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Arbeitnehmerfreizügigkeit: Sachsens FDP rät zur Gelassenheit

Arbeitnehmerfreizügigkeit: Sachsens FDP rät zur Gelassenheit

Sachsens FDP hat vor Panikmache wegen der ab Sonntag geltenden Arbeitnehmerfreizügigkeit gewarnt. Menschen aus den acht Ländern, die 2004 der EU beitraten, haben dann freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt.

Dresden. Auch Unternehmen dieser Länder können ihre Dienste dann in Deutschland anbieten.

„Es wurde Zeit, dass auch der deutsche Arbeitsmarkt für alle EU-Bürger offen steht. Neben Österreich waren wir das letzte Land, das seinen Arbeitsmarkt abgeschottet hatte", erklärte FDP-Generalsekretär Torsten Herbst, der auch wirtschaftspolitischer Sprecher der Liberalen im Landtag ist, am Freitag.

„Wir sollten in Sachsen das Selbstbewusstsein haben, um kluge Köpfe aus unseren osteuropäischen Nachbarländern zu werben. Denn der Fachkräftemangel wird in Sachsen immer stärker spürbar", erklärte Herbst und verwies auf noch rund 4000 freie Lehrstellen. Die Realität werde zeigen, dass Deutschland und speziell Sachsen von der neuen Arbeitnehmerfreizügigkeit überwiegend profitieren. Die Panikmache zu einer „Masseneinwanderung von Osteuropäern" sei „billiger Populismus mit einer Portion unterschwelliger Ausländerfeindlichkeit". Sachsen müsse weiter konsequent für eine Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte sorgen.

Auch Politiker anderer Parteien nutzten das bevorstehende Datum - der 1. Mai wird auch als Tag der Arbeit begangen - ,um Positionen zur Arbeitsmarktpolitik deutlich zu machen. Nach Ansicht der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) wird der Fachkräftemangel zu besseren Arbeitsbedingungen führen. Die Zeiten seien vorbei, wo Facharbeiter mit 7 Euro Stundenlohn abgespeist werden könnten, sagte CDA-Chef Alexander Krauß.

Die Grünen warnten vor einer Spaltung des Arbeitsmarktes: Auf der einen Seite würden Fachkräfte fehlen und immer mehr Lehrstellen frei bleiben. Andererseits hätten aber mehr als 70.000 Langzeitarbeitslose in Sachsen keinen Zugang zum Arbeitsmarkt mehr, sagte Grünen-Chefin Claudia Maicher.

dpa

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