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Abschuss von Kormoranen soll weiter möglich sein

Abschuss von Kormoranen soll weiter möglich sein

Sachsen will den Abschuss von Kormoranen auch weiter gestatten. Agrar- und Umweltminister Frank Kupfer (CDU) kündigte am Dienstag eine Verlängerung der noch bis Jahresende gültigen Verordnung an.

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Von Fischern gefürchtet; häufig machen sich die Vögel über die Setzfische her.

Quelle: LVZ Archiv

Dresden. „Die bisher geltende Regelung hat sich bewährt“, sagte Kupfer. Vor einigen Tagen hatte sich bereits die CDU-Landtagsfraktion dafür stark gemacht. Kormorane sind den Teichwirten ein Dorn im Auge. Die Branche erleidet durch die ausschließlich Fisch fressenden Vögel jährlich Verluste von 250 Tonnen Fisch oder rund einer Million Euro. Kormorane hatten sich in Europa in den vergangenen Jahren stark vermehrt.

Sachsen hatte 2007 eine Verordnung verabschiedet, die den Abschuss von Kormoranen regelt. Sie kollidiert nach Darstellung des Ministeriums weder mit dem Bundesnaturschutzgesetz noch mit der Vogelschutzrichtlinie auf europäischer Ebene. Kormorane wurden 1997 von der Liste bedrohter Arten gestrichen. Allerdings darf ihr Bestand nicht gefährdet werden. Der Abschuss in Sachsen ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. So dürfen ausschließlich Besitzer eines Jagdscheins auf die Vögel anlegen - und das nur in einem 200-Meter- Umkreis rund um die Fischteiche. Vom 1. April bis 15. August gilt eine Schonzeit. Dann ist der Abschuss nur per Sondergenehmigung möglich. Die Gelege der Vögel dürfen nicht zerstört werden.

Neben Sachsen haben weitere Bundesländer entsprechende Verordnungen erlassen. Der Freistaat sieht in seiner Regelung einen Kompromiss zwischen Naturschutz und Fischerei. Tierschützer hatten wiederholt gegen den Abschuss protestiert. Auf der anderen Seite stehen wirtschaftliche Interessen. Sachsen hat Karpfenteiche mit einer Gesamtfläche von rund 8000 Hektar sowie eine Vielzahl von Forellenteichen. Jährlich werden hier 3000 bis 3500 Tonnen Speisefisch produziert. Sachsen ist damit nach Bayern zweitgrößter Produzent von Karpfen in Deutschland.

dpa

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