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Alles ganz entspannt auf der Ancient Trance 2012 in Taucha

Alles ganz entspannt auf der Ancient Trance 2012 in Taucha

So viele Besucher wie noch nie zählte am Wochenende die fünfte Auflage des Maultrommel- und Weltmusikfestivals Ancient Trance. Trotz des regen Zuspruchs lobten die meisten Besucher das Ereignis als „familienfreundlich“, „entspannt“ und „befreiend“.

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Handtrommel-Virtuose: Mohammad Reza Mortazavi aus dem Iran nach seinem umjubelten Auftritt am Samstagabend auf der Teichbühne.

Quelle: Jörg ter Vehn

Taucha. Julius lässt die Bälle fliegen. „Eigentlich sollte ich im Cafe Oriental bedienen, aber es nicht so viel los, da habe ich jetzt frei“, erzählte der Magdeburger.

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Taucha. So viele Besucher wie noch nie zählte am Wochenende die fünfte Auflage des Maultrommel- und Weltmusikfestivals Ancient Trance. Trotz des regen Zuspruchs lobten die meisten Besucher das Ereignis als „familienfreundlich“, „entspannt“ und „befreiend“. Julius lässt die Bälle fliegen. „Eigentlich sollte ich im Cafe Oriental bedienen, aber es nicht so viel los, da habe ich jetzt frei“, erzählte der Magdeburger.

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Nebenan bearbeitet Raphael einen verspannten Festivalgast, knetet ihn nach allen Regeln der Masseurskunst Rücken und Schultern durch. In fünf Stunden habe er schon 15 Gäste massiert, erzählt er. Anstrengend sei das für ihn nicht. Der Trick sei, dabei ganz locker zu bleiben, sonst übertrage sich die Anspannung doch auf die Kunden.

Raphael ist einer von zehn Masseuren des Ancient Trance Festivals. Doch während die anderen neun im „Healing Space“ am Teichufer wirken, bearbeitet er seine Gäste mitten auf der Wiese unterhalb der Teichbühne. Während sein „Mandant“ auf der Liege zu schlafen scheint (Raphael: „tiefenentspannt“) erzählt der Leipziger, dass er auch die ungeliebte Toiletten-Abteilung übernommen und Bio-Klos samt Holzspänen und mehr organisiert habe. Das sei nicht schlimm. „Dem Team geht es gut. Und wer mal verspannt ist, kriegt gleich eine heilende Massage“, schmunzelt er.

Verspannt sein – das geht eigentlich gar nicht auf dem Ancient Trance Festival. Trotz rund 2500 Besuchern und damit fasd tausend mehr als bei der vierten Auflage im Vorjahr, klappte die Organisation, gab es Lob von allen Seiten. „Das ist ein supergemütliches Festival, vor allem für Kinder“, lobte etwa Elke, die mit ihren drei Kleinen aus Plösitz gekommen war. Auf der Festwiese, die als Campingplatz voller Zelte steht, spielte Felix aus Nürnberg auf der Wandergitarre ein paar Griffe. „Befreiend“, sei das Festival, meinte er. Frank, der bei den Eltern in Taucha schlief, fand es „tolerant“. Und Michelle aus Nürnberg vom Zelt nebenan hatte gleich ganz viele Worte: „Unglaublich schön, energiereich, familiär, offen, liebevoll.“

Fast drei Dutzend Bands aus aller Herren Länder sorgten mit Klängen von Afro-Beats über Balkansounds und Reggae bis zu Folk und World Fusion für ein riesiges Musik-Potenzial. Dieter und Ilona Janek, beide leicht jenseits der 60, kamen aus Wahren, „um Neues zu entdecken“, wie sie sagten. „Bei dieser Art Musik kann man doch wunderbar abschalten“, meinte Dieter Janek.

Sabine Liebster und ihr Mann sind quasi Festivalnachbarn, wohnen nur ein paar Steinwürfe vom Gelände entfernt. „Vor zwei Jahren waren wir auch schon dabei“, erzählten die Tauchaer, die den Altersdurchschnitt schon etwas anhoben. Berührungsängste mit den meist jungen Leuten hätten sie keine. „Es ist doch so ein ruhiges und ordentliches Festival“, meinte Liebster.

Die Polizei konnte dem nichts erwidern. Es habe lediglich in der Nacht zum Sonnabend eine Beschwerde eines Anwohners gegeben, hieß es gestern im Lagezentrum. Der Anruf sei aber noch vor dem Ende der bis ein Uhr erlaubten Veranstaltung eingegangen.

Klangschalen, Maultrommeln in allen Formen und Materialien, Trommeln, Ledertaschen, Tücher, Schuhe – entlang des Festivals gab es Dutzende große und kleine Stände. Holger Dürbye und Winne Zühlke aus Berlin verkauften zum Beispiel handgefertigte Didgeridoos, brachten Interessenten gleich die Grundzüge des Spielens bei. „Das Schöne an unserem Instrument ist: 95 Prozent kriegen in den ersten 15 Minuten schon einen Ton raus.“, erzählte Zühlke. Dann könne man sich später an die Zirkulatmung wagen und das Didgeridoo dauerhaft zum Klingen bringen. Wer verspannt sei, dem gelinge das aber nicht, warnte Zühlke.

Entspannt war auch Philippe Dallais. Der Schweizer war als Vorstandsmitglied der Internationalen Maultrommel-Gesellschaft in Taucha, lobte das einzigartige Ambiente auch auf dem Rittergutsschloss. Die Gesellschaft führe regelmäßig Kongresse in der ganzen Welt durch, plane nach Jakutien im Vorjahr und Amsterdam in 2006 das nächste Treffen wegen des Festivals und der Bedeutung Deutschlands für das Instrument 2013 in Taucha, kündigte er an.

Jörg ter Vehn

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