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Altenburg verliert Olympia-Titel - Sportbund verbietet Name für Skat-Turnier

Altenburg verliert Olympia-Titel - Sportbund verbietet Name für Skat-Turnier

Während im fernen kanadischen Vancouver die deutschen Athleten bei den Olympischen Winterspielen um Edelmetall kämpfen, muss sich das Präsidium des Deutschen Skatverbands (DSkV) eher unfreiwillig mit dem Thema Olympia befassen.

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Quelle: dpa

Altenburg. Denn der immerhin 30.000 Mitglieder zählende und in Altenburg beheimatete Verband hat sich den Unmut des mächtigen Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zugezogen. Auslöser ist die alle zwei Jahre stattfindende Skat-Olympiade in Altenburg.

Namenswahl und Symbolik stießen den Mächtigen des DOSB, der auch die Interessen vom Nationalen (NOK) sowie Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vertritt, sauer auf. Denn sowohl die olympischen Ringe als auch die Begriffe „Olympiade“ oder „olympisch“ sind geschützt und dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung von NOK oder IOC verwendet werden.

In Deutschland sind die Bezeichnung Olympiade sowie Olympische Spiele und die fünf symbolischen Ringe  seit 2004 per Bundesgesetz markenrechtlich geschützt.

Der Bundestag hatte damals ziemlich rasch und trotz großer Bedenken in allen vertretenen Fraktionen das sogenannte Olympiaschutzgesetz beschlossen. Dies geschah aufgrund internationalen Drucks. Denn damals erwog Deutschland eine Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2012. Vom Internationalen Olympischen Komitee gab es aber die klare Aussage, Spiele nur in Länder zu vergeben, in denen diese Bezeichnungen und Symbole gesetzlich geschützt sind. Der Bundestag ebnete mit dem Gesetz den Weg für die Bewerbung, in der letztendlich Leipzig als nationaler Bewerber ins Rennen ging, aber beizeiten die Segel streichen musste.

Das Gesetz indes gilt weiter. Deshalb bekam der Deutsche Skatverband mit Sitz in Altenburg vor einiger Zeit auch Post vom DOSB. „Darin wurden wir aufgefordert, für das Turnier nicht mehr den Namen Olympiade und die Symbole zu führen, da  Begriff und Ringe gesetzlich geschützt sind“, schildert DSkV-Präsident Peter Tripmaker das Dilemma.

Eine kleine Stadt wie Altenburg gerät damit ins Räderwerk der großen Sportpolitik. Nicht nur als dauerhafte Gastgeberstadt dieser „Olympiade“, sondern auch als Sitz des Deutschen Skatverbandes. Das Präsidium musste sich bei seiner Sitzung am Wochenende in Altenburg erneut mit dem Verbot von Name und Symbol für das internationale Turnier befassen.

Präsident Tripmaker sieht die ganze Angelegenheit allerdings recht entspannt. Denn zwar steht im Zeitraum vom 22. bis 24. Juli dieses Jahres in Altenburg schon die vierte Auflage der Skat-Olympiade ins Haus und es sind sämtliche Ausschreibungen mit den beanstandeten Begriffen bereits erschienen. „Aber wir haben den DOSB für dieses Jahr um Kulanz gebeten, die Bezeichnung letztmals verwenden zu dürfen. Und dem wurde entsprochen“, bedankt sich Tripmaker. Bei der Symbolik kannte der DOSB jedoch schon für 2010 keine Gnade: Die Ringe mit den Skat-Farben, die dem olympischen Symbol ziemlich nahe kommen, müssen sofort verschwinden. Auf dem nebenstehenden Titelblatt der Januarausgabe 2010 des Magazins „Der Skatfreund“ ist es allerdings noch einmal erschienen.

An dem Großereignis halte man auch 2012 als Bekenntnis des Verbandes zu Altenburg fest, verspricht Peter Tripmaker. Dabei war die Resonanz vor allem zur jüngsten Auflage 2008 mit deutlich unter 200 Startern mehr als unbefriedigend. Deshalb wurde die Skatolympiade 2010 von ursprünglich einer Woche auf drei Tage verkürzt. „Das hebt die Attraktivität für Skatsportler, die nicht extra für das Turnier Urlaub nehmen müssen und für die Übernachtungen und Logis hohe Kosten haben“, sagt Tripmaker. Wenn im Juli um die 250 Starter gen Altenburg reisen, „wäre das für uns ein großer Erfolg“.

Auf jeden Fall hält der Verband an dem internationalen Wettbewerb in Altenburg auch weiter fest. Der neue Namen könnte dann auch durch einen öffentlichen Aufruf an Altenburger Skatfreunde gesucht werden. „Darüber denken wir auf jeden Fall im Präsidium nach“, verspricht Tripmaker.

Osterländer Volkszeitung

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