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Arbeitslosenquote in Sachsen sinkt auf unter zehn Prozent - bester Wert seit März 1991

Arbeitslosenquote in Sachsen sinkt auf unter zehn Prozent - bester Wert seit März 1991

In Sachsen ist die Arbeitslosenquote erstmals seit Juli 1991 wieder einstellig. 205 266 Menschen waren im September im Freistaat ohne Job gemeldet. Damit liegt die Arbeitslosenquote bei 9,6 Prozent.

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160 000 Arbeitslose weniger: Im September profitiert der Arbeitsmarkt vor allem vom Ende der Sommerflaute.

Quelle: dpa

Chemnitz. Im August waren es noch 10,2 Prozent, im September des vergangenen Jahres 10,8 Prozent. Damals gab es noch 25 000 Arbeitslose mehr. Gegenüber dem Vormonat August liegt die aktuelle Zahl um knapp 12 000 niedriger, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Chemnitz mitteilte.

Damit sinkt die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat schon zum 22. Mal hintereinander. Dafür machte Behördenchefin Jutta Cordt neben den anhaltenden Altersabgängen und sinkenden Nachrückerzahlen durch die demografische Entwicklung vor allem die anhaltend positive konjunkturelle Erholung der Wirtschaft verantwortlich. Nach ihrer Einschätzung wird der erfreuliche Trend zumindest vorläufig anhalten: „Ich erwarte auch in den nächsten Monaten einen Rückgang der Arbeitslosigkeit.“ Cordt geht davon aus, dass der Jahresdurchschnitt deutlich unter dem von 2010 liegen werde. Im Vorjahresmittel waren knapp 254 000 Menschen arbeitslos gemeldet.

Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) betonte, dass der Rückgang der Arbeitslosenquote doppelt so hoch sei wie im ostdeutschen Durchschnitt. FDP-Wirtschaftsexperte Torsten Herbst sprach von einem „Meilenstein in der erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung Sachsens“, der arbeitsmarktpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Alexander Krauß, sogar von einer „Epochenwende“. Er fügte hinzu: „Wir marschieren flotten Schrittes in Richtung Vollbeschäftigung - vor sechs Jahren noch unvorstellbar.“

Sachsens DGB-Vize Markus Schlimbach warnte indes vor zu viel Euphorie. „Ich bin skeptisch, ob die positive Entwicklung anhält“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa und verwies auf die nachlassende Nachfrage nach Leiharbeitern. Dies gelte erfahrungsgemäß als Frühindikator für eine wirtschaftliche Stagnation. „Und die Konjunkturaussichten sind alles andere als blendend“, fügte der Arbeitsmarktexperte hinzu.

CDU, FDP und Arbeitsagentur stellten hingegen den Anstieg bei den der sozialversicherungspflichtigen Jobs heraus: Mit knapp 1,44 Millionen Beschäftigten im Juli lag die Zahl deutlich über dem Vorjahresniveau, als es noch etwa 26 000 weniger waren. Zudem gebe es weiterhin eine stabile Nachfrage nach Arbeitskräften, hieß es. Von den etwa 10 000 im September gemeldeten Stellen kamen fast 3000 aus der Zeitarbeitsbranche.

Ohne Kurzarbeit lag die Unterbeschäftigung nach Angaben der Agentur bei etwa 285 000. Dabei werden vor allem auch die 79 740 Menschen erfasst, die etwa durch geförderte Selbstständigkeit, Altersteilzeit, Weiterbildungsmaßnahmen oder Ein-Euro-Jobs aus der Arbeitslosen-Statistik herausfallen. Im August waren das noch fast 4000 weniger, im September 2010 dagegen knapp 26 000 mehr.

Derzeit ist mehr als jeder dritte Arbeitslose (36,2 Prozent) mindestens 50 Jahre alt, während jeder Zehnte (9,9 Prozent) jünger als 25 ist. Knapp 64 000 Menschen sind bereits länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet.

Im Juni 1991 hatten in Sachsen 214 889 Arbeitslose zu einer Quote von 8,3 Prozent geführt. Im Juli 1991 schnellte die Zahl auf 288 198 hoch, das waren 11,1 Prozent. Seitdem gab es nur noch zweistellige Quoten im Freistaat. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen lag mit 204 775 letztmals im Februar 1991 unter dem aktuellen Wert.

dpa

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