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Andacht für Opfer an der Berliner Mauer – "Verantwortung für Menschenrechte"

Andacht für Opfer an der Berliner Mauer – "Verantwortung für Menschenrechte"

Am 51. Jahrestag des Mauerbaus ist in Berlin an die Opfer des mörderischen Grenzwalls erinnert worden. Bei einer Andacht auf dem früheren Todesstreifen sagte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), der 13. August erinnere an die Verantwortung der Deutschen für die Menschenrechte, an „unsere Verantwortung zur Menschlichkeit“.

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Die Sonne scheint am Montag (13.08.2012) an der Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße in Berlin durch transparente Porträtfotos, die Teil eines Denkmals für die Maueropfer sind.

Quelle: dpa

Berlin. Regierungssprecher Steffen Seibert hob hervor, Generationen von Deutschen hätten unter der Teilung gelitten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüße ausdrücklich ein neues Forschungsprojekt, das die Zahl der Toten an der innerdeutschen Grenze klären soll.

Der Tag sei auch Mahnung, sich gegen heutige Mauern wie die Ausgrenzung von Minderheiten einzusetzen, sagte Löning in der Kapelle der Versöhnung. Auch zahlreiche Schüler kamen. Löning und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) legten an der Mauer-Gedenkstätte in der Bernauer Straße Kränze nieder.

Die Spitze der Linkspartei verurteilte den Mauerbau. „Wir haben die klare Auffassung, dass der demokratische Sozialismus Mehrheiten braucht, keine Mauern“, sagte Parteichef Bernd Riexinger in Berlin. „Die Partei hat sich ganz klar vom Mauerbau und dem damit verbundenen Unrecht distanziert.“

Am 13. August 1961 begann unter Walter Ulbricht der Mauerbau. Mit dem rund 155 Kilometer langen Bollwerk wurde die deutsche Teilung zementiert, die erst mehr als 28 Jahre später mit dem Mauerfall am 9. November 1989 zu Ende ging. An der Berliner Mauer starben nach wissenschaftlichen Erkenntnissen mindestens 136 Menschen.

Indes zeichnete sich ein Konsens ab, in Berlin eine Straße nach dem Maueropfer Peter Fechter zu benennen. Der 18-Jährige wurde bei einem Fluchtversuch am 17. August 1962 von DDR-Grenzsoldaten angeschossen und verblutete hilflos im Todesstreifen.

Der Senat unterstütze die Idee, sagte Senatssprecher Richard Meng der „Berliner Morgenpost“. „Wenn es die Möglichkeit gibt, eine Straße nach Peter Fechter zu benennen, wäre das in unserem Sinne.“ Zudem sei Innensenator Frank Henkel (CDU) dafür, so die Zeitung. Auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hatte dafür plädiert.

Die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft erklärte, eine Ehrung für Peter Fechter könnte nur der Anfang sein. Noch immer gebe es Straßen in Deutschland nach früheren SED-Größen. Auch die Vereinigung 17. Juni 1953 sprach von einer überfälligen Ehrung. Am Fechter-Mahnmal in der Zimmerstraße, wo der junge Flüchtling vor 50 Jahren starb, wurden am Montag Blumen niedergelegt.

An der Glienicker Brücke gedachten die CDU-Landesverbände von Berlin und Brandenburg der Mauertoten. Nun erinnert ein Eisenband auf der Brücke an den einstigen Mauerverlauf. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) erklärte, aus einem Symbol des Kalten Krieges sei der Eingang in ein modernes Brandenburg geworden. Die Mauer stehe für fehlende Demokratie.

Kulturstaatsminister Neumann hatte das Projekt zu den Toten an der innerdeutschen Grenze am Freitag gestartet. Ein Totenbuch soll ab 2016 vorliegen. Neumann hatte für die Bundesregierung bekräftigt, Vergessen und Verharmlosung der SED-Diktatur weiter entgegenzuwirken.

Der Leiter des SED-Forschungsverbundes SED-Staat an der Freien Universität Berlin, Klaus Schroeder, der das Projekt leitet, sagte dem „Deutschlandradio Kultur“, das Erinnern an DDR-Geschichte und Nationalsozialismus dürfe nicht vernachlässigt werden - weil sonst der Wert der Demokratie verblasse. Den Mauerbau könnten sich junge Menschen aber heute nicht mehr vorstellen.

Die Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen stellte in einem Gymnasium in Tegel einen Gefangenen-Transporter der Stasi vor, der zu einer Ausstellung umgestaltet wurde.

Jutta Schütz, dpa

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