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Am Sonntag beginnt die Winterzeit – Wissenswertes zur Zeitumstellung

Ein Stunde zurück Am Sonntag beginnt die Winterzeit – Wissenswertes zur Zeitumstellung

Ein Präsident, der sich seine eigene Zeitzone schafft, ein Inselstaat, der den Freitag ausfallen lässt, und ein Land, in dem die Bewohner gern die Zeit zurückdrehen wollen. Nicht nur in Deutschland sind die Zeitumstellung und ihre Folgen ein Dauerthema.

Am Sonntagmorgen geht es wieder eine Stunde zurück.

Quelle: dpa

Braunschweig. In Deutschland werden in der Nacht zum Sonntag die Uhren wieder auf Winterzeit zurückgestellt. Für ein halbes Jahr gilt dann die Mitteleuropäische Zeit. Anschließend wird erneut gewechselt. Wir haben einige wissenswerte Dinge zur Zeitumstellung zusammengetragen.

Sommerzeit, Winterzeit - was heißt das eigentlich?

Seit 1996 stellen die Menschen in allen EU-Ländern einheitlich die Uhren am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktober-Sonntag wieder eine Stunde zurück. In Deutschland sendet die von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig programmierte Atomuhr das Signal - für die Uhren der Deutschen Bahn ebenso wie für die Funkuhr daheim. Die juristischen Grundlagen regelt das „Gesetz über die Einheiten im Messwesen und die Zeitbestimmung“.

Wann gab es in Deutschland zum ersten Mal Sommerzeit?

Von 1916 bis 1918. Das Kaiserreich wollte während des Ersten Weltkrieges die Arbeitskraft in der Rüstungsindustrie mit mehr Tageslicht besser nutzen. Auch von 1940 bis 1949 galt die Sommerzeit. 1947 wurden die Uhren gar zwei Stunden vorgestellt, um nach dem Zweiten Weltkrieg mehr Tageslicht beim Wiederaufbau der Infrastruktur zu haben. Unter dem Eindruck der Ölkrise von 1973 rückte die Sommerzeit erneut in den Fokus und wurde 1980 wieder eingeführt - gleichzeitig mit der DDR. Das Ziel: Energie sparen.

Zeitumstellung - bringt das tatsächlich etwas?

Der Nutzen ist zumindest umstritten: Laut Umweltbundesamt knipsen wir wegen der Zeitumstellung im Sommer tatsächlich abends weniger häufig das Licht an - im Frühjahr und Herbst jedoch wird morgens dafür mehr geheizt. Unter dem Strich gibt es mit der Sommerzeit allein keine Ersparnis. Mediziner warnen zudem, dass empfindsamere Menschen Probleme mit dem Hin und Her haben können, Schlafstörungen und Appetitlosigkeit können die Folge sein. Nervig ist die Umstellung auch für alle, die keine Funkuhr haben. Gehen die Chronometer nicht automatisch mit der Zeit, muss die Anpassung manuell geschehen, an Küchengeräten oder im Auto zum Beispiel.

Zeitumstellung in anderen Ländern

So sicher wie der Dreh an den Uhrzeigern, so sicher ist auch die Diskussion, ob die Zeitumstellung nötig ist. Ein guter Moment also, um zu schauen, wie andere Länder und Regionen mit Stunden, Tagen und ihren Zeitzonen umgehen.

TÜRKEI: Das wünschen sich viele auch in Deutschland: Die Türkei schafft die Zeitumstellung ab. In der Nacht zum Sonntag sollen die Uhren ganz normal durchlaufen, keiner dreht die Zeiger um eine Stunde zurück. Damit entscheidet sich das Land nicht für die Normalzeit, also die Winterzeit, sondern bleibt in der Sommerzeit. Ziel ist die bessere Nutzung des Tageslichtes - und weniger Verwirrung zur halbjährlichen Zeitumstellung. Mit der dauerhaften Umstellung auf Sommerzeit wechselt die Türkei de facto die Zeitzone. Sie ist der Koordinierten Weltzeit (UTC) dann immer drei Stunden voraus - statt bislang zwei in der Normalzeit.

SPANIEN: Die Zeit dauerhaft um eine Stunde zurückstellen - das wollen immer mehr Menschen in Spanien. Denn in ihrem normalen Tagesablauf hinken sie den Bewohnern anderer Länder zeitlich hinterher. Abendessen gibt es meist erst gegen 22 Uhr. Und das nicht, weil die Spanier allesamt Nachtmenschen wären, sondern weil nach Ansicht vieler das Land quasi einer falschen Zeitzone angehört. Demnach sollte Spanien nicht mehr zur Mitteleuropäischen Zeitzone gehören wie Deutschland, sondern zur Zone der Westeuropäischen Zeit, also wie Portugal oder Großbritannien. Das war bis 1942 auch so. Doch dann entschied Diktator Francisco Franco - wohl aus Sympathie für das Hitler-Regime in Deutschland - die Mitteleuropäische Zeit einführen.

KRIM: Auch auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim ticken die Uhren seit einiger Zeit aus politischen Gründen anders. 2014 stellte die Führung kurz nach ihrem nicht anerkannten Beitritt zu Russland die Zeiger zwei Stunden vor. Seitdem ticken die Uhren nicht mehr wie in der Ukraine, sondern wie in der russischen Hauptstadt Moskau.

SAMOA: Mit dem Gefühl, einen ganzen Tag verschlafen zu haben, könnten vor rund fünf Jahren die Bewohner des kleinen Pazifik-Inselstaats Samoa aufgewacht sein. Die Atolle wechselten Ende 2011 virtuell über die Datumsgrenze nach Westen und stellten die Uhren auf einen Schlag um 24 Stunden vor. Der Freitag fiel damit aus. Der Zeit- und Datumswechsel hatte wirtschaftliche Gründe. Samoa wollte damit in dieselbe Zeitzone rücken wie seine Haupthandelspartner in Australien und Neuseeland.

VENEZUELA: Im Mai wechselte auch Venezuela seine Zeitzone. Damit verließ das Land die 2007 vom damaligen sozialistischen Präsidenten Hugo Chávez geschaffene Zeitzone, welche viereinhalb Stunden (beziehungsweise fünfeinhalb zur Sommerzeit) hinter der Greenwich Time lag. Eingeführt wurde sie damals offiziell, damit Schulkinder dann nicht ganz so früh aufstehen müssen. Spötter behaupteten, dass Venezuela nicht mehr in der gleichen Zeit leben wollte wie der Erzfeind USA. Im Mai stellt das Land die Uhren nun wieder eine halbe Stunde vor. Damit soll das natürliche Tageslicht besser genutzt werden, um Strom zu sparen. Venezuela kämpft zurzeit gegen eine dramatische Stromkrise.

Von LVZ

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