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6000 Menschen zeigen „Herz statt Hetze“ - 8000 bei Pegida

Proteste in Dresden 6000 Menschen zeigen „Herz statt Hetze“ - 8000 bei Pegida

Bis zu 6000 Menschen haben am Montagabend in Dresden friedlich gegen Pegida demonstriert. Organisiert von „Herz statt Hetze“ zog die Demo vom Hauptbahnhof über den Neumarkt bis zur Synagoge.

In Dresden folgten nach Schätzungen von dpa-Reportern etwa 6000 Menschen dem Aufruf des Bündnisses „Herz statt Hetze“.

Quelle: dpa

Dresden. Bis zu 6000 Menschen haben am Montagabend in Dresden friedlich gegen Pegida demonstriert. Organisiert von „Herz statt Hetze“ zog die Demo vom Hauptbahnhof über den Neumarkt bis zur Synagoge. An der Gegendemonstrationen nahmen neben dem stellvertretenden Ministerpräsidenten und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) auch Sozialministerin Barbara Klepsch und Umweltminister Thomas Schmidt (beide CDU) teil. Auch Politiker von Linken und Grünen inklusive Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) reihten sich beim Bündnis „Herz statt Hetze“ ein.

Im Vorfeld hatte es heftige Turbulenzen um die Demoroute gegeben. Herz statt Hetze hatte die Abschlusskundgebung auf dem Theaterplatz geplant. Das Ordnungsamt der Stadt hatte diesen aber Pegida zugesprochen. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sah keine rechtliche Möglichkeit, Pegida am 9. November den Theaterplatz zu verwehren. „Das sächsische Versammlungsgesetz benennt den heutigen Tag weder als besonders schützenswert, noch treffen andere Sachverhalte zu, die ein Verbot rechtfertigen." Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange hielt Hilbert hingegen vor, er schöpfe nicht alle Möglichkeiten gegen Pegida aus, um dem fremdenfeindlichen Bündnis den geschichtsträchtigen Theaterplatz streitig zu machen.

Die Redner der Veranstaltungen riefen die Dresdner zu weiterem Widerstand gegen Pegida auf. „Es ist bequem, Leuten Angst zu machen“, sagte Hanno Schmidt, einst Mitbegründer des Neuen Forums in der DDR. Die Pegida-Teilnehmer rief er auf, genau hinzusehen, wem sie hinter liefen. Zudem rief er ihnen in Erinnerung, dass auch viele DDR-Bürger einst auf der Jagd nach D-Mark und Bananen zu Wirtschaftsflüchtlingen wurden.

Eindrücke der Pegida-Versammlung am 9. November „Pegida ist die Wurzel der Gewalt und des Hasses in Dresden“, sagte Silvio Lang, Sprecher des Bündnisses Dresden Nazifrei. Er rief die Stadtverwaltung auf, den Protest gegen Pegida künftig zu unterstützen, statt ihn zu behindern.

„Wir müssen uns wehren“, sagte auch Nora Goldenbogen, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Dresden unter langem Applaus der Dresdner. Sie erinnerte, Pegida nutze die Sprache des dritten Reiches. „Sprache ist verräterisch“, mahnte sie. Darin spiegele sich der Geist der Menschen. „Wir müssen etwas tun, damit sich in Dresden etwas ändert“, appellierte sie an die Einwohner der Stadt.

Die feierten nach Ende der Demo bis etwa 21 Uhr mit Klezmer-Musik vor der Synagoge. Lediglich als plötzlich eine größere Gruppe von Pegida-Teilnehmern auftauchte, gab es ein kurzes Handgemenge. Nachdem sich die Lage beruhigt hatte, zogen die verbliebenen Teilnehmer gemeinsam in Richtung Neustadt. An der Kundgebung von pegida nahmen zuvor 7000 bis 8500 Menschen teil, schätzte die Studentengruppe "Durchgezählt".

Unter Verweis auf den Jahrestag der Pogromnacht rief Pegida-Chef Lutz Bachmann die Teilnehmer seiner Veranstaltung in Dresden auf, schweigend zu marschieren. Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling forderte jedoch, „den deutschen Schuldkomplex der zwölfjährigen Naziherrschaft offiziell für beendet“ zu erklären.

DNN

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