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Analyse der Forschungsgruppe: Sachsen-Anhalt sagt „Weiter so“

Analyse der Forschungsgruppe: Sachsen-Anhalt sagt „Weiter so“

Die Wähler in Sachsen-Anhalt wollten bei ihrer Stimmabgabe vor allem Kontinuität: Das ist nach Ansicht der Forschungsgruppe Wahlen einer der wichtigsten Gründe für den Wahlausgang vom Sonntag.

Berlin/Magdeburg. Wie schon die Abstimmung in Hamburg vor vier Wochen sehen die Forscher auch die Wahl in Sachsen-Anhalt ganz überwiegend landespolitisch geprägt.   

Zwei weitere wichtige Erkenntnisse: Zum einen habe die CDU so vergleichsweise gut abgeschnitten, weil ihr die Wähler die größte Sachkompetenz zugeschrieben hätten. Zum anderen sei für 42 Prozent das derzeit heiß diskutierte Thema Atomkraft relevant gewesen. Ohne die Atompolitik wäre der Einzug der Grünen in den Landtag nicht sicher gewesen.   

44 Prozent der Befragten fanden laut Forschungsgruppe die Neuauflage einer CDU/SPD-Koalition gut und nur 30 Prozent schlecht (egal: 23 Prozent). Ein Bündnis aus Linken und SPD bewerteten hingegen nur 22 Prozent positiv, aber 55 Prozent negativ (egal: 19 Prozent).   

Basis für dieses Votum sind gute Noten für die amtierende CDU/SPD-Regierung in einem Bundesland, in dem es inzwischen nach Meinung von 44 Prozent wirtschaftlich aufwärts geht. Nach 26 Prozent im Jahr 2002 und 39 Prozent vor fünf Jahren sehen heute 52 Prozent der Bürger Sachsen-Anhalt gut auf die Zukunft vorbereitet.    A

usschlaggebend für ihre Entscheidung waren laut Forschungsgruppe für zehn Prozent die Kandidaten und für 17 Prozent die Parteibindung - aber für 69 Prozent die Inhalte. Entscheidend für das Abschneiden der CDU war ihre Sachkompetenz: Sie gilt mit 36 Prozent als die Partei, die am ehesten neue Jobs schaffen kann (SPD: 19 Prozent; Linke: 8 Prozent). Zudem ist sie für 34 Prozent wirtschaftspolitisch führend (SPD: 17 Prozent; Linke: 7 Prozent) und besitzt mit 30 Prozent die höchste Zukunftskompetenz (SPD: 22 Prozent; Linke: 10 Prozent).   

Völlig anders als bei den bevorstehenden Wahlen im Südwesten Deutschlands wird die Atomkraft nach Ansicht der Forscher zwar nicht als Problem im Land gesehen, war aber für insgesamt 42 Prozent doch  relevant bei der Wahlentscheidung. Bei den Grünen-Wählern waren es sogar 60 Prozent. Auch wenn sich das Thema Atomkraft damit nicht so dominierend auf das Wahlergebnis ausgewirkt hat, wäre der Einzug der Grünen in den Landtag ohne die Entwicklungen der letzten Woche keineswegs sicher gewesen, hieß es weiter.   

Die SPD liege in Fragen der Leistungsbeurteilung, des Partei-Images und des Spitzenkandidaten mit der CDU auf Augenhöhe. Die Linke, so die Forschungsgruppe, habe hier nach wie vor Defizite. Auf der +5/-5-Skala wird die Regierungsarbeit der CDU mit 1,0 und die der SPD mit 1,0 bewertet, die Linke in der Opposition liegt bei 0,0, die FDP bei minus -0,7.   

Als nächsten Regierungschef möchten 29 Prozent der Befragten am liebsten Reiner Haseloff (CDU) und 32 Prozent Jens Bullerjahn (SPD), aber nur 11 Prozent Wulf Gallert (Linke). Bei Glaubwürdigkeit, Sympathie oder Sachverstand sieht die Mehrheit zwar keine großen Unterschiede, dafür beim Ansehen ganz allgemein: Auf der +5/-5-Skala fällt Gallert mit 0,8 klar hinter Bullerjahn mit 1,7 und Haseloff mit 1,5 zurück, wobei selbst diese guten Noten des SPD- bzw. CDU-Kandidaten nicht an die Reputation des scheidenden Regierungschefs heranreichen: Wolfgang Böhmer erhält herausragende 2,3.

dpa

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