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Ärzte aus 91 Nationen in Sachsen aktiv – Bedarf steigt weiter an

Ärzte aus 91 Nationen in Sachsen aktiv – Bedarf steigt weiter an

In Arztpraxen und Krankenhäusern treffen Patienten immer häufiger auf Ärzte aus dem Ausland. Inzwischen sei jeder zehnte Arzt im Freistaat ausländischer Herkunft, teilte die Landesärztekammer mit.

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Archivfoto

Quelle: dpa

Dresden. Von fast 16.000 praktizierenden Ärzten kamen Ende vergangenen Jahres mehr als 1800 aus 91 Nationen - die meisten aus Polen, Tschechien, der Slowakei, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Ihr Anteil sei binnen Jahresfrist von 9,2 Prozent auf 10,5 Prozent gestiegen. 2009 hatte die Zahl ausländischer Ärzte noch bei rund 1250 gelegen.

„Einige Kliniken könnten den Betrieb mancher Station ohne die internationalen Ärzte gar nicht mehr aufrechterhalten, weil sie in Deutschland keine Ärzte finden“, sagte Chef der Landesärztekammer, Jan Schulze. Ärztebedarf gebe es vor allem in ländlichen Regionen wie der Lausitz, dem Erzgebirge oder Nordsachsen. In einigen Krankenhäusern komme jetzt schon jeder zweite Arzt aus dem Ausland. Es müsse weitere Hilfen für die Integration ausländischer Mediziner geben, mahnte Schulze. Wichtig seien vor allem Sprachkurse.

„Die ausländischen Ärzte schließen Versorgungslücken, die trotz umfangreicher Suche in Deutschland nicht besetzt werden konnten“, bestätigte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, Ingo Mohn. Seinen Angaben zufolge gibt es mehr als 100 ausländische Haus- und fast 60 niedergelassene Fachärzte. In Sachsen fehlten derzeit noch 108 Hausärzte, 11 Augenärzte und 6 weitere Fachärzte.

„Es ist ein gutes Zeichen für das sächsischen Gesundheitswesen, dass es für ausländische Ärzte so attraktiv ist“, sagte die Landeschefin der Techniker Krankenkasse, Simone Hartmann. Derzeit würden in Stollberg vor allem Nervenärzte, im Mittleren Erzgebirgskreis und in Zwickau Hausärzte und in der Region Döbeln Augenärzte gesucht.

Mit dem Modellprojekt „Bienvenido in Sachsen“ versucht die Kassenärztliche Vereinigung gestandene Mediziner vor allem aus Spanien in den Freistaat zu locken. Erst kürzlich hat die 46-jährige US-Amerikanerin Elizabeth Beltre, die zuletzt im spanischen Toledo gearbeitet hat, in Schwarzenberg im Erzgebirge eine Hausarztpraxis übernommen. Sie sei zufrieden und fühle sich sehr wohl im Erzgebirge, sagt sie. „Toledo ist zwar eine sehr schöne Stadt, aber es gibt dort wenig Arbeit.“ Kollegen hätten ihr vom sächsischen Modellprojekt erzählt. Sie kenne viele spanische Ärzte, die jetzt Deutsch lernten und hofften, in Deutschland arbeiten zu können.

Schon im Juli hat der Internist Mohd Salibi eine Praxis in Hohenstein-Ernstthal übernommen. Die Umstellung von der lebendigen Metropole Madrid mit acht Millionen Einwohnern auf die kleine Stadt, das kalte Wetter und die anderen Sitten sei schon schwer gefallen, räumt er ein. Hier sei alles sehr ruhig und er sei überrascht gewesen, so wenige Leute auf der Straße zu treffen. Er könne seinen spanischen Kollegen Sachsen dennoch empfehlen. „Es gibt hier gute Chancen.“ Vielleicht könnte die Informationen der Kassenärztlichen Vereinigung für die Familien noch etwas besser sein, sagt er. Bisher arbeiten drei Ärzte aus Spanien in Sachsen. Andere, die noch kommen wollten, hatten sich dann doch für andere Bundesländer entschieden.

Ralf Hübner, dpa

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