und 7,50 Euro im Westen geeinigt. Bis 2015 soll er deutschlandweit einheitlich auf 8,50 Euro steigen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.11.2013
Romy Richter

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