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AfD-Machtkampf: Frauke Petry hält Lucke für „die unangefochtene Nummer eins“

AfD-Machtkampf: Frauke Petry hält Lucke für „die unangefochtene Nummer eins“

In der Partei AfD tobt ein Machtkampf um die zukünftige Führungsstruktur. Partei-Vize Alexander Gauland erteilte den Überlegungen von Bernd Lucke, einem der bisher drei gleichberechtigten Vorstandssprecher, eine klare Absage, die Partei in Zukunft alleine zu führen.

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Landesvorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen und eine von drei Bundessprechern: Frauke Petry.

Quelle: Foto: Rainer Jensen

Dresden/Berlin. Zwar sei er weiter zur  Zusammenarbeit mit Lucke bereit - „aber nicht um den Preis einer Satzung, die das bewährte Modell mehrerer Parteisprecher abschafft“. Neben Lucke führen derzeit noch Konrad Adam und Frauke Petry die Partei. Frauke Petry, AfD-Fraktionsvorsitzende im sächsischen Landtag, versicherte Lucke dagegen im Interview ihre volle Solidarität.

LVZ:

Macht Wladimir Putin die AfD fertig?

Frauke Petry:

Wir haben keinerlei Verbindung zu Wladimir Putin. Mit ihm verbindet uns nichts Besonderes.

Nicht einmal der parteiliche Goldhandel oder die Gemeinschaft der Putin-Versteher?

Nichts davon gibt es. Die AfD ist eine deutsche Partei. Wir lassen uns von keiner Seite kaufen.

Macht momentan die AfD sich selbst mehr kaputt, oder versuchen das eher dunkle Mächte von außen?

An dunkle Mächte glaube ich nicht. Die AfD muss noch lernen, mit ihren jüngsten Erfolgen verantwortlicher umzugehen. Wie jede junge Partei neigt auch die AfD zu sehr dazu, interne Diskussionen aufgeregt nach draußen zu tragen. Das können wir nicht immer verhindern. Also müssen wir uns intern konsolidieren. Aber wir sind auf einem guten Weg – deswegen war ich auch traurig über die jüngsten Äußerungen von Bernd Lucke.

Als bekannt wurde, dass Lucke seinen Rückzug erwägt. Wer soll denn in Zukunft die AfD führen – und wie?

Über die neue Führungsstruktur entscheidet der Satzungsparteitag Ende Januar. Die Frage, ob es drei oder zwei Sprecher oder einen alleinigen Vorsitzenden gibt, sagt für sich allein noch nichts über die Effizienz der Arbeit aus. Ich wünsche mir sehr, dass ich weiterhin so gut mit Bernd Lucke im Vorstand zusammenarbeiten kann wie in den letzten Monaten. Ich hoffe, dass er seine momentane Belastungs- und Erschöpfungssituation überwindet.

Haben Sie etwas gegen Personenkult?

Personenkult ist in einer demokratischen Gesellschaft ein Stück weit normal, aber er ist einer konstruktiven Arbeit in einer Partei nicht förderlich.

Wer nimmt sich eigentlich zu wichtig an der AfD-Spitze?

Wer Politiker sein will, muss auch ein Stück Narzissmus mitbringen. Die Gefahr ist dabei immer, sieht man vielleicht von Frau Merkel ab, sich selbst zu wichtig zu nehmen. Umso wichtiger ist das vertrauensvolle Umfeld.

Sehen Sie die Zukunft der AfD in einer nationalkonservativen Sammlungsbewegung?

Solche Begriffe sind irreführend. Die AfD ist eine Art Bürgerbewegung mit großer Basisbeteiligung und einer umfassenden Liste verschiedenster Standpunkte. Natürlich gibt es für die Generation der nach dem Krieg geborenen Parteimitglieder auch Sehnsüchte nach nationaler Identität.

Wo endet Ihr Machtehrgeiz in der AfD? Bei der One-Woman-Show?

Es ist noch zu früh über Führungskonstellationen zu reden. Ich trete nicht gegen Bernd Lucke an, wenn es zukünftig nur einen Vorsitzenden geben soll. Er ist die unangefochtene Nummer eins an der Spitze der Partei. Er ist das Gesicht der AfD. Ich bin gerne wieder mit dabei, wenn es zwei oder drei Sprecher an der Spitzen geben soll.

2014 lief ganz erfolgreich für die AfD. Was erwarten Sie parteipolitisch vom nächsten Jahr?

Ich hoffe auf den Einzug in die Landtage von Hamburg und Bremen. Die Partei sollte sich in ihren Strukturen weiter konsolidieren. Aber ich ahne, dass die Konsolidierung der Partei auch 2015 noch nicht abgeschlossen sein wird. Wachsende Organismen müssen sich immer konsolidieren. Wir reden hier über Menschen und nicht über Stückgut oder Maschinen. Wir sollten weniger mit Machtworten führen wollen. Unsere Basis ist vom Ehrenamt geprägt. Eine Partei muss man menschlich anders führen als ein Unternehmen.

Interview: Dieter Wonka

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